Boah Leute, ich hab‘ Kreislauf!

Ich liiiiebe den Frühling und das Wetter ist gerade fantastisch, aber irgendwie schlägt es mir auf den Kreislauf. Ich fühle mich, als hätte mir jemand mit einem Brett auf den Kopf gehauen. So leicht schummerig die ganze Zeit.

Ich habe schon probiert: Pflanzliche Kreislauftropfen, Kaffee, Gymnastik auf dem Balkon, kaltes Wasser ins Gesicht und auf die Adern an den Unterarmen. Tut alles gut, aber hilft nicht wirklich.

Habe das seit ein paar Tagen und habe jetzt beschlossen, morgen zu meiner Hausärztin zu gehen. Vielleicht müssen die Betablocker reduziert oder ausgeschlichen werden. So ist das jedenfalls kein Zustand. Will den Frühling genießen und nicht vor mich hindümpeln. Und arbeiten ist so auch schwierig, weil ich mich nur schlecht konzentrieren kann.

Auf den Spuren von Hesse

Als zwei Schüler mir begeistert von Hesses „Steppenwolf“ vorschwärmten, der zur Zeit neben „Faust“ und dem „Goldenen Topf“ Thema im Deutsch-Abitur in Baden-Württemberg ist, beschloss ich, das Werk endlich auch mal zu lesen. Peinlich genug, dass ich das noch nicht getan hatte. Aber ich war früher ja eher eine Frisch-Jüngerin. Und Brecht- und Schiller-Fan.

Ich las es an und was soll ich sagen, die Hauptfigur in ihrem Selbstmitleid und Weltschmerz bei gleichzeitiger Arroganz nervte mich unheimlich. Und erinnerte mich an Werther, der mich auch unendlich nervt.

Dennoch verstehe ich natürlich, warum das Buch junge Menschen ansprechen kann (freilich auch nicht alle). Es fasst das in Worte, was sie auch empfinden. Als Teenie hätte ich das Buch vielleicht auch toll gefunden. Als ich den „Werther“ im Studium las, dachte ich: Schade, fünf Jahre zu spät. Manchmal kommt ein Buch eben zur falschen Zeit. Ich bin mir sicher, in einer anderen Lebensphase, zum Beispiel in meiner Ehekrise, hätte ich den „Steppenwolf“ auch gut gefunden. Vielleicht warte ich einfach auf eine andere Phase im Leben und lese ihn dann noch mal.

Als Person finde ich Hesse dennoch auch jetzt sehr interessant, weshalb ich mir jetzt die Hesse-Biografie von Heimo Schwilk gekauft habe. Ich werde berichten.

Das Haus der Vergangenheit – Schon wieder dieser Traum…

Schon wieder habe ich von dem Haus geträumt, in dem ich mit meinem Ex-Mann gewohnt habe und er mit meinem Sohn immer noch wohnt, dem Haus, das ich vor dreieinhalb Jahren mit meiner Tochter verlassen habe.

Wie immer war es total realistisch. Ich wusste, ich bin geschieden und eigentlich ausgezogen, aber ich war wieder eingezogen und wohnte bei ihm, obwohl ich mit ihm nicht mehr zusammen war. Das Ganze war so real, dass ich mir im Traum überlegte, ob ich nicht meine Wohnung kündigen soll, weil das Mietezahlen ja Unsinn sei.

Gerade, als ich beschloss, dass es mir in meiner Wohnung ja so viel besser geht, und ich wieder mit meiner Tochter in diese zurückkehren will, wachte ich auf.

Warum träume ich immer, dass ich wieder in das Haus ziehe?

Bis heute dachte ich, es geht darum, die Vergangenheit zu verarbeiten. Am Anfang träumte ich auch oft, dass ich mich wieder mit meinem Ex-Mann über die alten Themen streite. Inzwischen sind die Träume friedlicher geworden und ich habe eine neue Theorie: Vielleicht wollen mir meine Träume sagen, dass trotz meines Neuanfangs diese Zeit Auswirkungen bei allen Beteiligten hinterlassen hat, mit denen wir jetzt irgendwie umgehen müssen. Probleme, die meine Tochter jetzt hat, rühren zum Beispiel aus dieser Zeit, wo sie mich als schwache Mutter erlebt hat und ich mich in Dingen, die wichtig gewesen wären, gegen ihren Vater nicht durchsetzen konnte. Ja, ihr habt richtig gelesen: nicht die Trennung hat die Kinder traumatisiert, sondern die schlimme Zeit davor. Beide Kinder waren für die Trennung, ungewöhnlich genug.

Ich habe meinen Frieden mit dieser Zeit gemacht, aber mein Unterbewusstsein nicht. Und es ist nicht zu leugnen, die Spuren, die diese Zeit des Sich-Tot-Stellens, des ewigen Kampfes, der Hilflosigkeit, des Abgewertetwerdens in meiner Psyche und sicher auch der meiner Kinder hinterlassen hat, sind natürlich real. Oft wundere ich mich ja, dass wir das – dank viel Unterstützung freilich – so gut weggesteckt haben.

Liebe ist… Gedanken zum Valentinstag

Es gibt viele verschiedene Formen von Liebe. Die moderne Psychologie unterscheidet zwischen Amor, Eros und Agape.

Amor ist die romantische Liebe.

Eros die sexuelle Liebe.

Agape die mitmenschliche Liebe.

Selbst wenn man in der romantischen Liebe kein Glück hat, kann man somit noch viel Liebe in sein Leben bringen. Gerade die mitmenschliche Liebe wird dabei häufig unterschätzt. Die Liebe, die man gegenüber seinen Kindern oder Freunden empfindet, ist eine wundervolle Erfahrung und oft stabiler als die romantische Liebe und als der Eros sowieso. Deshalb sollte man es sich zum Beispiel gut überlegen, ob man mit einem Freund eine Affäre anfängt.

Der Valentinstag ist natürlich der Tag der romantischen Liebe, Thema in unzähligen Gedichten, Bildern und philosophischen Abhandlungen. Sie wird häufig als Quell höchsten Glücks angesehen. Das kann sie sicher sein, aber leider auch der Ursprung größten Unglücks. Wem das Herz gebrochen wird, der ist am Boden und verliert jede Lebenslust. Umgekehrt ist ein frisch Verliebter wie auf Droge und im Gehirnscan kann man sehen, dass die Regionen für das logische Denken schachmatt gesetzt sind. Verrückt, was die Liebe mit uns macht! Auf die Liebe!

Das ist ja spannend!

Alfred Hitchcock, the master of suspense
(Bild: Wikipedia)

Wie ich heute in einem Kommentar auf „Mias Anker“ bereits ausführte, habe ich gestern für mich beschlossen, wenn mich eine Situation oder Person stresst oder nervt, laut zu sagen: „Das ist ja spannend!“

Das ist für mich ein rundum positiver Satz, den ich hier auch schon öfters für Beiträge auf anderen Blogs verwendet habe, die ich spannend, im Sinne von interessant fand.

Diese positive Besetzung werde ich nun versuchen, mir zunutze zu machen, wenn ich mal wieder an einer Situation oder meinen Mitmenschen verzweifle. Damit wird etwas Negatives in eine Herausforderung oder einen interessanten Betrachtungsgegenstand umgedeutet:

Meine Mutter sagt nun allen Leuten unaufgefordert „die Wahrheit“, kündigt ihrer Putzfrau, mit der sie angeblich befreundet war, und droht meinem Vater, auf Kur zu gehen, und sich einen Hallodri anzulachen – das ist ja spannend!

Menschen in meinem Kollegium, die fragwürdige Charaktereigenschaften und/oder Kompetenzen haben, bewerben sich für Führungspositionen – das ist ja spannend!

Meine Freundinnen und ich stellen fest, dass man es plötzlich deutlich sieht und merkt, dass wir älter werden – das ist ja spannend!

Ich bin gespannt, ob mich dieser Kniff entspannter und optimistischer werden lässt.