Leute, ich bin nicht mehr Zwölf

Gggr, was habe ich bloß an mir, dass ich ständig von irgendwelchen Leuten gemaßregelt werde? Ich bin doch nicht mehr Zwölf, ich finde, ich bin aus dem Alter raus, wo man Standpauken gehalten bekommt.

Lustigerweise kriege ich immer von den Leuten einen Vortrag gehalten, von denen ich denke, ein bisschen gute Erziehung hätte denen auch nix geschadet. Oder Sensibilität oder Nachdenken oder Höflichkeit.

Ich habe den Verdacht, dass ich diesen Menschen, manchmal ein bisschen zu viel Unbeschwertheit und Lebensfreude ausstrahle. Und das wollen sie mir dann verderben. Oder sie denken gar nicht nach. Oder sie haben sonst keine Probleme. Es bleibt mir ein Rätsel. Ich hätte da gerne manchmal eine Tarnkappe. Vor manchen verstecke ich mich auch tatsächlich ein wenig… Vielleicht wird es besser, wenn ich älter werde…

Nachtrag:

Aufgrund einiger Missverständnisse in den Kommentaren sehe ich mich gezwungen genauer zu werden: Mir wird nicht vorgeworfen, dass ich unsensibel oder unhöflich bin. Vielmehr stören sich diese selbsternannten Moralapostel zum Beispiel an meinem lockeren Verhältnis zu meinen Schülern, meinem eher entspannten Verhältnis zur Ordnung und meinem Umgang mit meinen Kindern, der mehr auf Erklärungen als auf Strafen setzt.

ICH finde allerdings, dass diese Personen unsensibel und unhöflich sind. Teilweise kann ich ihnen das aber schlecht sagen (zum Beispiel, wenn es meine Vorgesetzte oder meine Vermieterin ist, auch bei Kollegen oder anderen Müttern hält man oft besser die Klappe). Mir wird „nur“ vorgeworfen, dass ich meine Rolle nicht so ausfülle, wie sie es gerne hätten. Aber ich hätte die auch in vielen Dingen lieber anders. Nur halte ich denen keine Vorträge darüber. Weil es eh zu nix führt. Weil man ganz verschiedene Werte hat.

Warum ich eine Traumtänzerin bin 💃

Quelle: Kunst für Alle
 

Ich bin eine ganz große Traumtänzerin, Verdrängerin, Optimistin. (Je nach dem, wie man das jetzt formulieren will.)

Ich habe theoretisch schon ein paar  Probleme, die mich belasten könnten, aber ich ignoriere das die meiste Zeit, weil ich an denen eh nix groß ändern kann. (Zum Beispiel am Verhalten meines Exmannes oder meiner Kollegen, der Arbeitslosigkeit meines Mannes, dem seelischen Zustand meiner Mutter usw. usw.)

Manchmal fühle ich mich wie Tom aus dem Comic „Tom und Jerry“, der auf dem Sprungbrett in der Luft weiterläuft, obwohl das Brett längst zuende ist. Aber erst, als er nach unten guckt, stürzt er ab.

Deshalb gucke ich möglichst einfach nicht nach unten.

Und manchmal wachsen mir auch Flügel, wenn ein Traum wahr wird: Meinen Mann gefunden zu haben ist so ein Geschenk des Himmels. Da tanzt die Traumtänzerin… 💃🦄✨

In Tränen ausgebrochen

Quelle: tatooscout

… bin ich gestern bei der Arbeit. Auslöser war eine zwischenmenschliche Reiberei. Einen Moment war einfach alles zu viel, das Bild, das andere von mir haben, die Art, wie wir miteinander umgehen. Der ganze Scheiß.

Gab im letzten Jahr ein paar so Situationen, wo ich gedacht habe, boah, ist das ätzend.

Bin leider wegen meiner hormonellen Umstellung sehr nah am Wasser gebaut zur Zeit. Ohne Tränen kommt man natürlich souveräner rüber und fühlt sich auch so.

Keine Sorge, heule mehr privat, im Job nur viermal in 18 Jahren. Davon zweimal innerhalb der letzten acht Monate. Die anderen Male, einmal am Berufsanfang und einmal mit zwei kleinen Kindern und durchwachten Nächten. Dennoch: nicht gut, die Häufung in letzter Zeit.

Schaffe es aber eigentlich immer, dass nur vertrauenswürdige Menschen die Tränen sehen. Wobei ein Problem ja ist, wem ich noch vertrauen kann…

Zum Glück sind die Schüler süß.

 

Warum ich manchmal der „Bachelor“ und Co. gucken muss

Ja, ich oute mich jetzt: Manchmal muss ich Trash wie ‚Der Bachelor“, „DSDS“ oder „GTNM“ gucken.

Ich weiß, dass manche jetzt aufschreien, von wegen frauenverachtender, verdummender Müll. Aber ich nehme das gar nicht ernst. Ich finde das entspannend und außerdem gucken meine Schüler das auch und dann kann man das im Unterricht auch mal kritisch thematisieren. Soziologisch ist es eh interessant, was für Leute zum Beispiel ausgewählt werden, sagt viel über den Zeitgeist aus und hat sich mit der Zeit durchaus gewandelt.

Manchmal gucke ich nur rein, manchmal fiebere ich auch richtig mit, gebe ich zu.

Fernsehen ist eben „Opium fürs Volk“.

Insgesamt fällt mir allerdings auf, dass ich seit ich nicht mehr in einer frustierenden Ehe feststecke, mich viel weniger durch Fernsehen ablenken muss.

Einen richtig netten Film, ob im Fernsehen oder auf DVD gucke ich mit meiner Tochter aber immer noch gern, zum Beispiel „Zoomania“, wo sehr goldig in Zeichentrick Probleme wie Ausgrenzung und Vorurteile behandelt werden. Der Jugendroman „Tschick“ von Herrendorf wurde zum Beispiel auch super verfilmt. Ist ein richtig cooler Roadmovie geworden, wo es um die Freundschaft von zwei Außenseitern geht. Der absolute Lieblingsfilm von meiner Tochter und mir ist „Traumfrauen“ ist auch superlustig, nimmt die Probleme, die man als moderne neurotische Frau von heute hat, herrlich auf die Schippe.

So, jetzt habe ich mich geoutet. Ich glaube, letztlich stehe ich doch auf Qualität…

Schon wieder Migräne

… oder Spannungskopfschmerzen oder aufziehende Erkältung, was weiß ich. Ist so zermürbend. Hatte eigentlich den Eindruck, es wird besser, seufz.

Also gut, Vitamin B nehmen, gehe trotzdem arbeiten, ist nicht lang heute (und Schmerzen noch aushaltbar) und dann Nickerchen, Qi Gong, Entspannungsmusik.

Die Menschen, die praktisch nie Kopfschmerzen haben, wissen echt gar nicht, wie das ist. Naja, vermutlich haben sie dafür eine andere Baustelle. Hatte früher auch Gastritis. Aber die Beschwerden haben sich vom Magen in den Kopf verlagert, seit ich Zwanzig bin. Im Magen ist ja das Urzeithirn. Vielleicht habe ich mich ja weiterentwickelt, wenn ich jetzt mit dem Kopf reagiere. Bin tatsächlich weniger emotional als früher und durchdenke die Dinge mehr.

Ach ja, und bei existenzbedrohlichem Stress kriege ich natürlich Herzbeklemmungen, so einen Stress hatte ich in meiner Kindheit und Jugend gar nicht. Das nennt man dann wohl eine schöne Kindheit.

Meine Vision von mir im Alter

Man hat ja so ein bestimmtes Bild von sich, wie man im Alter sein wird.

Ich sehe mich vor mir mit Naturfalten und naturgrauem Wuscheldutt, leichtem Übergewicht, aber aufrechter Haltung und auf keinen Fall in Altersbeige mit farbig abgestimmten Schnürschuhen. Eher wie jetzt mit Freude an Farbe und Mustern und Faible für Halstücher mit Print. Diese Vorliebe habe ich, seit ich Fünfzehn bin, und wird sich nicht mehr ändern.

Ansonsten hoffe ich, dass ich noch spazieren gehe (joggen eher nicht), immer noch einmal die Woche im Fitnessstudio trainiere und mit meinem neuen Mann (mit dem ich hoffentlich noch lange zusammen sein kann) nach wie vor gerne nach Straßburg oder Paris fahre. Mit anderen Worten: ich hoffe, dass ich noch möglichst lange fit bleibe.

Vom Charakter kann ich im Großen und Ganzen bleiben, wie ich bin. (Sag ich jetzt mal großspurig.) Vielleicht ein bisschen gelassener noch, aber nicht scheintot. Als denkender politischer Mensch will ich mich über manche Dinge immer aufregen können. Das ist Zeichen eines wachen Geistes. Auch Neues werde ich hoffentlich noch lange gerne ausprobieren, kann mir aber vorstellen, dass damit auch irgendwann mal gut ist.

Von meinen Interessen her gehe ich davon aus, dass ich immer noch lese und schreibe, mich gerne mit Leuten treffe und natürlich hoffentlich engen Kontakt zu meinen Kindern habe. Das alles geht hoffentlich auch noch, wenn ich körperlich vielleicht nicht mehr so fit bin irgendwann.

Mal sehen, was wird. Ich bin gespannt. Und ein wenig demütig, niemand weiß schließlich, was ihn erwartet…

Schnarch! Gähn!

Schnarch! Gähn!

Wie kann man nur so müde sein

Das geht in meinen Kopf nicht rein

Ich könnt den ganzen Tag nur schlafen

Empfinde Aufstehen und Arbeiten als schlimme Strafen

Und wenn ich mit der Arbeit fertig bin

Leg ich mich sofort wieder hin

Gähn, trotzdem euch allen einen guten Tag!