Bla, blabla, blabla

Bei den „Peanuts“ reden die Erwachsenen aus Sicht der Kinder nur „bla bla“. 

So geht es mir in manchen Kontexten auch. Gerne, wenn Leute vorgeben, erwachsen, gebildet oder éloquent zu sein und sich hinter Fremdwörtern oder Phrasen verstecken. Manchmal muss ich dann sogar lachen. 

Wenn man wie ich mit Jugendlichen arbeitet, ist man es gewohnt, klar und offen zu reden und ebensolche Antworten zu bekommen. 

Manchmal fällt es dann schwer, in die Erwachsenenwelt zu switchen und wieder vorsichtige, sogenannte Heckenausdrücke wie „ich finde“, „ich denke“ zu benutzen, hinter denen man sich verstecken kann. Ich verstecke mich nicht gerne. Und ich mag es auch nicht, wenn andere sich verstecken. Ich empfinde (Heckenausdruck!) offene Worte in einem Diskurs immer als hilfreich, sofern sie nicht beleidigend sind und man den anderen respektiert und ihm zuhört.

DAS fällt mir unter Erwachsenen freilich auf, da wird nicht offen rumgepöbelt wie unter Kindern und Jugendlichen, sondern vornehm verpackt unglaubliche Frechheiten gesagt, die mancher vermutlich erst zu Hause im stillen Kämmerlein erfasst, und dann tagelang über eine schlagfertige Antwort nachsinnt.

Manchmal habe ich schon überlegt, ob es gesünder für eine gute Atmosphäre wäre, einfach mal rauszugehen, sich wie Jungs eine Runde zu kloppen und dann ist es gut, der Dampf ist abgelassen und man kann sich wieder vertragen. Wäre natürlich barbarisch, würde aber andererseits vermutlich für weniger bleibende Wunden sorgen, als diese unterschwelligen Angriffe.

Vielleicht wäre es auch eine Lösung, einen Punchingball aufzustellen und wenn man wegen irgendeinem Vorfall auf 180 ist, könnte man sich da mal abreagieren. Manchmal liegt der Streit nämlich gar nicht in dem aktuellen Gegenüber begründet, sondern in einer ganz anderen Begebenheit. 

In diesem Sinne: eine friedliche Adventszeit!

2 Kommentare zu „Bla, blabla, blabla

  1. Tja, Aggressionen sind keine reine Männer-Domäne, auch, wenn die Art jene auszuleben, bei Mann und Frau verschieden sein mag. Auch die so genannte Bildung spielt eine Rolle, jedoch nur die Töne betreffend, nicht die dahinter stehenden Prinzipien. Der Umgang damit – auch für mich immer wieder ein Thema.

    Ja genau, in dem Sinne:
    Einen friedlichen ersten Restadvent Dir!

    Gefällt 1 Person

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