Her mit der Farbe! – Übers Farbe bekennen

Bis vor wenigen Jahren war es für mich noch ganz klar: Schwarz ist meine Lieblingsfarbe. Elegant, cool, intellektuell, schlicht, passt immer.

Abends ging ich immer in Schwarz weg, tagsüber kombinierte ich Schwarz mit anderen Farben. Schuhe, Handtaschen usw. kaufte ich am liebsten in Schwarz. 

Jetzt habe ich seit ein paar Wochen eine neue Brille in angesagtem Pastellrosa, für die ich viele Komplimente bekommen habe, und werde langsam, aber sicher, farblich völlig enthemmt für meine Verhältnisse. Hatte gestern curryfarbenen Pulli und buntes Halstuch (siehe Foto) an und habe förmlich gespürt, wie mich die Energie durchströmt hat.

dav

Im Rückblick hat sich dieser Wechsel zu mehr Farbe in den letzten Jahren langsam vollzogen und hat sicherlich auch mit einem Farbebekennen in anderer Hinsicht zu tun. Seit ich mich von meinem damaligen Mann getrennt habe, tastete ich mich langsam heran, innerlich wie äußerlich farbiger zu werden: Erst über Nagellack, dann kamen Animalprint und andere Muster (gerne Ringel) hinzu. Insgesamt zeigte ich mit meiner Kleidung und meinem Auftreten zunehmend: Schaut her, ich bin attraktiv und selbstbewusst, mit mir muss man rechnen! Klar gehört Schwarz noch zu meinem Repertoire, aber inzwischen zeige ich gerne mehr. Das gilt auch für die charakterlichen Facetten. 

Im Beruf traute ich mich plötzlich unter dem schockstarren Blick der Kollegen ehrwürdige Kolleginnen Einhalt zu gebieten und es passierte – nichts. Außer, dass ich Respekt erhielt.

Andererseits kann ich jetzt auch problemloser zu meinen Schwächen stehen als früher und damit leben, dass ich nicht jedem gefalle. 

Vielleicht ist das dieses Erwachsenwerden, von dem alle immer reden. Etwas spät vielleicht, aber fühlt sich gut an.

11 Kommentare zu „Her mit der Farbe! – Übers Farbe bekennen

  1. „Schockstarre“ – man bedenke, die andern müssen das verkraften! Einer kam mal frühmorgens radschlagend ins Lehrerzimmer. Man staunte nur kurz, dann raste man weiter, jeder mit seinem reichhaltigen, fordernden Tagesprogramm, keine Zeit für „Mätzchen“. Der Radschlager ist heute ordentlicher Schulleiter! – Und mir geht`s gut, wenn du verstehst! 🙂
    Hauptsache, du trägst keine selbstgefilzte lila Unterwäsche 🙂

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  2. Mir geht es ähnlich, auch wenn es spät ist, dennoch die Freude darüber ist groß einen Schritt weitergekommen zu sein, welchen man früher nicht für möglich gehalten hätte.
    Liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

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