Houston, wir haben ein Problem – Wie ich regelmäßig an den „kleinen Dingen“ scheitere

(Dies ist ein nicht ganz ernstgemeinter Artikel, der aber leider trotzdem einen sehr wahren Kern hat. Seufz.)

Ich bin jemand für die großen Dinge: Liebeskummer heilen, den Nahostkonflikt lösen, die Welttevolution planen. Dafür bin ich genau die richtige.

An den kleinen Dingen scheitere ich jedoch regelmäßig. Heute Morgen zum Beispiel daran, dass wieder dieses blöde Mittelteil in der Besteckschublade der Geschirrspülmaschine runtergekracht ist.

dav

Auch bei der Arbeit treiben mich die angeblich kleinen Dinge regelmäßig in den Wahnsinn: die Multimediaeinheit, die beim Schülerreferat rumzickt oder auch, obwohl reserviert, nicht im vorgesehenen Raum ist. Die Doppelbelegung von Zimmern, dass ich Vertretung gleichzeitig in zwei Klassen habe. Solche Dinge nerven mich total, weil sie so unnötig sind. Und teilweise auch an Egoismus und Schlamperei oder was auch immer liegen oder eben an den Tücken der Technik.

Wenn dagegen ein Schüler ein ernstzunehmendes Problem hat, das höre ich mir gerne an und habe vielleicht sogar ganz gute Tipps. Aber dieser Kleinkram, der zu so viel Reibungs- und Energieverlusten führt, der nervt mich gewaltig, je nach akutem Stresslevel mal mehr, mal weniger.

Wenn zum Beispiel die Geschirrspülmaschine oder Waschmaschine zickt, werde ich schnell ungeduldig. Diese Geräte sollen einfach gehen und gut. Wenn ich dann genervt irgendwas mache, führt das oft zu nichts Gutem. Die empfindliche Elektronik der sauteuren Waschmaschine reagiert jedenfalls schon leicht verstört auf mich. 

Früher hat mein Exmann all diesen Kram repariert und  dann gerne auch mal kommentiert, dass ich „dumm wie Scheisse“ (Originalzitat) sei. Kann ich auch darauf verzichten auf so eine Hilfe. Jetzt löse ich technische Probleme halt auf meine Art oder mit Hilfe des Klempners.

Was soll ich sagen, ich bin halt mehr Psychologin und Philosophin als Handwerkerin. Was  mich eigentlich nervt, ist glaube ich das Ausgeliefertsein in so Situationen bei gleichzeitiger Lächerlichkeit des Ganzen. Wenn ich schon ausgeliefert bin, soll es wenigstens ein echtes Problem sein, Liebeskummer, Streit mit einer Freundin, Sorgen der Kinder usw. Wie gesagt, da bin ich qualifiziert, da helfe ich gern.

Unter dem Wahren, Schönen und Guten mache ich es nicht. Aber leider funktioniert das Leben nicht so und der Philosoph muss auch mal Wäsche waschen. 

Und ich mich jetzt um das blöde Teil der Geschirrspülmaschine kümmern. 

16 Kommentare zu „Houston, wir haben ein Problem – Wie ich regelmäßig an den „kleinen Dingen“ scheitere

  1. Oh solche Tage kenne ich nur zu gute. Irgendwie Gedankenübertragung; ich habe gerade eben einen Beitrag für morgen geschrieben, der so ähnlich klingt wie deiner *LOL*…ich bin da ganz bei Dir, wenn etwas bei mir seinen Geist aufgibt und es hat was mit Technik zu tun, dann werde ich so richtig ungeduldig. Es ist das Gefühl, dass ich mich etwas ausgeliefert fühle. Meine Stärken liegen ganz wo anders ;-)….aber anscheinend teilen wir diese Problematik.
    Übrigens die Bemerkung von deinem Ex-Mann ist absolut unterste Schublade….ich kann es überhaupt nicht ab, wenn Männer sich wie Grosskotz aufführen (Sorry)…geht gar nicht…ich hoffe, du kriegst das schnell wieder hin mit deiner Geschirrspülmaschine…

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  2. Meine Spülmaschine zickt auch mal wieder und es macht mich dermaßen aggressiv!!!!! Genau, die Geräte sollen gehen und sonst nix. Punkt. Sie hatte kurz nach Ablauf der Garantie angefangen, das Wasser nicht mehr abzupumpen, dann habe ich im Internet darüber recherchiert und bin auf eine überraschende Lösung des Problems gestoßen: einfach das Programm starten, dann nach einer Minute kurz die Tür öffnen, wieder schließen und die Maschine läuft anstandslos bis zum Ende durch -_-

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    1. Haha, würde meine Mutter auch sagen. Ich schaffe es seit meiner Trennung den Alltag entweder so zu gestalten, dass er mir Spaß macht (zum Beispiel meinem Job, einkaufen, kochen usw.) oder ihn zu ignorieren (zum Beispiel nicht ausgepackte Umzugkartons). Aufregen tun mich nur noch die Dinge, mit denen beides nicht geht. Ist zum Glück nicht so viel. 😉

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