Ich hab’s satt – Aufschrei einer Überforderten

Mir reicht’s, Leute, ehrlich, vielleicht liegt es an dem Korrekturenstapel, dem Plätzchenbauch, meinen pubertierenden Kindern, meiner gerademal wieder nervenden Mutter, meinem vorm ersten Zusammentreffen mit meinen Eltern nervösen Partner oder dem Umstand, dass Weihnachten bei mir stattfinden wird – aber mir ist heute mal wieder mit voller Wucht deutlich geworden, wie es aussieht: Ich werde den Ansprüchen der anderen nie genügen können:

Ich werde nie

Schlank genug 

Verständnisvoll genug

Ausreichend ordentlich

Ausreichend gut kochend 

Eine vorbildliche Tochter

Eine vorbildliche Mutter 

Eine begeisterte Hausfrau

Eine perfekte Partnerin 

sein.

Ich habe diese ganzen Anforderungen so satt.

Mein Sohn sagt zu mir immer: Ich hab‘ dich lieb, Mama – wenn er mich besänftigen will. Dann sage ich immer: Ich hab‘ mich auch lieb. Und das meine ich auch so. 

21 Kommentare zu „Ich hab’s satt – Aufschrei einer Überforderten

  1. Es ist nicht einfach, sich nicht an den Ansprüchen aller anderen, die man zu leicht adaptiert und die man nie erreichen kann, zu messen. Ich kämpfe auch noch damit. Eine meiner Freundinnen ist schon weiter, aber auch noch nicht so weit, dass sie ihrer Überforderung Herrin würde – denn sie MUSS weiter sein im „ich will Deine schlechte Laune nicht“ und „ich bin daran nicht schuld“ sowie „ich muss das nicht für dich tun“, sonst würde sie permanent schreien. Ich lerne von ihr und versuche, für sie da zu sein, wenn sie es mal wieder nicht von sich weisen kann.

    Dennoch oder gerade deswegen ist es wichtig, sich abzugrenzen. Nicht, dass es einfach wäre. Aber kaum etwas, das lohnt oder wichtig ist, ist einfach.

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    1. Bin da normal inzwischen schon sehr gechillt im Vergleich zu früher. Aber manchmal kriege ich einfach den Hass und wünsche mir von Herzen, ich wäre ein Mann. Ich bin mir sicher, dann wäre ich in aller Augen ein toller Hecht mit meinen Eigenschaften: Ich bin gut im Job, witzig, charmant und intelligent, sage ich jetzt mal ganz großtuerisch. Nur als Frau bin ich ständig im Rechtfertigungszwang. What a bullshit!

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  2. Nagt da was am Selbstbewusstsein…?
    Du bist toll, so wie du bist und die Anforderungen stellt man sich meistens selbst, steckt seine Ziele und Erwartungen zu hoch…
    Lässt sich durch Kommentare anderer leicht verunsichern. Das macht einen traurig, genervt, wütend. Mein Lieblingszitat von Mark Twain in solchen Momenten:
    „Bist du zornig, zähl bis vier, hilft das nicht, dann explodier!“
    Also, lass es ruhig mal krachen, wenn es nicht anders geht… Mir hilft das fast immer.

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    1. Haha, das ist kein Problem, es mal Krachen zu lassen! Und die Anforderungen stellen bei mir die anderen. Das kann ich ganz klar sagen. Da, muss man sich abgrenzen, das kostet Kraft, aber es lohnt sich, wie Talianna schon sagte. Schon, dass meine Tochter sieht, dass Frauen auch so sein können wie ihre Mama 💪

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  3. Reicht es nicht, wenn wir uns selbst genügen? o. k. dann knallt es mal so richtig aber dann leben wir nach unseren Maßstäben…. und es knallt immer wieder… aber besser so, als staendig etwas zu tun, was einem nicbt gefaellt. Tete

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    1. Ja, ich weiß. Es knallt ja auch ständig. Und immer zu kämpfen ist halt auch anstrengend. Einer allein kann die Normen nicht ändern. An Weihnachten oder im Stress fällt es halt besonders auf, da ist man dünnhäutiger. Und der Mensch ist halt ein animal sozial.

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      1. Ich weiß, kostet ne Menge Energie. Aber anders gehts eben auch nicht. Ich kenne auch die Kämpfe mit meiner Mutter… aber irgendwie habe ich das Gefühl, wirds bei uns langsam besser. Halte durch…. Gute Nacht…

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  4. Ich werde nie…
    …Schlank genug 
    Na, wenigstens etwas: Eine Frau, die man(n) auch anfassen kann – nicht bloß immer zum „angucken“!
    …Verständnisvoll genug
    Wenn Frau weiß, was ihr wichtig ist, kann sie es nicht immer allen anderen recht machen.
    …Ausreichend ordentlich
    „Wir haben Teller. Bei uns muss man nicht vom Fußboden essen können.“ (Zitat unbekannt)
    …Ausreichend gut kochend 
    Ist McDoof eine Alternative? Wenn nein: wo ist das Problem? Wenn ja: wo ist das Problem?
    …Eine vorbildliche Tochter
    War Deine Mutter eine vorbildliche Tochter?
    …Eine vorbildliche Mutter 
    War Deine Tochter schon mal Mutter?
    …Eine begeisterte Hausfrau
    Das Heimchen am Herd ist ja mal ganz nett. Aber auf die Dauer ist jemand zum Pferdestehlen besser.
    …Eine aufschauende Partnerin 
    sein.
    Na Gott sei dank. Die meisten Männer können mit verkappten Sklavinnen nicht viel anfangen. (Außer Muttersöhnchen vielleicht… Gilt übrigens auch für die meisten anderen Punkte.)

    Vielleicht sollte ich noch dazu sagen:
    – Das ist meine bescheidene Meinung.
    – Ich bin „nur“ ein Mann.
    👍🍀🤗

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  5. Ich werde nie …

    Na und? Reicht doch, wenn Du dein Bestes gibst. Und DIR damit genügst.

    Irgendwann ist das eh alles Schnee von gestern. Dann sind die Kinder aus dem Haus, die Mutter nicht mehr unter uns und auch der Mann ist erwachsen 😉

    Bis dahin – sei Dir selbst eine gute Freundin!

    Grüße aus dem Tal der Wupper.

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  6. Ho, ho, mal ganz langsam. Niemand ist perfekt. Immer mit der Ruhe. Wer alles will, hat am Ende nichts. Die „Erbsenzähler“ beachte ich zum Beispel gar nicht. Die lenken nur von ihrem eigenen Unvermögen ab. Etwas mehr Selbstvertrauen ohne Überheblich zu werden ist immer sehr nützlich. Eines nicht vergessen .. man kann auch mal NEIN! sagen. Dann merken andere plötzlich was da fehlt.
    In diesen Sinne. Einen schönen, geruhsamen 3. Advent.

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  7. Manchmal muss man es soo satt haben, bis es gelingt all diesen Ansprüchen gar nicht genügen zu wollen, sondern seine eigenen zu finden und es toll zu finden, diese anzupeilen. Die anderen tragen so lange Ansprüche an uns heran, damit wir unsere definieren und sie leben lernen.

    Wissen tun wir oft alle was wir ändern wollen. Die Frage ist ja immer: Wie bekomme ich das bewerkstelligt? Was brauche ich dazu? Wie kann ich wachsen und mich verändern, dabei immer mehr ich selbst werden und bleiben?

    Und darauf gibt es womöglich nur individuelle Antworten und es braucht Zeit.

    Alles Liebe, immer ein Schritt nach dem anderen…

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