Frausein heute – Teil I

Ich bin mir sicher, sie meint es nicht so. Dennoch hat so ein Zitat meiner Ansicht nach eine verheerende Wirkung. Wir Frauen können so viel mehr als Hausfrau und/oder sexy sein. Dass eine der erfolgreichsten Frauen in der deutschen Medienwelt, eine Frau, die Unternehmerin und Macherin ist und Hirn und Humor hat, so etwas sagt, finde ich – ich weiß auch nicht genau: Unbedacht? Scheinheilig? Anbiedernd (an wen auch immer)? Da kann sie noch so sehr sagen, sie empfinde Frauen als stark. Ich finde es verkürzend auf uralte Muster. Und unklug. Selbst Barbie, in Millionen Mädchenhaushalten zu Hause, kann heute alles sein: Astronautin, Chirurgin oder Meeresforscherin.

Ich habe mal aus Unmut zu desinteressierten Mädchen in meinem Gemeinschaftskundeuntericht gesagt: „Schön sein und reich heiraten reicht heute nicht mehr. Schon wegen den neuen Scheidungsgesetzen.“ Mensch, ich will doch, dass die Richterin, Ärztin usw. werden, dafür kämpfe ich in meinem Job jeden Tag.

Und die Jungs? Gucken Pornos, im denen Frauen darum betteln, mit Penissen geohrfeigt zu werden. Das ist leider Realität, sorry. Manchmal, wenn ich irgendwelche Hollywoodbusters mit Frauen gucke, die ihre Brüste dekorativ in die Kamera halten und die Stirn wegen Botox nicht bewegen können, frage ich mich, ob Emanzipation für Hollywood heißt, dass Frauen jetzt auch ne Knarre in der Hand halten dürfen. Katherine Hepburn hatte in den 40er Jahren Stil und Text und wirkt auf mich intelligenter und emanzipierter in vielen ihrer Rollen als etliche Frauenfiguren heute. What a bullshit alles!

Seufz, dazu demnächst mehr an dieser Stelle.

14 Kommentare zu „Frausein heute – Teil I

  1. Das Eine, schließt das Andere nicht aus. Job und los lassen privat gibt es. Das Ziel kann ja nicht sein , dass aus Frauen weibliche Männer werden. Die wirkliche Freiheit ist, wenn jeder sein Leben so gestalten kann wie er möchte und nicht wie ihm andere einreden, dass es sein muss.

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    1. Ich rede niemand etwas ein, ich habe gesagt, Frauen können alles sein, aber das wird in Schönebergers Zitat nicht deutlich. Da werden nur alte Rollenklischees bedient.
      Ich bin total für Weiblichkeit, für den Haushalt weniger. Wenn sich da jemand entfalten will, kann er das aber gerne tun.
      Ich finde nur, man muss Schülerinnen zu zeigen, dass sie alles werden können. Und den Jungs, dass sie sich bewusst werden müssen, dass es nicht mehr normal ist, von einer künftigen Partnerin zu erwarten, dass sie sich allein Haushalt und Kindern widmet.

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  2. Ich gebe dir recht, wir koennen alles sein. Die Möglichkeiten, um das zu erreichen, haben wir heute. Auch wenn Frauen immer noch weniger verdienen als Maenner und auf ganz hohen Posten, auch immer noch unterrepräsentiert sind. Ich kann so ein Gelabere von Frau Schöneberger eigentlich gar nicht hoeren. Natürlich kann sie das sein. Geile Braut und Hausfrau… warum auch nicht!?? das koennen wir alle, wenn wir das auch wollen. Aber einen richtig anspruchsvollen Beruf auszuüben, Mutter sein, Hausfrau und noch geile Braut und das ganz ohne Unterstützung, das sind unsere Herausforderungen heute. Und das ganze noch am besten ohne einen Nervenzusammenbruch. Guter Beitrag uebrigens 😉 Schoenen Abend Tete

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  3. Die Barbara Schöneberger ist für mich das personifizierte Klischee .. wem der Schuh passt, soll ihn sich anziehen.

    Und die Jungs? Gucken Pornos

    Tja. Woran liegt das? Zum einen daran, dass viele Väter schlicht nicht präsent sind, da sie sich genötigt fühlen, via Karriere den Ansprüchen und Statussymbolen (den eigenen und denen ihrer Familie) Genüge zu tun. Das nötige Geld dazu fällt nun mal nicht vom Himmel, wer glaubt, „mithalten“ zu müssen, mit Haus, mit Reisen, mit Luxusgüter schon für die Kinder, der verkauft als Mann seine Seele und überlässt die nötige Initiation der Jungs den Müttern. Nicht, dass diese nicht willens wären, diese Aufgabe zu übernehmen. Sie können es nur nicht, da eine Frau andere Energien ausstrahlt als ein Mann. Somit tragen die Mütter ungewollt die Verantwortung mit für das Verhalten ihrer Söhne, wobei mir klar ist, dass die meisten Frauen das natürlich anders sehen.

    Das neue Scheidungsrecht? Feine Sache, endlich mehr Eigenverantwortung! Das sage ich als ein Mann, der nunmehr seit 2 Jahrzehnten Unterhalt zahlt, davon lange Jahre auch Ehegattenunterhalt. Und wenn ich damit „fertig“ bin, darf ich für meine greisen Eltern weiter zahlen 🙂 Geld muss sich bewegen …

    Frauen und Karriere? Na los doch! Wobei nicht jede das Glück hat, sich zu Lasten der Steuerzahler verbeamtet in einem beruflich sicheren Hafen zu wähnen. Weiter draußen darf Frau sich dem rauen Wind stellen und schauen, wo sie bleibt, in der Welt, wie sie nun mal ist. Dabei wünsche ich aufrichtig gutes Gelingen, mit dem frommen Wunsch verbunden, dass manche Frau die Männer angesichts der Realitäten da draußen besser verstehen lernt.

    PS: Ich arbeite in einem produzierenden Gewerbe und habe auch Kontakt zu Schichtarbeiter(innen) und Leiharbeitern. Sie müssen den sprichwörtlichen Dreck fressen und viele von ihnen bräuchten eigentlich Hilfe …

    Grüße & einen guten Morgen Dir !

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    1. Nee, redet auch in ihrem Magazin so. Was ich nicht mehr lesen werde. Begreift nicht, dass sie als Frau in der Öffenichkeit eine gewisse Verantwortung hat.
      Was mich so aufregt, ist ja, dass sie ja beruflich megaerfolgreich ist und dass auch geil findet. Darf man aber als Frau anscheinend immer noch nicht dazu stehen…

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      1. Komisch. Habe grade neulich in einem Interview von ihr gehört, dass sie Frauen in ihrem Magazin eben nicht ständig ein schlechtes Gewissen machen will durch „Tipps“ wie man sich hier und da perfektionieren kann.

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  4. Das Thema nimmt zu viel Platz in ihrem Denken und in ihrem Alltag (macht ja auch wie eine Irre Sport neuerdings) ein, das ist dumm.
    Sie hat ja abgenommen und war früher genauso erfolgreich, redet jetzt aber auch über Schönheits-OPs, obwohl sie doch durch ganz andere Dinge punktet: ihre freche Klappe zum Beispiel.
    Letztlich ist es vielleicht einfach schwer, eine Frau zu sein.🤷‍♀️

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