Warum habe ich all das überlebt?

Ich habe mehrere depressive Phasen, die Ehe mit jemand, der mich am Ende nur erpresst und niedergemacht hat, Mobbing in der Grundschule und eine hysterische Mutter überlebt und bin immer noch frohgemut, ein Quatschkopf, lebensfroh und optimistisch. Eine Steh-auf-Frau, wie eine Bekannte mal meinte. Ich weiß, dass man das in der Forschung „Resilienz“, Widerstandsfähigkeit, nennt. Aber ich glaube, das passt in meinem Fall nicht ganz, schließlich wurde ich aufgrund genetischer Veranlagung und Dauerstress depressiv.

Wie also habe ich überlebt? Ich frage mich das manchmal wirklich, staunend, dass ich all das überstanden habe… Mein Sohn sagt immer, er kenne niemand, der so gut gelaunt und gechillt sei wie ich (vielleicht macht das aber auch der Kontrast zu seinem Vater, lol).

Nun ja, es gab natürlich Jahre, da ging es mir total dreckig und gute Laune und Entspannen war zu Hause eher schwierig… Geholfen haben mir im Rückblick:

Mein Humor – ich habe selbst in der Klinik noch Witze gerissen (übrigens nicht als einzige).

Meine Tatkraft – ebenfalls dort habe ich eine Skatgruppe gegründet und wurde beauftragt in Abwesenheit des Physiotherapeuten den Qi Gong Kurs zu machen.

Medikamente – ich habe gemerkt, mir ging es nicht normal und habe darauf bestanden, was zu kriegen.

Freunde und Kollegen – die mich immer unterstützt haben, teilweise auch erleichtert, dass ich doch nicht die unbesiegbare Powerfrau bin.

Meine Kinder – als sie klein waren, wegen der Verantwortung für sie und jetzt, weil sie rückhaltlos hinter mir stehen und ganz großartige Menschen geworden sind.

Meine Schüler – die es eine Freude ist zu unterrichten. Nie kann man so ehrlich und wahrhaftig sein wie mit Jugendlichen. Und nie lernt man so viel.

Meine Selbstgefühl – ich fand mich immer gut und attraktiv. Selbst wenn ich am Boden war, konnte ich meist noch in den Spiegel gucken und sagen: Wenigstens siehst du gut aus.

Meine Offenheit – überall habe ich schnell Menschen gefunden, mit denen ich auf einer Wellenlänge schwimme.

Meine Lebensfreude – ich war immer überzeugt, dass das Leben schön ist. Wenn ich am Boden war, wusste ich immer, es wird wieder besser.

Ich drücke euch! Schön, dass es unsere Bloggemeinschaft gibt. 🦄🌻🌈

12 Kommentare zu „Warum habe ich all das überlebt?

  1. Du bist ein Freudenkind – Thats it :-)… meine Freundin sagt auch immer gerne zu mir, „auch wenn du niedergeschlagen bist, irgendwie habe ich das Gefühl, dir scheint trotzdem die Sonne aus dem A. :-)“. .. das hat mich immer extrem aufgebaut.

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  2. Ich frage mich auch oft, wie ich es geschafft habe, dass ich noch am Leben bin. Mir fallen ein:
    1. mein Optimismus
    2. meine ungeheure Kraft 🙂
    3. mein Organisationstalent
    4. mein Talent, schwierige Situationen geschickt auszusitzen
    5. World of Warcraft
    6. Katzen
    7. Alkohol

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  3. Ich habe schon lange den Eindruck, mit Dir könnte man sich auf einen Kaffee verabreden und dann gar nicht merken, wie sich das Café zum Restaurant wandelt, weil aus Kaffee- die Abendessenzeit wird und dann irgendwann rausfliegen, weil die Cocktailbar schließt. Weil was Du erzählst eine Achterbahn ist, die nie zu negativ wird, nie nur positiv ist – aber auch nie langweilig. Und nie ohne ein gewisses Stück „Oh, vielleicht hilft mir das auch noch!“.

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  4. Das kenne ich irgendwie sehr gut… oh wie gern mache ich weiter und erlebe mich gern als stark. Meine Erfahrung ist, dass jede schlimme Zeit etwas lehren soll, tut man es nicht kommt noch was oben drauf. Und so weiter. Und manchmal muss man alles verlieren was einen hält – auch innerlich, um zu wachsen. Deshalb kann das „immer wieder aufstehen“ auf der einen Seite eine Stärke aber auch eine Rebellion sein. Was ist wenn man mal nicht mehr aufstehen und weitermachen kann? Wenn man völlig rausfliegt aus dem gewohnten Takt? Wenn man alles hergeben muss weil man einfach nicht mehr kann? Weil man endlich verstanden hat, dass man auch nur ein Mensch ist der nicht alles packt? Das ist dann spannend, da entsteht Tiefe und was Neues. Deshalb kann aufstehen und weitermachen (was auch immer mein Mantra war) eine neue Flucht sein sich der Schwäche in einem selbst wirklich mal hinzugeben und still zu werden. Deshalb kann ein Nicht wieder aufstehen auch die größte Niederlage aber die eigentliche Stärke in einem hervorbringen. 🌈☀️🌸

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