Warum esse ich zu viel? – Reflexion meines Essverhaltens

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Es ist ein Elend, ein Trauerspiel, mit Sicherheit keine Erfolgsstory. In diesem Beitrag gibt es keine Lösung, kein Happy End.

Was soll ich sagen, ich bin übergewichtig. Ich esse zu viel. Es schmeckt mir zu gut. Ich kann das eine Zeitlang kontrollieren, aber nicht dauerhaft.

Ich kann aber nicht einfach sagen, egal, weil ich dann einfach stetig zunehme (das zeigt leider die Erfahrung) und jetzt schon Bluthochdruck habe.

Abnehmen ist für mich kein Problem, es dauerhaft zu halten schon.

Ich weiß nicht, wie manche Menschen es schaffen, dass Essen für sie kein Problem ist.

Mit dem Rauchen oder Saufen kann man einfach aufhören, mit dem Essen nicht. Man ist den ganzen Tag von Auslösern umgeben.

Ich esse zu viel

Wenn ich glücklich bin

Wenn ich gestresst bin

Wenn ich zornig bin

Wenn ich mich belohnen will

Wenn ich genießen will.

Von alleine ohne kontrolliertes Essververhalten nehme ich nur ab, wenn ich depressiv bin. Deswegen sehe ich dann immer am besten aus. (lol)

Wobei vielleicht eines meiner Haupthemmnisse beim Abnehmen ist, dass ich mich in jeder Gewichtsklasse attraktiv finde. (Wer jetzt sagt, super, dann iss doch, wie du willst, vergisst, dass ich dann einfach immer dicker werde und das ist einfach gesundheitsgefährdend). Wenn ich wie Kate Moss sagen könnte: Nichts schmeckt so gut, wie dünn zu sein, wäre ich dünn. Mir schmeckt nichts so gut wie Essen. Sorry. Und ich fühle mich mit zwanzig Kilo weniger (hatte ich schon, kein Problem) auch nicht so geil, dass ich nie wieder zunehmen will und freiwillig mein Essverhalten kontrolliere. Wie gesagt, es gibt keine dauerhafte Lösung. Nur ein ewiges Nachjustieren. Wenn ich das weglasse, wiege ich über 100 kg mit Grenze nach oben offen. (Alles schon gehabt. P.S.: Schilddrüse ist okay.)

Sport macht mir Spass, aber macht mich nicht dünner.

Weight Watchers hat geholfen, aber nervt mich den Rest meines Lebens.

Das gilt auch für Trennkost.

Low Carb macht mich aggressiv und verursacht mir Kopfweh (habe es gegoogelt, sollte man mit Migräneneigung auch nicht machen).

Der schlechtere Stoffwechsel in den Wechseljahren tut sein Übriges.

Aktueller Stand: Ich habe wieder zugenommen und bin jetzt dabei, wieder abzunehmen, was mir auch gelingen wird.

Aber ich weiß, letztlich gilt für mich das, was der großartige Mark Twain über das Rauchen sagte: Abzunehmen ist ganz einfach (bei Twain ist es zu rauchen aufzuhören) – ich habe es schon ganz oft geschafft.

Wenigstens bleibt mir der Humor.

30 Kommentare zu „Warum esse ich zu viel? – Reflexion meines Essverhaltens

  1. Guten Morgen 🙂

    Essen als Droge, hmm. Das geht, na klar. Alles hat eine Wirkung auf uns, besonders Fett, Zucker und Kohlenhydrate. Mir hilft ein auch diesbezüglich strukturiertes Leben, d.h., eine ausgewogene Mischung aus Gemüse, Eiweiß, Obst und Kohlenhydraten.

    Was geht (bei mir):

    Müsli, Trockenfrüchte, schwarze Schokolade
    Wenig Brot (Vollkorn)
    Tomaten, Gurken, alles Gemüse der Saison
    Gutes Öl (Olive, Raps, Lein und vieles mehr)
    Viel Obst und Nüsse
    Kartoffeln, Reis, Bulgur, Nudeln
    Fisch, Eier, Käse, Tofu in allen Variationen
    Selten Geflügel, und wenn, dann von frei laufenden Tieren.
    Gute Gewürze

    Was nicht geht (bei mir):

    Fastfood aller Art (selten mal `ne Pizza)
    Rotes Fleisch (Rind, Schwein)
    Alle Arten Wurst
    Konservierte Fertigspeisen
    Tiefkühl-Fertigspeisen
    Alkohol
    Süßigkeiten, Chips ect.

    Generell:

    Kein essen außerhalb der Mahlzeiten
    Mehr warm als kalt
    Zubereitung oft im Wok (schnell und schonend)
    Viel trinken (bei mir zwischen 3 und 6 Litern täglich, je nach Jahreszeit)
    Wenig Kaffee, mehr Tee (mehr grün als schwarz),
    Im Sommer viel Wasser (Leitung)
    Im Winter viel Ingwer-Aufgüsse

    Auslöser für diese Art der Ernährung, die ich von meinen Eltern nicht kenne, waren gesundheitliche Probleme (Arthrose, Bindegewebe) Erst langsam setze ich mich mit dem auseinander, was wir via hemmungslosen (Fleisch-)Konsum der Schöpfung antun.

    Lieben Gruß & einen guten Sonntag Dir!

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  2. Auch dieses Problem kenne ich :-)… wenn ich abnehme, meistens Stress bedingt, bin ich zwar sehr schlank aber dann vermisse ich meine weiblichen Kurven, nehme ich zu, passen mir meine Hosen in 38 nicht mehr :-(… was mich dann aych aergert. Ich glaube, ich habe da ein wenig ambivalente Gefühle *LOL*. Mein Humor verliere ich Gottseidank auch nicht. Ach es schmeckt einfach zu gut…

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  3. Zwei Gedanken zu Deinem Beitrag:
    – Essen ist eines der 16 Lebensmotive nach Steven Reiss. Diese Lebensmotive können unterschiedlich stark ausgeprägt sein, sind aber immer etwas „Lebenssinnstiftendes“ – sind also auch psychisch notwendig -> Psychohygiene.
    – Fettgewebe produziert Östrogen. Schlanke Frauen laufen im Alter Gefahr, vermehrt Krankheiten wie Osteoporose zu entwickeln, die durch einen zu niedrigen Östrogenspiegel entstehen können. Auch als Gegengewicht zum Anstieg des Testosteron nach den Wechseljahren bei Frauen ist es hilfreich – einfach um sich weiter als Frau zu fühlen.
    (Ich bin kein Arzt, habe aber durch meine Frau ein bisschen was zu diesem Thema mitbekommen…)
    🤓😉🤗

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  4. Ich esse auch furchtbar gern, weil mir viele Sachen ganz furchtbar gut schmecken – leider. Denn ich finde mich selbst nur geil, wenn meine Figur perfekt ist. Dafür verzichte ich auf Vieles, meistens kann ich mich selbst davon überzeugen, dass nichts so gut schmeckt, wie sich Dünnsein anfühlt. Wenn ich mal über die Stränge geschlagen habe, ziehe ich so bald wie möglich die Notbremse, denn 2 oder 3 Kilo sind schnell wieder weg, 20 dagegen nicht.

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  5. … viele sachverständige Kommentare gibt’s hier ja schon, da hab ich also überlegt, ob ich meinen Senf ;.-) noch dazu gebe. Doch ich beschäftige mich gerade mit Gewohnheiten und wie man unliebsame wieder los wird. Da könnte dies eine interessante Lektüre zu deinem Thema sein: Charles Duhigg „Die Macht der Gewohnheit“. In der Essenz geht es darum, die Auslöser ( das wäre hier, wann/wodurch der Impuls zu essen ausgelöst wird) zu erkennen, die Routine zu beschreiben (also essen) und die anschließende Belohnung auszumachen. Ist der Auslöser erkannt, wird die Routine geändert und danach setzt dennoch die erwartete Belohnung ein (z.B. gutes Gefühl, Entspannung etc) . Anschauliche Beispiele helfen dabei, sich selber auf die Spur zu kommen. Denn jeder Gewohnheit geht eine Entscheidung voraus, die im Laufe der Zeit allerdings nicht mehr bewusst ist, sozusagen wird irgendwann vom Gehirn am Bewusstsein vorbei entschieden und gewohnheitsmäßig gehandelt. Vielleicht ist das ja auch interessant für dich. Viele Grüße!

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  6. Ein Pommes Stick pro Tag über den Bedarf sind in 10 Jahren 10kg Gewicht. Man kann also nur korrigieren aber nicht täglich dosiert essen.
    Sport wirkt nachhaltig weil mehr Muskeln den grundumsatz erhöhen. Es muss aber auch Spaß machen, sonst erkauft man sich Gewicht gegen Lebenszeit, auch sinnlos.
    Viele neigen eben zu etwas mehr, muss man mit leben und ab und an gegensteuern. Wer das als Ausrede für extremes Übergewicht nimmt verkennt, dass er nur die Kontrolle über sich verloren hat. Es gibt kein Fett ohne Zufuhr von Essen.

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  7. also ich werd da jetzt hereingescheiteln …
    und ich habe ebenfalls eine 40jährige diesbezügliche karriere hinter mir. hab sicher schon mehr als 300 kg abgenommen und 500 wieder zu.
    seit 30 jahren ist ziemlich ruhe im karton.
    ich habe erkannt, dass ich frei bin. disziplin ist zwang! und mit zwang kannst du dich selbst nicht austricksen. weil er die unfreiheit immer wieder neu ernährt (!).
    natürlich ist das hier nicht so einfach zu erklären. da müsste ich (wieder einmal) ein buch drüber schreiben. mag ich aber nicht. eben, weil ich mich frei gestellt habe …
    aber als denkansatz und anregung zum perspektivenwechsel möchte ich es gerne herstellen.
    jeder mensch ist frei zu tun was er selber will!
    also ist es wichtig, zu lernen, zu erkennen, was man selber will und was man dadurch auch selber für sich tun WILL. fällt dir was auf? jeder zwang nimmt dir genau diese freiheit!

    schönen sonntag!
    lg lintschi

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  8. Ja, mit Disziplin habe ich es auch nicht so.

    Mich freigeben, in dem Sinne, es mit dem Gewicht einfach laufen lassen, will ich nicht (habe ich auch schon gemacht), weil ich dann erfahrungsgemäß immer dicker werde, jetzt in den Wechseljahren erst recht. Und das will ich auch nicht.

    Also gut, was will ich? (darüber habe ich mir in den Weihnachtsferien schon ausreichend Gedanken gemacht):
    Ich will wieder 10-12 kg weniger wiegen wie im Sommer, weil ich mich damit fitter gefühlt habe.
    Ich will bei Stress andere Lösungen als Essen benutzen.
    Ich will wieder bewusster essen.
    Ich will wieder mehr Sport machen (hatte nach Schleimbeutelentzündung nach Gürtelrose Zwangspause).
    Ich will manche Dinge (die Dinge, die zu meiner Gürtelrose geführt haben) nicht mehr so an mich ranlassen. (Und dabei etwas anderes als Speck als Schutzschicht benutzen.)

    Liebe Grüße und danke für deine Gedanken 🌈
    (Ich war mir lange nicht sicher, ob ich dir schreiben soll, weil du in deiner Lösung so sicher wirkst, aber jeder braucht halt eine andere…)

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  9. Nur nicht aufgeben! Ich esse auch oft zu große Portionen, vor allem, wenn ich schlecht drauf bin. Es hilft mir allerdings mein Gewicht zu halten, in dem ich 16-8 Fasten mache. Da dadurch auch eine Mahlzeit weg fällt, ist es nicht ganz so gravierend, wenn man mal übertreibt 🙂 Vielleicht ist das ja was für dich.
    Liebe Grüße
    Dorie von http://www.thedorie.com

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