Mein Körper, mein Freund

Statue von Aphrodite, der Göttin der Schönheit und Liebe (Quelle: Wikipedia)

Ich hatte vor zwei Tagen einen Chat mit einer lieben Freundin, wo es eigentlich nur darum ging, dass ich überlegte, ob ich nicht auch mal zur Kosmetikerin gehen sollte, weil sie gerade auch bei einer war. Im Laufe dieses Chats fiel mir dann wieder ein, warum ich das seit Jahren nicht mehr  mache.

Ich will mein Gesicht nicht als Problemzone sehen, genauso wenig wie meinen Körper. Deswegen benutze ich zum Beispiel auch kein Anticellulitisgel, keine Bauchwegcreme oder Bruststaffungscreme oder was es sonst so Tolles auf dem Markt gibt. Ich gehe auch nicht zur Lymphdrainage für schlankere Beine. All das habe ich vor Jahren schon mal ausprobiert und jedesmal gemerkt, dass ich mir damit nichts Gutes tue, auch wenn einem anderes suggeriert wird und es vielen Frauen sicher auch anders geht.

Ich fühle mich einfach wohler, wenn ich meinen Körper als Ganzes betrachte und ihn freundlich behandle und nicht als Ansammlung von „Problemzonen“ sehe. Wenn ich ihn liebevoll mit einer gut duftenden Bodycreme eincreme, fühlt sich das für mich einfach besser an, als ihn in Problemzone Oberschenkel, Bauch und Brust zu unterteilen und getrennt mit Spezialprodukten zu „behandeln“. Ich möchte meinen Körper als meinen Freund sehen, der mich durch mein Leben begleitet. Nicht als etwas, was es ständig zu optimieren gilt. Ich kann mich vor den Spiegel stellen und mich ohne Probleme schön finden, angezogen und nackt. Und ich empfinde es als kleinen Skandal, dass es ganz vielen tollen Frauen nicht so geht. 

Und mein Gesicht spiegelt meine Seele und meine Erfahrung wider. Ich nehme gerne eine Feuchtigkeitscreme mit Lichzschutzfaktor oder mache mal eine Entspannungsmaske. Aber schon bei Augenfaltencreme streike ich innerlich. Pflege soll für mich Wellness und liebevolles Jasagen zu sich selbst sein und nicht ein „Kampf“ gegen irgendetwas. Schon das Wort „Anti-Aging“ ist doch ein Fehlgriff. Ich will ja alt werden – und zwar entspannt und nicht im ständigen Hadern. Am besten man beginnt mit dem Blick auf sich selbst. Für mich funktioniert das gut. Und dass man halt manchmal doch mit seinem Aussehen  hadert, ist wohl normal. Und hatte ich mit Fünfzehn mehr als jetzt. 

 

 

 

19 Kommentare zu „Mein Körper, mein Freund

  1. Ich war noch nie im Leben bei einer Kosmetikerin, mit Wellness kann ich nix anfangen (außer es findet daheim in meiner eigenen Badewanne oder alternativ in einer Hotelbadewanne statt), noch nie war ich beim Frisör… ich mag es nicht, wenn irgendwelche Leute an meinen vermeintlichen „Problemzonen“ rummachen. Und ich habe ein Trauma in Bezug auf Frisöre – zu viele Bekannte haben schlechte Erfahrungen gemacht, meistens wurde zuviel abgeschnitten oder sie erkannten sich selbst nicht mehr wieder. Ich bin ich und ich will auch aussehen wie ich!!!

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  2. Ich sehe meinen Körper auch nicht als Problemzone, oder Teile davon.
    Dennoch möchte ich gut aussehen und tue dafür auch etwas. Das schon seit Jahren.
    Das mache ich nicht für andere, sondern ausschließlich für mich.
    Jetzt, wo ich älter geworden bin, habe ich auch viele Produkte schätzen gelernt, die meine Falten mindern. Das funktioniert erstaunlich gut. Hätte ich gar nicht gedacht.
    Ich möchte gar nicht erst so alt werden, dass mir mein Aussehen nicht mehr wichtig wäre.
    Was also ist daran so schlimm oder verkehrt, wenn man sich auch mit Faltencreme auseinandersetzt?
    Ich hardere mit der altersbedingten Veränderung meines Körpers. Deshalb habe ich aber dennoch nicht weniger Selbstbewusstsein. Auch wenn ich meinen Körper grad nicht so toll finde.

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  3. Ich habe früher viel geschminkt, um zu verstecken, was mich unsicher machte. Ich dachte, es sei die Erlösung, dass bestimmte Probleme nicht mehr da waren und ich nicht mehr schminken „musste“. Heute denke ich, dass vieles (wenn auch nicht alles) an diesem „Muss“ meine Unsicherheit war. Heute bin ich – und wenn mich jemand für älter oder was anderes hält, als ich bin, korrigiere ich höflich oder weiß, dass es das nicht wert ist.

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  4. Du bist eine schöne freie Frau, Wechselweib, das sehe ich ohne dich gesehen zu haben. Seele macht schön und du stehst sitzt liegst bei und zu deiner Seele. Das ist traut.

    Bei „Ich möchte meinen Körper als meinen Freund sehen, der mich durch mein Leben begleitet.“ hab ich gedacht:
    es geht auch: mich als meinen Freund sehen, der meinen Körper durch mein Leben begleitet.

    Aber ich glaube, die wahre, die vollständige Gestalt des Menschen ist das Paar.

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  5. 😉 Ich liebe es, sehr ganz gelegentlich mal zur Kosmetikerin zu gehen. Erstens ist die Frau eine echte Granate, ich meine, wenn sie erzählt, bleibt kein Auge trocken. Sie ist sehr viel jünger als ich, und ich bin platt, was sie alles schon gesehen hat, weiß, kennt, überdacht hat. Nein, natürlich lachen wir nicht nur. Es ist halt so ein frischer Blick auf alles, nur dafür würde ich schon kommen. Und zweitens finde ich es schön, dass diese sympathische Person mich „aufpoliert“. Sie guckt liebevoll auf meine Macken, sagt, was man da so machen kann oder was sie jetzt macht und freut sich, wenn’s nachher besser aussieht. Ich empfinde das als kleine Auszeit. Ich habe dann auch nicht das Gefühl, mich zu zerstückeln. Aber eben. Vielleicht bin ich zweimal im Jahr da. Doch dann ist es für mich ein Fest.

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