Andererseits… Die Sache mit dem lieben Geld (Ergänzung zum Beitrag „Panikanfall“)

Andererseits: Was bin ich froh, dass ich nicht, wie viele Frauen bei mir im Dorf zugeben, aus finanziellen Gründen bei meinem Ex geblieben bin. Ich habe schon immer mein eigenes Geld verdient, auch als die Kinder kleiner waren. Wie die kluge Coco Chanel einst bemerkte, geht Emanzipation nur mit finanzieller Unabhängigkeit.

Ich bin jetzt frei darin, Essen zu gehen oder mich wochenlang hauptsächlich von Pellkartoffeln oder Nudeln zu ernähren. (Low Carb ist zu teuer.) Ich kann mit meiner Tochter in einen Hotelurlaub fahren oder es lassen. Ich bin alleinerziehend und ich verdiene das Geld, ich bin der Bestimmer. Mein neuer Partner wohnt nicht bei meiner Tochter und mir, dadurch wird das noch verstärkt. Letztlich bleibe ich trotz Beziehung für meinen Alltag allein verantwortlich.

Und jetzt gibts halt wieder monatelang keine Extras, um die Extraausgaben abzustottern. Ich bin niemand, der ein Minus psychisch lange aushält. Mal klotzen und dann kleckern, heißt meine Devise zur Zeit. Finde ich persönlich besser, als immer zu knausern, das ist so freudlos. Bei meinem Exmann hat mich das verrückt gemacht, nie Essen zu gehen, nie einen normalen Urlaub, sich nie was gönnen. Und das hat sich auch mit neuer Partnerin nicht geändert, wie mir mein Sohn, der ja bei ihm lebt, berichtet.

Und ab September arbeite ich voll. Dann beruhigt sich die finanzielle Situation hoffentlich. Und für die Pension bringt es auch was. Geld ist eben auch ein Stück Freiheit für mich, dazu stehe ich.

14 Kommentare zu „Andererseits… Die Sache mit dem lieben Geld (Ergänzung zum Beitrag „Panikanfall“)

  1. Finanzielle Unabhängigkeit ist unbezahlbar, wie würdelos kann doch ein Bittgang sein.

    Geld ist ein seltsames Thema, wer kann schon sagen, was reicht, ohne gleichzeitig die eigenen Ansprüche zu offenbaren… Ich bin reich, weil es mir reicht. Für den einen ist es mehr, für den anderen ist es weniger.

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  2. Geld ist ein notwendiges Übel. Mein Glück ist, dass ich immer so viel hatte um damit auszukommen. Notfalls habe ich meine Ansprüche heruntergeschraubt und dann bin ich auch wieder ausgekommen. Mit der kleinen Witwenrente habe ich am Ende des Monats keinen Tag zu viel – aber es fehlt auch keiner. Es ist ein Nullsummenspiel!

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  3. Ich denke, die Panik ist auch ein Stückweit dem uns anerzogenen Sicherheitsdenken zu geschuldet (Lustige Wortspielerei). Und es wird ja auch immer wieder von Außen suggeriert, daß der Mensch nur etwas taugt, wenn er konsumiert. Vermutlich ist das ein bisschen Freiheit und Selbstbestimmung, wenn man sich das immer wieder bewusst macht und sich von der Panik nicht mitreissen läßt. 🙂

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