Panikanfall

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Ich hatte vorhin einen mittelschweren Panikanfall bei der Sichtung meiner Kontoauszüge. Es waren richtige Beklemmungen, die ich noch von früher kenne. So wie wenn einem ein Ungeheuer auf der Brust sitzt und die Luft abschnürt.

Ich hasse es, zu arbeiten und trotzdem wegen Sonderausgaben im Minus zu sein. Ich hasse es, dass ich mit schlechtem Gewissen in Urlaub fahren oder es bleiben lassen muss. Ich hasse es, dass mein Schatz immer noch keinen Job hat. Ich hasse es, dass ich nicht die Kraft und Nerven hatte, von meinem Ex bei der Scheidung für die Ausbezahlung des Hauses angemessen viel Geld zu fordern, weil ich gesundheitlich so angeschlagen war. Ich hasse es, dass Geld so eine große Rolle spielt.

18 Kommentare zu „Panikanfall

  1. Hmm. Der Umgang mit Geld, mit Materie, war auch für mich stets eine Herausforderung. Dazu etwas zu sagen, ohne belehrend zu wirken, ist nur schwer möglich. Vielleicht geht es, wenn ich bei mir bleibe.

    Fragen, die (ungebeten) auf mich zu kamen: Was glaubst du, was die Welt dir schuldig sein soll? Warum sollst ausgerechnet du nicht rechnen müssen? Was dazu führte, dass ich meine Ansprüche hinterfragte. Mein Verhältnis zum Geld ganz allgemein. Die persönliche Bedeutung von Besitz an sich für mich.

    Könnte mir denken, dass ich nicht der einzige war und bin, dem solche Fragen präsentiert wurden, werden 😉
    Und ja, ich komme von der „anderen Seite“, jene, die einst kräftig „gemolken“ wurde.

    L.G.

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      1. Dem gebe ich natürlich auch noch Geld ab und auf Unterhalt haben mein Ex und ich gegenseitig verzichtet und das Haus habe ich ihm gelassen und wollte nur das Geld, dass ich da reingesteckt habe.

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      2. Du hasst dich, weil du nicht die Nerven hattest, angemessen zu erstreiten. „Melken“ ist ein sehr emotionales Wort in dem Zusammenhang, ich weiß. Es gilt heute (auch vor Gericht) Gott sei Dank wieder das Prinzip der Eigenverantwortung, nachdem sich in den 90ern zwei von drei unterhaltspflichtigen Vätern (teilweise verständlich) ihrer Verantwortung entzogen haben.

        Du hast einen angesehenen, gut bezahlten und krisensicheren Beruf. Das ist eine Menge, finde ich.

        Von außen betrachtet – ich kenne deine Verhältnisse natürlich nicht. Auch weiß ich, wie Krankheiten einen ausbremsen können…

        L.G.

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      3. Ich habe die Formulierung im Text inzwischen geändert, ich habe auf eine angemessene Ausbezahlung der Haushälfte verzichtet, weil ich wusste, mein Mann führt den Psychoterror, den er in der Ehe betrieben hat, vor Gericht weiter. Unterhalt war eh nie Thema. Heute denke ich, ich hätte vielleicht für das Geld kämpfen sollen. Aber ich hätte das damals wegen meiner Depression nicht durchgestanden. Jetzt bin ich fit und ärgere mich manchmal… Ach, ist schwieriges Thema… 😬

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      4. Selbst zahle ich seit fast 21 Jahren Unterhalt, davon 15 Jahre auch Ehegattenunterhalt. Wenn ich mit der Unterstützung für meinen Sohn durch bin (die ich nie in Zweifel gezogen habe), kann ich vermutlich für meine Eltern weiter zahlen, falls ich meine Arbeit behalte.

        Geld will bewegt werden 😉

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      5. Ja, krass. Das neue Scheidungsrecht ist auf jeden Fall fairer. Bedeutet aber auch, dass die Frauen sich gut überlegen sollten, ob sie für Kinder ihren Job aufgeben. Das sage ich meinen Schülerinnen immer…

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  2. Klar spielt Geld eine Rolle, und zwar eine beträchtliche. Aber als Lehrerin hast du jedenfalls keine Kündigung zu fürchten und bist kreditwürdig.
    Gestern war ich mit einer Freundin unterwegs, die auch Lehrerin am Gymnasium ist und als Alleinerziehende einen Studierenden Sohn unterhalten muss. Sie bekommt nach all den Kürzungen heute noch 1100 E, wovon ihr für ihren Wohnungskredit 800 monatlich direkt abgezogen werden. Natürlich muss sie nebenher schwarz arbeiten, um zu überleben. Eine schwierige Situation. Du hast es soo schlecht nicht, also nicht panicken!

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  3. ich kanns mir denken, liebes Wechselweib, dass es nicht immer leicht ist. Hoffentlich wird es in der Zukunft ein bisschen einfacher, denn es ist tatsächlich nicht angenehm, so sehr aufs Geld schauen zu müssen. .

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  4. Kann mich wohl glücklich schätzen: Geld hat mich nie interessiert. Ich brauche nicht viel davon (für was gebe ich schon Geld aus?), zum Urlaub muss man mich schlagen, Kollegen beschreiben mich als „genügsam“ (ich weiß dann nie, was die meinen: Was könnte ich mir noch wünschen? Zum Glück weiß ich es nicht …), großer Genießer, der sich irgendwas gönnen muss, bin ich auch nicht.
    Einfach ab und zu ’n bisschen Wasser dran, bisschen Sonne und alles ist i. O.

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