Mal was ganz Persönliches – Einige Worte über meinen Glauben

nor

Mein Liebster sagt immer, Glauben ist „eine ganz persönliche Sache“ – und da hat er Recht. Oft habe ich den Eindruck, es ist in unserer Gesellschaft weniger tabuisiert, über Sex zu reden als über den Glauben, wobei das sicher immer vom konkreten Umfeld abhängt.

Ich jedenfalls glaube an Gott. So einfach ist das. Ein sehr guter Schüler aus meinem Neigungsfach Gemeinschaftskunde kann das immer gar nicht glauben, dass eine so aufgeklärte, intellektuelle Frau wie ich an Gott glaubt und auch noch offen dazu steht. Aber so ist es. Ich argumentiere dann immer, dass es genauso vernünftig ist, an Gott zu glauben, wie es nicht zu tun. Der Naturwissenschaftler Einstein, der mit gewissen Recht als „aufgeklärt“ gelten darf, sah zum Beispiel in den Gesetzen des Universums gerade eine Bestätigung für Gott!

Was soll ich sagen? Ich glaube einfach an Gott. Im meiner Jugend war ich mehr bei den Agnostikern, denn Zweifeln ist als Jugendlicher normal. Aber im Laufe meines Lebens habe ich die Gegenwart Gottes erfahren, so schwülstig das jetzt klingen mag: Ich habe gespürt, dass da jemand ist, der mich begleitet. Oder, wie Margot Käßmann mal gesagt hat: „Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand.“ Das empfinde ich als ungeheuer tröstlich.

14 Kommentare zu „Mal was ganz Persönliches – Einige Worte über meinen Glauben

  1. Eben, es ist gleichgültig, was andere denken. Es muss sich gut anfühlen. Ich kann mit dem Konzept verstandesmäßig nicht viel anfangen, glaube aber, dass es oft leichter ist, wenn man es kann.
    In absoluten Krisen bin ich mir übrigens auch nicht mehr so sicher.😉

    Gefällt 1 Person

  2. Ich denke: Wer zweifelt hat sich selbst noch nicht gefunden. Wobei es für mich nicht relevant ist, wie der „Glauben“ aussieht – ob Christentum, Islam, Buddhismus, Bahei oder noch andere.
    Ich habe für mich meine Form von Pantheismus gefunden.
    Das wichtigste bei dieser Frage ist für mich die Toleranz.
    👍🙏🤗

    Gefällt 1 Person

  3. Da bist du glücklich dran, und ich freue mich mit dir. „Wer nicht an Gott glaubt, ist krank, wer nicht an Christus glaubt, unglücklich“, las ich mal und kann es nicht mehr vergessen. Leider hat der Mensch es nicht in der Hand, ob er glaubt oder nicht glaubt. Es wird ihm gegeben….

    Gefällt 1 Person

  4. Interessant, der Gedanke, man selbst tue nichts für seinen Glauben. Ich denke an das Wort „begnadet“, und, ja, vielleicht ist es so, dass man die Gnade des Glaubens bekommt. Aber dann? Ist man umgekehrt verdammt? Und gibt es dann keinen Weg, den Glauben zu gewinnen? So wie es sein kann, dass man den Glauben wieder verliert? Und hätte es dann überhaupt Sinn, Menschen für den Glauben zu gewinnen? Hmmmm? Vielleicht heißt Glauben in etwa „bedingungslos offen sein“ – um mal von dem „lieben Gott“ weg zu kommen. – Ehrlich? Keine Ahnung. Aber wir sollten vielleicht wieder öfter darüber reden.

    Gefällt 2 Personen

  5. Ich bin zwar Atheist – aber ich finde es unheimlich wichtig, dass Menschen einen Glauben an einen Gott haben und darin Kraft finden. Ich glaube auf jeden Fall an eine höhere Macht und die Energien. Was man nicht sieht, scheint es nicht zu geben. Aber es gibt viele Dinge, die man nicht sehen kann und sie sind da. Den Glauben an sich selber darf man nur nicht verlieren.

    Gefällt 1 Person

  6. Wenn man sich vorstellt, ein „Schwarzes Loch“ hätte lediglich die Masse unserer Erde – was ja eigentlich ein völlig bescheuerter Vergleich ist, denn die Masse eines Schwarzen Loches können wir uns gar nicht vorstellen – so hätte es die fenomenale Größe einer Kirsche.
    Dies wiederum stellt alle unsere physikalischen Gesetze außer Kraft.
    Und ich bezweifle, dass wir jemals herausfinden, wie wir uns das erklären sollen.
    Also, gibt es offenbar Dinge, die wir einfach nicht begreifen.
    … und warum soll „Gott“ unter diesen Dingen nicht dabei sein?

    Gefällt 2 Personen

  7. Viele Jahre habe ich eine unstillbare Sehnsucht nach spirituellen, religiösen Themen mit mir herumgetragen, immer innerlich unter Druck nicht esoterisch oder „verstandeslos“ zu werden, „was da wohl die Leute sagen!“
    Ich habe lange gebraucht (und brauche noch) um anzunehmen, dass das, was ich jetzt als „meinen Glauben“ bezeichne, richtig und gut ist und genau so sein darf.
    Wenn ich nun, mal mehr, mal weniger diese „Gottesnähe“ spüre, fühle ich mich gehalten in einer Präsenz, unabhängig von Zeit und Raum. Ich lasse mich von Texten und Ritualen unterschiedlicher Konfessionen berühren und spüre dem göttlichen Funken nach, wie ihn die Quäker verstehen. Mein persönliches, metaphorisches Ostern ist die Auferstehung, Wiederlebendigwerdung meines eigenen Glaubens, nach seinem Verstummen vor über 15 Jahren.
    Ich übe weiter, Hingabe und Hinhören. Weil es einfach da ist und ich mich dem nur zuwenden brauche um teilzuhaben.
    Danke für deinen Impuls und die Möglichkeit, hier über diese Erfahrungen in den Austausch zu kommen!

    Gefällt 3 Personen

    1. Sehr sehr gerne! 😃🦄🌈
      Vielen Dank für den Einblick in deine Erfahrungen! 😃
      In meiner neuen Beziehung empfinde ich es als unheimlich schön, diese Spirituelle teilen zu können. Tiki und Marion Küstenmacher schreiben in ihrem großartigen Buch „Simplify your Love ❤️“, dass die spirituelle Ebene wie der Wein ist, der im Garten der Liebe wächst.

      Gefällt mir

  8. Ich habe kath. Theologie studiert und deshalb denken die meisten Menschen, dass ich tiefreligiös bin. Wenn ich dann sage, dass Theologie eine Wissenschaft ist und ich deshalb nicht jeden Sonntag in den Gottesdienst rennen muss, verstehen das die meisten nicht. Sätze, die mit „Aber“ anfangen, habe ich dahingehend zur Genüge gehört.
    Ich glaube an Gott. Dieser Gott hat aber nicht zwangsläufig etwas mit Religion oder gar Theologie zu tun.
    Jüdische oder muslimische, atheistische oder buddhistische Freunde haben eines alle gemeinsan; sie glauben. Nicht mehr, nicht weniger. Es spielt keine Rolle, wie dieser Glaube aussieht, worauf er gerichtet (oder nicht gerichtet) ist oder wie er gelebt wird. Manchmal reicht es vollkommen aus, sich auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner zu begegnen.
    Du glaubst? Ich auch.

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s