Wieder mal mein altes Thema: Nähe und Distanz

Ich weiß nicht, ob jemand von euch das nachvollziehen kann. Ich verbringe lieber Zeit mit anderen, wenn ich gut drauf bin, wenn es mir gutgeht, ich, wie mein Papa sagen würde, „aufgeräumt“ bin.

Wenn ich unter Stress bin, habe ich das starke Bedürfnis, mich zurückzuziehen. Viele Kollegen und auch Freunde von mir sind da ganz anders: Sie erzählen allen von dem Druck, unter dem sie stehen, wollen Ratschläge oder aber meistens nur sich einfach mal ausheulen, Verständnis finden, Ablenkung suchen, was auch immer.

Wie ich in den letzten Wochen wieder feststellen musste, ticke ich völlig anders: Ich muss mich unter Stress auf mich selbst konzentrieren, meine Kräfte bündeln. Meine Energien bei mir behalten.

Dadurch entsteht zwangsläufig ein Ungleichgewicht: Bei mir weinen sich viele Menschen aus, lassen ihr zerrüttetes Selbstbewusstsein aufrichten, ihre Energien aufladen, was auch immer. Ich dagegen helfe mir meistens am besten selbst.

Die einzigen, die mich im Stress nicht nerven, sind meine Kinder und mein Mann. Sie sind gewissermaßen ja auch ein Teil von mir und sie können mich auch in Extremsituationen einfach nehmen, wie ich bin: ob in totaler Rage, als Häufchen Elend oder am Rande des Nervenzusammenbruchs…

15 Kommentare zu „Wieder mal mein altes Thema: Nähe und Distanz

      1. Solch Patchwork erlaubt ja oft eine besseres Verhältnis von nah und fern (und damit auch mehr Unterstützung) als die traditionelle Familie, die so manches Mal ängstlich zusammenklebt, wenn sich Risse zeigen. .

        Gefällt 2 Personen

  1. Früher war das bei mir auch sehr stark so
    Jetzt ist es ausgeglichener
    Tierheim Ananda ist geschlossen … aber meinen Stress bau ich nicht mehr nur alleine ab
    Was anderes sind meine Rückzugszeiten
    Meine Ruhe brauch ich ausreichend … sonst geht gar nix mehr

    Gefällt 1 Person

  2. Ich glaube, dass das aber normal ist. Wenn wir im Stress sind, entwickeln wir eine Art Tunnelblick. Für unsere Vorfahren in den Höhlen war das überlebenswichtig.
    Wenn ich im Stress bin, kann ich meinen Mann überhaupt nicht brauchen 😉
    LG Sabienes

    Gefällt 1 Person

    1. Unterschiedlich: Manche entwickeln den Tunnelblick (oft die Männer, die in der Steinzeit die Jäger waren) und manche jammern rum (in meinem Umfeld mehrheitlich die Frauen, haben in der Steinzeit am Lagerfeuer auch schon die Gemeinschaft durch gemeinsames Klagen gestärkt.)
      Ich fokussiere mich und schalte auf Überlebensmodus, aber bei meiner Familie finde ich Kraft und Trost, die kann ich da gut um mich haben.

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  3. Ich weiß es natürlich nicht. Ich lebe alleine. Da ist das Gleichgewicht zwischen Nähe und Distanz eventuell einfacher zu halten. Mir wird es gelegentlich auch zuviel. Dennoch habe ich es auch schon oft erlebt, dass ich durch Ablenkung besser Stress loswerden kann. Dass ich mein Herz mit anderen leichter öffnen kann als alleine. Auch wenn die nerven. Meine Erfahrung ist, ich weiß oft gar nicht, was gut für mich ist. Nicht, weil ich mich nicht kenne. Sondern weil ich vergesse, wie widersprüchlich das Leben sein kann.

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