„Keep it small and simple“ đŸ„”đŸž

… ist ein alter Grundsatz der Schauspielkunst, den man auf viele Bereiche ĂŒbertragen kann.

Übertreibung ist beim Schauspiel peinlich, wenn man nicht gerade in einer Oper sitzt, da gehört es zum guten Ton.

Beim Essen ziehe ich ein Butterbrot mit Tomate oder Kartoffeln mit Quark, wie ich an dieser Stelle bereits ausfĂŒhrte, jederzeit einer ĂŒberteuerten exaltierten selbst ernannten Haute Cuisine vor.

Beim Kleidungsstil finde ich es auch schöner, es einfach und schlicht zu halten: Jeans oder Rock, im Zweifel ein gestreiftes Shirt oder eine bedruckte Bluse (blau-weiß oder schwarz-weiß), Ohrringe, fertig. Ich brauche keine Markenklamotten, habe immer nur zwei Paar Schuhe in Gebrauch und bin eher der lĂ€ssige Typ. Im Bad bin ich schneller als mein Mann.

Trotzdem habe ich den unheilvollen Hang, Dinge, die ich mag, in großer Menge anzuhĂ€ufen: Bodylotions, Dusch- und Badeutensilien, Lidschattenpaletten, Dekokram, BĂŒcher (auch sehr viel sehr leichte Literatur), Zeitschriften, bunte HalstĂŒcher undsoweiter.

Inzwischen spĂŒre ich die Last von all dem Kram und sehne mich auch hier nach BeschrĂ€nkung: als Kind öffnete ich immer gerne die SpiegelschrankseitentĂŒr meines Papas im Bad: Niveacreme, Rasierschaum, Rasierpinsel, Aftershave fertig. Ich liebte diese Schlichtheit fand sie anziehender als die tausend Cremes und Lippenstifte bei meiner Mutter. Das Fach meines Vaters strahlte aus: ich konzentriere mich aufs Wesentliche, ich habe mein Leben im Griff.

Ich will meinen Alltag auch wieder in den Griff kriegen, sehne mich nach Reduktion, Einfachheit und Struktur.

In der KĂŒche ist es dank der Ausmistaktion meiner SchĂŒler schon vollbracht, meinen Kleiderschrank habe ich mir gestern vorgenommen und das BĂŒcherregal ja schon vor lĂ€ngerer Zeit. Das nĂ€chste Projekt wird sein, allen Kram im Bad aufzubrauchen und sich in Zukunft auf je ein Exemplar von Waschlotion, Duschgel, Bodycreme, Shampoo, Haarkur usw. zu beschrĂ€nken.

Auf meiner Waschbeckenseite habe ich es schon geschafft: da steht nur noch eine ph-neutrale Waschlotion, die ich fĂŒr HĂ€nde und Gesicht benutze, ein NagelbĂŒrstchen, Zahnpasta und eine Dose Niveacreme.

8 Kommentare zu „„Keep it small and simple“ đŸ„”đŸž

  1. Gut, was du dir vornimmst!
    Im Urlaub merke ich jedes Mal, wie wenig ich zum guten Leben brauche! Tisch, Bett, Schrank…Im Bad nur das Nötigste, ja, so kommt man rum…und die paar BĂŒcher natĂŒrlich noch, und Stifte, und Briefpapier, und…lĂ€chel….

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  2. Man findet doch immer so Ecken…
    Seit eine Kollegin mir von ihrem Auszug aus der gemeinsamen Wohnung mit ihrem Sohn erzĂ€hlt hat, ĂŒbe ich mich in Gedankenspielen… Das grĂ¶ĂŸte Problem ist meistens: Wo fange ich an? Beim Kleiderschrank fĂ€llt es mir am leichtesten, da war noch nie viel.
    Solange ich mehr entsorge als nachzukaufen, bin ich einigermaßen zufrieden.

    GefÀllt 1 Person

  3. Ja, hm, echt – ? Ich liebe auch Tomatenbrote. Kartoffeln kann ich sogar ohne alles essen und lieben. Aber deshalb die Haute Cuisine nicht mögen? Und immer nur Streifen? Warum neigen wir dazu, uns festzulegen zu wollen. Ich bin die oder die oder so oder so. Klar ist es schön, Ordnung zu haben. Aber aus dem Vollen schöpfen ist doch auch toll. Warum nicht von beidem etwas?

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