Etwas bedrückt 😔

… bin ich, dass ich heute wieder Zeugin eines Beefs (= neudeutsch für Streit) in meiner einen Fachschaft wurde.

Zwei Kollegen reden nicht mehr miteinander. Da trifft Zicke auf Gockel und ich finde das alles so wenig konstruktiv und das Arbeiten erschwerend. Ich finde ja, man muss immer miteinander reden können. Aber mein Angebot als Fachsprecherin zu vermitteln, wurde leider abgelehnt. Schade.

Mich belastet so eine schlechte Stimmung in der Fachschaft ja immer. Auch das schlechte Gerede über den anderen. Will mir das nicht anhören müssen. Werde ich klarmachen.

Reflexion über das Empfinden von Zeit und Stress

(Habe ich heute gekauft und schon ein bisschen gestöbert, sind gute Tipps drin.)

Vor zehn Jahren hatte ich gefühlt nie Zeit und habe mich im berühmten Hamsterrad gewähnt. Jetzt ist das anders: Ich bin wieder Herrin über meine Zeit geworden.

Woran liegt das? Nun, ich bin weniger fremdbestimmt und mehr selbstbestimmt. Die Kinder sind größer und selbstständiger. Ich habe jetzt einen unterstützenden statt einen nörgelnden Ehemann (einen anderen nämlich), ich wohne in einer Wohnung statt einem Haus mit betreuungsintensivem Obstgarten. Ich muss nicht mehr dauernd Leute treffen, um mir etwas Gutes zu tun, weil ich mich in meinem Heim und mit mir selbst wieder wohl fühle. Ich wohne zentral statt abgeschieden und brauche daher weniger Zeit für Einkäufe und kann zu meiner Arbeit laufen. Ich habe 10 Jahre mehr Erfahrung in meinem Job und bin daher viel effizienter. Ich habe manche Glaubenssätze, die ich von anderen übernommen hatte, einfach abgelegt, weil sie sich als falsch erwiesen haben für mich.

Zum Beispiel: Vollzeit arbeiten als Mutter ist der Wahnsinn. Ein aufgeräumter Haushalt erfordert viel Zeit. Du bist nicht belastbar.

Das hat alles nicht gestimmt: Es geht mir gut, weil mein Leben jetzt stimmig ist.

Einen denkenswerten Abend

… in vielerlei Hinsicht habe ich gestern verbracht. Meine zwei Lieblingskolleginnen hatten mich vor Weihnachten daran erinnert, dass sie beide noch einen Essensgutschein bei mir einzulösen hatten und ich habe noch vor den Ferien den gestrigen Termin festgesetzt.

Es gab ein vegetarisches Menü, da die eine Vegetatierin ist (Mozzarella, Tomate, Basilikum – Vollkornnudelauflauf mit Zuccini und Ziegenkäse – Mousse au Chocolat) und viel Rotwein.

Es war ein schöner Abend, der allerdings nicht so ausgelassen wie erhofft war, weil zwei von uns (auch ich) schwer daran zu knabbern haben, das für uns wichtige Dinge keine Herzenssachen der neuen Schulleitung mehr sind. Die Dritte im Bunde fand auch die Schulleitung davor nicht so toll und sieht das Ganze daher nüchterner. Es tat gut, sich mal im geschützten Rahmen ohne die „Spitzel“ im Lehrerzimmer über unsere Empfindungen austauschen zu können, dennoch war ich etwas gedämpft und bedrückt nach dieser Runde.

Befreit aufspielen konnte ich dagegen, als meine Kolleginnen weg waren und ich mit meinen Kindern im Wintergarten saß und zu cooler Musik ausgelassen Dancemoves machte. Meine Tochter ging irgendwann ins Bett und ich saß noch lange mit meinem Sohn da. Wir sangen laut die Songs mit, er trank alkoholfreien Radler und ich Wein und wir schauten auf die Lichter des nächtlichen Bahnhofs. Und ich war einfach nur glücklich.

Schutzkleidung 🛡📿👜💄

… habe ich mir heute morgen angezogen. Die sieht bei mir zur Zeit so aus, dass ich durch meine Kleidung ausstrahle, dass ich eine seriöse Lehrerin bin, die an unangemessenen Ausrastern, Tratsch, unschönen Bemerkungen über andere und zu anderen nicht interessiert ist.

Ich bilde mir ein, ich strahle das durch meine betont seriöse Kleidung, dunkle Stoffhose, elegante Bluse, Cardigan plus klassische Ohrringe und Kette aus Perlen oder Gold aus. Gerne auch mal ein gemustertes Tuch dazu. Farben zur Zeit wieder Schwarz und dazu schwarz-weiße Muster oder Leoprint. Habe mir tatsächlich auch einen beigen Cardigan bestellt.

Außerdem schminke ich mich seit Weihnachten mit Lidstrich und Lippenstift. Leute, ich bin eine Lady, verhaltet euch ordentlich und mit Respekt in meiner Gegenwart! Ich muss sagen, es klappt ganz gut, stelle fest, dass Kollegen plötzlich den Drang haben, sich bei mir für emotionale Ausraster, von denen ich Zeugin wurde, zu entschuldigen. Und: ich werde charmanter und liebenswerter behandelt. Die Lady weckt den Gentlemen. Und die anderen Ladies.

Das habe ich mir von meiner Mutter abgeguckt, die wurde seit ihren 30ern immer respektvoll behandelt. Haltung zeigen: von außen und innen ist ihr Motto. Kleidung hilft dabei, kann aber auch ganz anders aussehen als meine natürlich.

Sozialer Schmierstoff 🌋🌩

… ist zentral. Das dachte ich heute wieder, als ein Kollege total ausgerastet ist gegenüber der Schuleitung, weil diese ihm fälschlich etwas vorgeworfen hat, was man fast schon als dem Verfolgungwahn geschuldet bezeichnen kann.

Nichts wirkt so erbärmlich wie fehlende Souveränität, was hier leider auf beide Seiten zutrifft. Die Nerven lagen wohl blank.

Diese Situation wäre nie so eskaliert, wenn die beiden vorher auf Respekt und Vertrauen eine solide Basis hätten aufbauen können. Daran mangelt es bei uns zur Zeit jedoch an allen Ecken und Enden.

Ich versuche bei alledem einen kühlen Kopf zu wahren und professionell zu bleiben.