Warum ich jetzt sagen kann, dass ich gerne Sport mache 🏃‍♀️💃🧘‍♀️🏊‍♀️🏋️‍♀️

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Manche Kinder waren ja mit ihren Eltern wandern, Skifahren, Segeln oder surfen. Bei uns sah das so aus: Wir fuhren mit dem Auto irgendwohin, wo es einen Wald, eine Burg oder sonstwas gab, liefen 1000 Meter, dann suchten wir uns Bank, von der aus meine Mutter die Aussicht und „die gute Luft“ bewunderte und sich sogleich eine Zigarette anzündete. Dann suchten wir ein Café oder Restaurant aus und dann fuhren wir wieder nach Hause.

Ich war nicht im Kinderturnen und nix und war deshalb im entscheidenden Nachteil gegenüber meinen Klassenkameraden im Sportunterricht, der für mich in der Grundschule die Hölle auf Erden war. Ich erinnere mich, wie ich mit dem roten Lederturnbeutel in der Hand klagend zu meiner Mutter guckte, die oben an meinem Fenster stand und mir zuwinkte, ich wollte nicht gehen, aber ich musste. Und wie immer machte ich Pokerface und Augen zu und durch. Der Schulweg erforderte täglich meinen Mut, weil ich dabei eine Strecke gehen musste, in der sämtliche Hundebesitzer ihre Tiere ausführten, vor denen ich eine Sterbensangst hatte. Einmal sah ich mich Auge in Auge mit einer weißen Dogge konfrontiert, die mich blutunterlaufen anguckte und ich dachte, mein letztes Stündlein habe geschlagen. Doch ich überlebte auch das. Ich muss sagen, dafür bewundere ich das kleine tapfere Mädchen von damals noch heute. Meine Tochter wirkt zwar tough, aber die würde sich weigern sowas durchzumachen. Die würde darauf bestehen, dass ich sie zur Schule begleite. Letztendlich war ich unglaublich mutig, weil ich so sehr Angst hatte, meine Angst zu zeigen, blieb mir keine Wahl.

Auch den Sport unterricht, ein nie endender Quell der Blamage, überlebte ich wundersamer Weise. Als ich Jazztanz machte, wurde es besser und im Studium machte ich sogar freiwillig Hochschulsport und ging Schwimmen. Später, als ich arbeitete, lernte ich Yoga, wechselte dann zu dem mehr tänzerischen Qi Gong und seit zwei Jahren jogge ich sogar, wobei ich allerdings ein Schönwetterjogger bin. Und all das macht mir Spass und ich fühle mich gut damit. Auch Wandern gehe ich mit meinem neuen Mann inzwischen gerne. Ich gehe außerdem seit 2011 ins Fitnessstudio, was ich kurzzeitig fürs Joggen aufgegeben hatte, bin aber wegen meiner daraufhin zurückgekehrten Kreuzschmerzen reumütig zurückgekehrt.

Spätestens, seit ich mit dem Joggen angefangen habe, ist mir klargeworden: Ich mache gerne Sport! Und im Gegensatz zu vielen Aussagen anderer mag ich nicht nur das Gefühl danach, sondern auch das Gefühl dabei. Nur das Aufraffen muss man in den Griff kriegen. Am besten durch feste Termine: So gehe ich zur Zeit jeden Montag ins Fitnessstudio und versuche, auch am Wochenende was Sportliches zu machen, Wandern mit meinem Mann oder joggen und im Winter halt einfach oft Qi Gong, was ich ohne Aufwand und wetterunabhängig zu Hause praktizieren kann.

Was soll ich sagen: Die Selbstaussage, dass ich unsportlich bin, stimmt definitiv nicht mehr. Ich bewege mich gerne – und habe es im Rückblick auch immer gerne getan. Außer vielleicht im Schulsport, wenn wir nicht gerade Tanz oder Leichtathletik hatten. Aber unsere Freizeit haben wir als Kinder und Jugendliche immer draußen verbracht: Fußball, Völkerball, Köpfer und Tauchen üben, wir haben uns immer bewegt und später sind wir noch am Wochenende in die Disco und ich habe getanzt wie der sprichwörtliche Lumpen am Stecken. Schön wars. Und schön ist auch jetzt. Und ich fühle mich supergut dabei, zu sagen: Ja, ich mache gerne Sport! Es geht sicherlich noch sportlicher, aber für mich habe ich ein gutes Maß gefunden.

That’s the spirit!

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Egal, was ist, am Ende wartet eh der Tod. So gesehen gibt es kein echtes Happy End im Leben. Dessen muss man sich ab und an bewusst werden. Allerdings liegt es größtenteils an uns, was wir bis dahin aus unserem Leben machen.

Ich bin froh, dass ich den Absprung ins Leben noch gekriegt habe. Meine Mutter verpasst ihn gerade und mein Papa muss aufpassen, dass er nicht mit runtergezogen wird.

Mach dich locker, Baby!

„Perfektion ist auch keine Lösung.“

(Natalie Knapp, Philosophin, in: „50 kluge Gedanken, die Kopf und Herz öffnen, Beiheft zu “ Brigitte“ 3/2019)

Natürlich sollte man seine Aufgaben gewissenhaft erledigen. Aber man sollte es eben nicht übertreiben, man muss nicht 120 Prozent geben, nicht mal 100 – 80 Prozent reichen in der Regel.

Wenn man alles mit dem Anspruch macht, perfekt zu sein, setzt man sich nicht nur selbst unter Druck, sondern geht auch seinen Mitmenschen oft mächtig auf die Nerven.

Eine gewisse Lockerheit entspannt das Klima enorm, beruflich und privat.

Oder wie der Enkel in dem genialen Film „Willkommen bei den Hartmanns“ mit seiner Band rappt: „Chill mal dein Gesicht, Mann, komm mal runter!“

PS: „Philosophin“, was für eine coole Berufsbezeichnung, verdient die damit wirklich Geld? Neid!

 

Glauben und Vertrauen

„Gott ist wie die Sonne, man kann ihn nicht immer sehen, aber er ist immer da.“

Das sagte mein Sohn in dem von den Konfirmanden gestalteten Gottesdienst letztes Jahr im April.

Daran musste ich gestern denken, als ich Tetes Beitrag über die Sonne las.

Ich finde diesen Satz von meinem Sohn sehr wahr und tröstlich.

Eines meiner anderen Lieblingszitate zu Gott ist ein jüdischer Witz:

„Mosche kommt in den Himmel und schaut sich mit Gott gemeinsam seinen Lebensweg an, der als Fußspuren im Sand erscheint. Mosche fragt Gott: ‚Und wem gehören die Fußspuren da neben mir?‘ Gott sagt: ‚Das sind meine. Ich habe dich auf deinem Lebensweg begleitet.‘ Da sagt Mosche sauer: ‚Und da, ausgerechnet in meiner schwersten Zeit, da sind nur zwei Fußstapfen. Wo warst du, als ich dich am nötigsten gebraucht hätte?!‘ Gott lächelt Mosche an: ‚Mosche, das sind meine Fußstapfen. In dieser Zeit habe ich dich getragen.'“

Warum sage ich manchmal nicht einfach Stopp?

Das habe ich mich gestern Abend am Ende des Tages gefragt. Der Tag war mega anstrengend, ich hatte von 7 bis 14 Uhr keine Sekunde Pause und lauter Herausforderungen. Morgens kranke Tochter zu Hause versorgt, dann Unterricht mit Tablet in der siebten Klasse, was ich gestern zum ersten Mal praktiziert habe (ist ein Schulversuch). Unvorhergesehenes Problemgespräch mit zwei Kolleginnen über Schüler, den ich als Mentorin betreue, in der Großen Pause. (Wo sich herausgestellt hat, dass sich die Mutter über mich etwas aufregt hat, obwohl sie zu mir am Telefon reizend war.) Neuer Kurs in den letzten beiden Stunden. Danach noch Betreuungsgepräch mit meiner Referendarin.

Danach war ich fix und fertig und war der Überzeugung, ich hätte mein Handy irgendwo verlegt. Alles Suchen und Mich-Anrufen-Lassen von netten Schülern und Kollegen brachte nichts. (Sind sogar mit anrufendem Telefon der Referendarin ins Klo gegangen, in der Hoffnung, dass es mir da irgendwo rausgefallen ist und wir es durch das Klingeln finden.)

Das Handy hatte ich in der Hektik zu Hause vergessen, wie sich dann herausstellte. Überglücklich bin ich daraufhin mit meiner Tochter Essen gegangen und dann haben wir Schuhe für uns beide für die neue Saison gekauft.

So weit so gut. Leider habe ich dann noch eine Mail an eine Kollegin aus dem Problemgespräch gesendet, weil mir das keine Ruhe gelassen hat. Das darauf folgende Hin und Her hat mich dann wieder mächtig aufgeregt.

Danach habe ich mich hingesetzt und gefragt, wie ich das in Zukunft besser machen kann.

Erstens: Wenn ich mit der Müslischüssel in der Hand dastehe und Kopfweh habe, werde ich meine einzige Pause verteidigen und ein Problemgespräch ablehnen und einen Alternativtermin anbieten. Ich habe ein Recht auf meine Pause!

Zweitens: Wenn ich mich dann abends wieder beruhigt habe, werde ich nicht mehr berufliche Mails schreiben, sondern das am nächsten Tag regeln.

Fazit: Ich werde versuchen, mehr auf mich zu achten. Besser für mich zu sorgen. Sonst werde ich es kaum schaffen, nächstes Jahr volles Deputat zu arbeiten. Also: Stopp sagen zu anderen und zu mir selbst.