Was ist eigentlich normales Essverhalten? Und wie komme ich dahin? Eine sehr subjektive Annäherung

(Das hat ein Kollege gerade auf den Tisch im Kaffeezimmer gestellt.)

Ich habe gerade ein für meine Begriffe sehr üppiges Frühstück gegessen: Laugenstange mit Butter und Gouda und dazu eine ACE-Trank. Hatte einfach das Gefühl, mein Körper braucht das jetzt. Spaßeshalber habe ich mal die Kalorien dafür eingegeben. Und voilà: Es waren 450 kcal. Also völlig okay.

Das hat mich ins Grübeln gebracht: Wann hat es eigentlich begonnen, dass ich gedacht habe, ein Frühstück dürfe nicht mehr als 200 bis 300 kcal umfassen? In meinen Zwanzigern glaube ich. Mein Problem war allerdings schon immer, dass ich lieber fünf kleine Mahlzeiten am Tag esse als drei ordentliche. Und dann nimmt man halt schnell mal zu viele Kalorien zu sich. Um mich herum frühstücken die meisten Kolleginnen Rohkost mit Magerquark. Finde ich als Zwischensnack okay, aber nicht als Hauptmahlzeit, und morgens brauche ich eh Kohlehydrate, um in Gang zu kommen.

Inzwischen habe ich festgestellt, dass es befriedigender ist für mich, mich dreimal richtig satt zu essen. Und zwischendrin echt nur einen Kaffee mit ein bisschen Obst oder so zu mir zu nehmen.

Ein weiteres Problem von mir ist, dass ich sehr schnell verführbar bin: Bei uns im Kaffeezimmer steht zum Beispiel ständig Kuchen rum und oft schaffe ich es da nicht, nein zu sagen. obwohl ich privat eigentlich nie Kuchen esse, ich bin mehr der herzhafte Typ. Heute (siehe Foto) kann ich der Verführung gut widerstehen, weil ich ja gerade gut gefrühstückt habe.

Ein weiterer Fallstrick von mir ist, dass ich gerne Essen gehe, das hat für mich was von Verwöhnenlassen, sich etwas gönnen. Leider weiß man nur nie so genau, was die da dran machen, so dass auch gesunde Essen häufig mehr Kalorien haben, als zu Hause. Aufgrund der Ebbe auf dem Konto ist Essengehen für nächsten Monate aber eh gestrichen.

Wenn ich unbeschränkt ohne „Regeln“ esse, nehme ich meistens zu, das ist natürlich für die Gesundheit nicht so gut. Da ich trotzdem gesund esse, waren und sind meine Blutwerte auch mit verschieden hohem Übergewicht immer okay, mein Blutdruck war allerdings bis vor Kurzem zu hoch. Daher bin ich sehr stolz und froh, dass ich seit letztem Jahr keine Blutdrucksenker und seit diesem Jahr auch keine Betablocker mehr brauche.

Trotzdem habe ich für meine Begriffe noch nicht zu einem gesunden normalen Essverhalten gefunden. Das würde für mich bedeuten: Ich ernähre mich gesund und indem ich auf meinen Körper höre und nehme dabei nicht zu, ohne ständig Kalorien zu zählen oder einem Abnehmprogramm zu folgen. Mir ist natürlich klar, dass das jetzt in den Wechseljahren immer schwieriger wird.

Für mich die größte Herausforderung ist, mich bei Stress oder Kummer nicht durch Essen und/oder Alkohol zu belohnen oder zu trösten. Das hat sich auch am Ende des letzten Schuljahres gezeigt, als ich durch akuten Stress Gürtelrose bekommen habe und danach einfach keine Lust mehr auf Weight Watchers hatte. Damit hatte ich letztes Jahr toll abgenommen, was auch nötig war, hatte am Ende aber eine Aversion gegen Null-Punkte-Lebensmittel wie Skyr, Lachs, Thunfisch und Ei. Und dann hatte ich wie gesagt total Stress und bin wieder in ein ungesundes Essverhalten verfallen.

Was also tun? Weiter montags ins Fitnessstudio gehen, zur Entspannung zu Hause Qi Gong machen und einmal die Woche joggen, jetzt wo es wieder wärmer wird. Bin ja Schön-Wetter-Jogger.

Und sonst? Ich suche noch meinen Weg: wenn ich einfach nicht drüber nachdenke, nehme ich immer noch zu. Davon will ich weg, aber ohne das Gefühl zu haben, ich bin ständig auf Diät. Ich will eine entspannte, aber bewusste Haltung zum Essen. Ich will es schaffen, auf meinen Körper zu hören. Und ich will auf keinen Fall in eine Körperablehnung geraten wie viele meiner Mitmenschen. Ich will mich weiterhin in meinen Körper wohlfühlen und diesen als meinen Freund sehen. Das ist mein Ansatz habe ich beschlossen: Mein Körper ist mein Freund, ich mag ihn, behandele ihn daher gut und arbeite mit ihm zusammen.

Mal wieder was Positives… 🦄🌷🐞

dav

Als heute mein goldiger Papa zu Besuch war, wurde mir mal wieder klar, dass wir beide über etwas verfügen, was die gerade so gehypte Resilienz, die Widerstandskraft gegen die Widrigkeiten des Lebens, sehr unterstützt: ein sonniges Gemüt gepaart mit einer gewissen Tatkraft.

Danke, Papa!🌷 Für deine Gene, dein Vorbild und deine Unterstützung!

Was Arbeitslosigkeit mit Menschen macht

(Quelle: 🌍 apotheke adhoc)

Ich sehe es aus nächster Nähe bei meinem Partner. Arbeitslosigkeit ist ein Gift, das langsam wirkt: Es zersetzt das Selbstwertgefühl, zerstört das Gleichgewicht in Beziehungen und rückt Geld in einen unangenehmen Focus.

Und ja, er schreibt dauernd Bewerbungen. Und ja, er bildet sich weiter. Und ja, ich unterstütze ihn finanziell und seelisch. Und ja, als wir uns kennengelernt haben, hatte er noch Arbeit. Und ja, seine seelische Gesundheit ist dadurch angeschlagen. Und ja, es belastet die Beziehung. Aber wir lassen es nicht zu, dass es das zu sehr tut.

Andererseits… Die Sache mit dem lieben Geld (Ergänzung zum Beitrag „Panikanfall“)

Andererseits: Was bin ich froh, dass ich nicht, wie viele Frauen bei mir im Dorf zugeben, aus finanziellen Gründen bei meinem Ex geblieben bin. Ich habe schon immer mein eigenes Geld verdient, auch als die Kinder kleiner waren. Wie die kluge Coco Chanel einst bemerkte, geht Emanzipation nur mit finanzieller Unabhängigkeit.

Ich bin jetzt frei darin, Essen zu gehen oder mich wochenlang hauptsächlich von Pellkartoffeln oder Nudeln zu ernähren. (Low Carb ist zu teuer.) Ich kann mit meiner Tochter in einen Hotelurlaub fahren oder es lassen. Ich bin alleinerziehend und ich verdiene das Geld, ich bin der Bestimmer. Mein neuer Partner wohnt nicht bei meiner Tochter und mir, dadurch wird das noch verstärkt. Letztlich bleibe ich trotz Beziehung für meinen Alltag allein verantwortlich.

Und jetzt gibts halt wieder monatelang keine Extras, um die Extraausgaben abzustottern. Ich bin niemand, der ein Minus psychisch lange aushält. Mal klotzen und dann kleckern, heißt meine Devise zur Zeit. Finde ich persönlich besser, als immer zu knausern, das ist so freudlos. Bei meinem Exmann hat mich das verrückt gemacht, nie Essen zu gehen, nie einen normalen Urlaub, sich nie was gönnen. Und das hat sich auch mit neuer Partnerin nicht geändert, wie mir mein Sohn, der ja bei ihm lebt, berichtet.

Und ab September arbeite ich voll. Dann beruhigt sich die finanzielle Situation hoffentlich. Und für die Pension bringt es auch was. Geld ist eben auch ein Stück Freiheit für mich, dazu stehe ich.

Panikanfall

nor

Ich hatte vorhin einen mittelschweren Panikanfall bei der Sichtung meiner Kontoauszüge. Es waren richtige Beklemmungen, die ich noch von früher kenne. So wie wenn einem ein Ungeheuer auf der Brust sitzt und die Luft abschnürt.

Ich hasse es, zu arbeiten und trotzdem wegen Sonderausgaben im Minus zu sein. Ich hasse es, dass ich mit schlechtem Gewissen in Urlaub fahren oder es bleiben lassen muss. Ich hasse es, dass mein Schatz immer noch keinen Job hat. Ich hasse es, dass ich nicht die Kraft und Nerven hatte, von meinem Ex bei der Scheidung für die Ausbezahlung des Hauses angemessen viel Geld zu fordern, weil ich gesundheitlich so angeschlagen war. Ich hasse es, dass Geld so eine große Rolle spielt.