Der Druck steigt ⚙

… und die Nerven werden dünner. Beide Kinder im Klassenarbeitsstress. Ich auch, plus allen möglichen Orgakram: schwachsinniger Termindruck von oben für unnützen, aber arbeitsaufwendigen Bürokratiequark. Wir werden von den Behörden ja jetzt qualitätsüberprüft. Da müssen Leute beweisen, dass sie ihr Geld für die Stellen wert sind, die eigens für sie geschaffen wurden.

Ich versuche, eins nach dem anderen zu erledigen und die Ruhe zu bewahren. Gelingt mir nicht so richtig, bin oft genervt, verzweifelt, erschöpft.

Bald sind zum Glück Ferien, da werde ich zwar auch korrigieren müssen, aber wenigstens kann ich ausschlafen und die Kinder sind gut gelaunt. Volles Deputat ist halt viel. Aber ehrlich gesagt, war ich sonst auch immer gestresst um diese Zeit … Kommt halt immer ne Menge zusammen kurz vor Weihnachten.

Habe gerade ein Buch weggeschmissen

…. , weil von ihm eine wahnsinnig negative Energie ausging. Es ging um das innere Kind. Und war aber so problemorientiert geschrieben, dass ich es einfach nicht weiterlesen wollte.

Ich weiß, dass man vieles mit der Vergangenheit erklären kann, aber ich wehre mich dagegen, alle Probleme, die man hat, auf die Kindheit zurückzuführen. Es gibt so viele weitere prägende Ereignisse.

Vor allem stört mich das Mütterbashing, das in diesen Büchern oft betrieben wird und das ich auch in meinem Umfeld bei Frauen in meinem Alter beobachte. Sorry, ich finde ab einem gewissen Alter sollte man aufhören, die Probleme, die man hat, auf seine Mutter zurückzuführen. Man hat sein Leben immer noch selbst in der Hand.

Advent – eine meiner liebsten Zeiten im Jahr 🌲

Heute hat eine meiner liebsten Zeiten im Jahr begonnen: Der Advent. Ich höre noch die Stimme meines Vaters, wie er mir jeden Tag eine Geschichte aus „Schnüpperle“ vorgelesen hat. Ich rieche noch den Duft der Butterplätzchen, die wir zu dritt ausgestochen und verziert haben. Ich und meine Eltern.

In der Adventszeit war ich immer versöhnt mit dem Leben – und so ist es auch heute.

Mit meinen Kindern habe ich eigene Traditionen begründet und diese tapfer auch in meinen dunkelsten Zeiten aufrechterhalten: Basteln, Backen, Weihnachtspopsongs hören, jeden Sonntag Advent feiern.

Ansonsten bemühe ich mich, seit ich erwachsen bin, um eine bewusste Entschleunigung in dieser Zeit. Ich bin nicht bereit, mich für die Schule oder Geschenke abzuhetzen. Das widerspricht für mich dem Geist dieser Zeit.

Ich gehe die Dinge langsam an. Das sage ich auch Schülern, Kollegen und meiner Familie. Gerade als Gegenpol zu der Hektik, die in diesen Wochen verrückterweise oft verbreitet wird

Ich brauche das einfach, Zeit zum Nachdenken, Lesen und Schreiben. Genau wie die Weihnachtsferien für mich Tage des Rückzugs und der Besinnung sind.