Die Nerven 😬

… lagen bei mir gestern blank, als ich meiner Vermieterin die alte Wohnung übergeben habe.

Ich hatte am Sonntag mit meinem Sohn wie eine Irre alles geputzt und gewienert, aber natürlich hielt sie sich mit den nicht perfekt geputzten Fenstern auf. Sie hat halt einfach das Meckergen.

Da ich ja schon aufs übliche Gemeckere gewartet hatte, bin ich für meine Verhältnisse leider ziemlich ausgerastet, was nicht dadurch besser wurde, dass sie bei jeder Gelegenheit nochmal mit einer Grundsatzkritik an mir anfing.

Zum Glück war eine Freundin aus dem Dorf dabei, die uns beide beschwichtigte und sich auch in der Rechtslage auskannte, so dass das Ganze dann doch noch einigermaßen glimpflich über die Bühne ging.

Ich bin sehr froh, dass ich da ausgezogen bin. Hatte ja sogar Alpträume von meiner Vermieterin immer wieder. Ich kann sagen, dass ich seit zwei Jahren kein nettes Wort mehr von ihr gehört habe. Als es mir nach der Trennung von meinem Ex-Mann schlecht ging, damals als ich eingezogen bin, war sie nett. Aber glücklich scheine ich für sie nicht ertragen zu sein. Ich glaube ja, sie ist einfach insgesamt ein ziemlich verbitterter Mensch, dem sein ganzer Besitz auch nichts nützt.

Was soll’s, aus und vorbei! Habe jetzt super Wohnung in toller Lage.

Bücher sind meine Freunde

Ich bin gerade dabei, mein Bücherregal einzuräumen und stelle wieder einmal fest, wie sich die Atmosphäre eines Raumes zum Positiven wandelt, wenn ein großes Bücherregal darin steht.

Ich kann von mir sagen, dass Bücher immer meine Freunde waren, sie haben mich begleitet in allen Lebenslagen und viele habe ich mehrmals in verschiedenen Lebensphasen gelesen.

Aber ich muss auch feststellen, dass ich mit ehemals heißgeliebten Büchern heute nichts mehr anfangen kann, weshalb sie nun doch den Weg in die Aussortierkiste finden, obwohl sie das große Ausmisten überstanden hatten. Zum Glück habe ich heute andere Themen als mit Dreißig.

Mich wie ich selbst fühlen

… geht zunächst einmal natürlich überall. Trotzdem ist mir, als ich gestern mit meinem Sohn (meine Tochter hat grippalen Infekt, wie ich schon beim Umzug) die alte Wohnung geputzt habe, wieder einmal aufgefallen, dass die Wohnung zwar sehr schön war, aber schon der Blick aus dem Fenster zwar idyllisch, aber aber irgendwie deprimierend.

Ich habe die letzten Jahre festgestellt, dass ich diese vereinzelten Häuser, in denen jeder buchstäblich sein Reich pflegt – oft mit Aldi-Pool, eigener Spielplatzanlage oder prämierfähig gestalteten Garten – irgendwie tragisch-einsam finde.

Diese Menschen müssen gar nicht mehr rausgehen in ihrer Freizeit. Dabei ist es doch viel geselliger, ins Schwimmbad oder auf den Spielplatz oder in den Park zu gehen und was mit anderen zu machen, auch mal Fremde zu treffen. Was nebenbei auch zu einer Erweiterung des Horizonts führt, was einigen Menschen auf dem Dorf echt gut täte. Auch mag Gartenarbeit für manche entspannend sein, aber Spaziergänge am Neckar oder in Parks oder Wäldern sind das auch und für mich eine wahre Wohltat für Körper und Seele.

Insgesamt entspricht es mir einfach mehr, in einer Mietwohnung (übrigens mit symphatischen Mitmietern) in der Stadt zu leben, schon allein wegen der Laufnähe zu Bäcker, Markt und Co. Den Neckar nicht zu vergessen.

Es ist Herbst

(Sonniges Herbstwetter nach tagelangem Regen, Foto von gestern Früh, als ich Croissants holen ging, zu Fuß, wie praktisch alles hier, hurra!)

… und ich lebe in einer Straße mit ganz vielen Kastanien, herrlich. Auch, weil dauernd freudige Menschen vorbeikommen, um sie zu sammeln.

Eine Freundin, machte mich übrigens darauf aufmerksam, dass es keine Kastanienallee ist, weil sich nur auf unserer Seite eine Kastanienreihe befindet. Sie meinte aber, „Halballee“ könnte man gelten lassen.

Neue Rituale

… beginnen schon sich einzuschleifen. So sitze ich jetzt nachts, wenn ich aufwache, immer am Esstisch (haben Wohnküche, hurra, und daneben direkt Mini-Wintergarten), trinke koffeinfreien Milchkaffee und schaue auf die nächtlichen Bahnhofsgleise.

Gefällt mir sehr gut. Fühlt sich heimelig an, weil es mich an die Wohnung meiner Oma erinnert, und frei, weil man die Möglichkeiten der großen, weiten Welt ahnt.

Eine Wohnung mit Ausstrahlung 💃🏻

… habe ich mir hier angelacht. Ich spüre, dass ich hier sehr glücklich werden kann.

(Blick aus dem Schlafzimmerfenster auf ein Mitglied der Kastanienallee)
(Ist eine ehrwürdige Altbauwohnung mit hohen Decken, in der man automatisch aufrecht geht.)

Mein Internet ist momentan so lala, wir arbeiten dran. (Sitze gerade in meinem Lieblingsrestaurant, in das ich jetzt laufen kann, und genieße das schnelle WLAN dort.)