Reflexion anlässlich von Doris Dörries „Lesen. Schreiben. Atmen“

Habe gerade Doris Dörries „Lesen Schreiben. Atmen“ zuende gelesen. Finde es ein wunderbares Buch.

Wie sie über ihr Leben schreibt, ist wahrhaftig, poetisch, melancholisch, lustig und weise.

Die Tipps für Schreibanlässe sind auch gut, aber deshalb habe ich es nicht gekauft. Einen Anlass zum Schreiben finde ich immer. Schon seit frühester Jugend. Seit einem Jahr nicht mehr nur für mich, sondern auch in diesem Blog. Heute hat mein Blog Jahrestag.

Ähnlich wie bei Dörrie ist für mich das Schreiben ein Weg, mein Leben zu begreifen: meine Freude, meinen Kummer, meine Zweifel und meine Erkenntnisse aufs Papier zu bringen. Privat schreibe ich nur handschriftlich. Aber auch hier schreibe ich die Dinge gerade so auf, wie sie mir in den Sinn kommen.

Buchtipp – Matt Haig: „Ich und die Menschen“

Dieses Buch ist atemberaubend komisch, weise und anrührend.

Der Plot klingt zunächst total abgedreht: Ein Außerirdischer hat von seiner Spezies den Aufrag, zu verhindern dass die Menschen, die auf ihrem Planeten als nur mittelmäßig intelligent, aber aggressiv und kriegerisch eingestellt gelten, eine durchbrechende mathematische Entdeckung machen.

Dafür wurde der Mathematikprofessor Andrew Martin ausgeschaltet und von dem außerirdischen Ich-Erzähler ersetzt.

Wie dieser aus seiner Perspektive das Aussehen der Menschen, ihre Welt und ihre Sorgen beschreibt, ist brüllend komisch und dabei sehr hellsichtig.

Letztendlich verliebt er sich aber nicht nur in Isobel, Andrews Frau, sondern lernt auch die Menschen und die Erde zu lieben.

Das alles ist zutiefst berührend: ein Loblied auf das menschliche Leben.

Wie so oft bei meinen Lieblingsbüchern, lese ich daher auch dieses Buch bereits zum zweiten Mal und genieße jede Seite.