Warum ich manchmal der „Bachelor“ und Co. gucken muss

Ja, ich oute mich jetzt: Manchmal muss ich Trash wie ‚Der Bachelor“, „DSDS“ oder „GTNM“ gucken.

Ich weiß, dass manche jetzt aufschreien, von wegen frauenverachtender, verdummender Müll. Aber ich nehme das gar nicht ernst. Ich finde das entspannend und außerdem gucken meine Schüler das auch und dann kann man das im Unterricht auch mal kritisch thematisieren. Soziologisch ist es eh interessant, was für Leute zum Beispiel ausgewählt werden, sagt viel über den Zeitgeist aus und hat sich mit der Zeit durchaus gewandelt.

Manchmal gucke ich nur rein, manchmal fiebere ich auch richtig mit, gebe ich zu.

Fernsehen ist eben „Opium fürs Volk“.

Insgesamt fällt mir allerdings auf, dass ich seit ich nicht mehr in einer frustierenden Ehe feststecke, mich viel weniger durch Fernsehen ablenken muss.

Einen richtig netten Film, ob im Fernsehen oder auf DVD gucke ich mit meiner Tochter aber immer noch gern, zum Beispiel „Zoomania“, wo sehr goldig in Zeichentrick Probleme wie Ausgrenzung und Vorurteile behandelt werden. Der Jugendroman „Tschick“ von Herrendorf wurde zum Beispiel auch super verfilmt. Ist ein richtig cooler Roadmovie geworden, wo es um die Freundschaft von zwei Außenseitern geht. Der absolute Lieblingsfilm von meiner Tochter und mir ist „Traumfrauen“ ist auch superlustig, nimmt die Probleme, die man als moderne neurotische Frau von heute hat, herrlich auf die Schippe.

So, jetzt habe ich mich geoutet. Ich glaube, letztlich stehe ich doch auf Qualität…

Schon wieder Migräne

… oder Spannungskopfschmerzen oder aufziehende Erkältung, was weiß ich. Ist so zermürbend. Hatte eigentlich den Eindruck, es wird besser, seufz.

Also gut, Vitamin B nehmen, gehe trotzdem arbeiten, ist nicht lang heute (und Schmerzen noch aushaltbar) und dann Nickerchen, Qi Gong, Entspannungsmusik.

Die Menschen, die praktisch nie Kopfschmerzen haben, wissen echt gar nicht, wie das ist. Naja, vermutlich haben sie dafür eine andere Baustelle. Hatte früher auch Gastritis. Aber die Beschwerden haben sich vom Magen in den Kopf verlagert, seit ich Zwanzig bin. Im Magen ist ja das Urzeithirn. Vielleicht habe ich mich ja weiterentwickelt, wenn ich jetzt mit dem Kopf reagiere. Bin tatsächlich weniger emotional als früher und durchdenke die Dinge mehr.

Ach ja, und bei existenzbedrohlichem Stress kriege ich natürlich Herzbeklemmungen, so einen Stress hatte ich in meiner Kindheit und Jugend gar nicht. Das nennt man dann wohl eine schöne Kindheit.

Meine Vision von mir im Alter

Man hat ja so ein bestimmtes Bild von sich, wie man im Alter sein wird.

Ich sehe mich vor mir mit Naturfalten und naturgrauem Wuscheldutt, leichtem Übergewicht, aber aufrechter Haltung und auf keinen Fall in Altersbeige mit farbig abgestimmten Schnürschuhen. Eher wie jetzt mit Freude an Farbe und Mustern und Faible für Halstücher mit Print. Diese Vorliebe habe ich, seit ich Fünfzehn bin, und wird sich nicht mehr ändern.

Ansonsten hoffe ich, dass ich noch spazieren gehe (joggen eher nicht), immer noch einmal die Woche im Fitnessstudio trainiere und mit meinem neuen Mann (mit dem ich hoffentlich noch lange zusammen sein kann) nach wie vor gerne nach Straßburg oder Paris fahre. Mit anderen Worten: ich hoffe, dass ich noch möglichst lange fit bleibe.

Vom Charakter kann ich im Großen und Ganzen bleiben, wie ich bin. (Sag ich jetzt mal großspurig.) Vielleicht ein bisschen gelassener noch, aber nicht scheintot. Als denkender politischer Mensch will ich mich über manche Dinge immer aufregen können. Das ist Zeichen eines wachen Geistes. Auch Neues werde ich hoffentlich noch lange gerne ausprobieren, kann mir aber vorstellen, dass damit auch irgendwann mal gut ist.

Von meinen Interessen her gehe ich davon aus, dass ich immer noch lese und schreibe, mich gerne mit Leuten treffe und natürlich hoffentlich engen Kontakt zu meinen Kindern habe. Das alles geht hoffentlich auch noch, wenn ich körperlich vielleicht nicht mehr so fit bin irgendwann.

Mal sehen, was wird. Ich bin gespannt. Und ein wenig demütig, niemand weiß schließlich, was ihn erwartet…

Schnarch! Gähn!

Schnarch! Gähn!

Wie kann man nur so müde sein

Das geht in meinen Kopf nicht rein

Ich könnt den ganzen Tag nur schlafen

Empfinde Aufstehen und Arbeiten als schlimme Strafen

Und wenn ich mit der Arbeit fertig bin

Leg ich mich sofort wieder hin

Gähn, trotzdem euch allen einen guten Tag!

Kennt ihr sie auch, diese Westentaschen-Diktatoren?

Es können zum Beispiel Vermieter, Nachbarn, Chefs, Mütter oder Schwiegermütter oder Kindsväter im Exmann-Status sein: Menschen, die sich als Westentaschendiktator aufspielen, auf ihr Amt, ihre Autorität, ihr Alter, ihre Rechte oder sonstwas berufen und mit den üblichen diktatorischen Mitteln auf harmloserem Niveau arbeiten – (Psycho-)Terror, Erpressung, Machtdemonstration, Zeigen der Folterinstrumente.

Als ich jünger war, hat mich das oft beeindruckt und verschreckt, jetzt (so auch heute wieder bei einem konkreten Vorfall gerade eben) denke ich eher „arme Wurst“: geringes Selbstbewusstsein und unausgefülltes Leben. Manchmal nervt es mich auch oder ich denke, schade, das Aufeinandertreffen könnte so anders sein. Manchmal muss ich auch lachen (im Nachhinein).

Wie eine Kleindiktatorin neulich meinte: „Ich habe das Gefühl, du nimmst mich gar nicht ernst.“ (Wie sie das erkannt hat, keine Ahnung, bin immer höflich und habe sogar Schoki zu Weihnachten geschenkt, die sie kommentarlos zurückgegeben hat. ) Aber ich denke, da hat sie Recht: Ich nehme sie nicht ernst.

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Lazy Sunday

dav

Ich liebe diese Sonntage, wo keine Termine oder Aufgaben anstehen, man nichts tun muss und alles tun kann. Was bei mir bei Sturm- und Regenwetter wie heute bedeutet, einfach mit einem Milchkaffee im Sessel abzuhängen und zu lesen, zu schreiben oder meinen Gedanken nachzuhängen.

Attraktivität und Alter

Also ich fühle ich mich heute attraktiver als mit Zwanzig. Ich habe ein ganz anderes Selbstbewusstsein und weiß in jeder Hinsicht mehr, was ich will.

dav

Ich kann auch null bestätigen, dass man mit Vierzig für die Männer unsichtbar wird. Als ich mich von meinem Mann getrennt habe, musste ich keineswegs unbeachtet in der Ecke hocken. Auch wesentlich jüngere Männer (in meinem Fall 20 Jahre) haben mich durchaus wahrgenommen und mit einem hatte ich auch eine kurze Beziehung, bis er in die USA ging. Seither weiß ich, ich bin attraktiv, wenn etwas die Männer nervt, dann eher mein anstrengender Charakter. (An dem ist, vereinfacht gesagt, meine zweite Beziehung nach der Trennung gescheitert und vermutlich daran, dass der Mann in der Midlife Crisis und zu sehr mit sich selbst beschäftigt war.)

Seither bin ich mit einem Mann zusammen, den ich mich früher nie getraut hätte, anzusprechen, so gutaussehend und attraktiv finde ich ihn. Und was soll ich sagen: Er sagt immer, er finde mich „wunderschön“. Und ich? Ich glaube es ihm. 😊

Mit 15 fand ich mich okay, entsprach aber nicht den Schönheitsidealen der damaligen Gleichaltrigen (heute sind große Pos in und werden sogar hinoperiert, lol).

Mit 20 fand ich mich gutaussehend, aber war schüchtern, was Männer anbetraf.

Mit 30 war ich Ehefrau und Mutter von zwei Kleinkindern und hatte andere Sorgen.

Mit 40 sagte mein damaliger Mann mir ungelogen, ich sei „alt und hässlich“. Keine Sorge, ich habe ihm nicht geglaubt, sondern es als Ausdruck mangelnder Liebe gesehen und ihn schließlich verlassen.

Seit meinem 44. Geburtstag bin ich aufgeblüht: Ja, ich bin eine Frau und ich bin es gerne! Ich fühle mich in der Blüte meines Lebens. Möge sie noch ein bisschen andauern… 🌹