Hurra, ich habe jetzt eine Putzhilfe – endlich Entlastung ☁️☁️☁️

Heute kommt zum ersten Mal meine Putzhilfe. Ich freue mich total: Endlich Entlastung.

Ich dachte ja, ich kriege das alleine hin, aber das tue ich nicht. Mein Exmann hat ja immer viel im Haushalt gemacht und mein neuer Mann wohnt ja noch im hohen Norden. Und ich … ich habe irgendwie kein Händchen für den Haushalt. Mache das irgendwie nur halbherzig und es sieht auch, wenn ich mich mal aufraffe, nie so gut aus wie bei praktisch allen anderen, deren Wohnung ich kenne. (Wobei etliche auch eine Putzhilfe haben.)

Ich habe einfach andere Prioritäten in meinem Leben. Es wäre glatt gelogen, wenn ich behaupten würde, ich hätte wegen des Jobs keine Zeit für den Haushalt. Zeit hätte ich schon, aber Lust habe ich nicht.

Jetzt also Entlastung. Ich freue mich!

Weg damit – Ausmisten im Innen und Außen 🗑🗑🗑🗑

Fahre heute 10 blaue Müllsäcke zum Recyclinghof. Vor allem mit Papiermüll. Bin ja in Heidelberg aufgewachsen, wo Mülltrennung für den politisch korrekten Hipster zum guten Ton gehört und in jedem Wohngebiet ein Papiercontainer steht. Sowas gibt es hier nicht. Vom Odenwälder erwarten die Müllentsorgungsgeselkschaften offenbar keine größeren Mengen Papiermüll (auch eine interessante Vorurteilsstruktur). Die korrekte Müllentsorgung wird mir nicht einfach gemacht, muss 25 km fahren, um meinen Papier- und Verpackungsmüll ordnungsgemäß zu entsorgen.

Im Inneren habe ich gestern für mich, wie ihr wisst, Klarheit gekriegt, Beruf und Privatleben stärker zu trennen. Auch das wird mit Hindernissen verbunden sein: Die von mir in der Vergangenheit geschätzte enge Verflechtung wird nun zur Achillesferse. Das Abschlussgrillen kann ich vielleicht noch schwänzen, aber zu den Geburtstagen meiner Freunde will ich ja noch gehen. Und da sind dann halt unter den Gästen auch Kollegen, die Mitglieder der Schulleitung geworden sind und zu denen ich nach einigen Erfahrungen jetzt lieber Abstand halten möchte, weil sie private Informationen (und sei es nur eine Beobachtung meines Stresswertes) beruflich schon gegen mich verwendet haben. Weiß noch nicht, wie ich in Zukunft damit umgehen werde. Man wird sehen.

Schluss mit lustig – oder wie aus einem entspannten Kollegium ein Abklatsch von „Game of Thrones“ wurde… 🦊🐍🦚

Bin heute aus allen Wolken gefallen, weil mich Kollege angesprochen hat, ich hätte mich über ihn „als unkollegial in der Prüfung beschwert“. Habe ich nicht. Habe mich über den Vorsitzenden der anderen Schule kritisch geäußert. Aber in diesem Kollgium wird einem wirklich das Wort im Mund umgedreht, Intrigen gesponnen, Gerüchte gestreut, da ist der Denverclan ein Kindergarten gegen. „Game of Thrones“ trifft es schon eher.

Ziehe jetzt die Konsequenzen, werde nur bei offiziellen Veranstaltungen dabei sein und mich mit meinen vier Freunden im Kollegium privat treffen und ansonsten nett lächeln und schweigen. Das Abschlussgrillen in der letzten Woche und der Kneipenabend am letzten Schultag werden ohne mich stattfinden müssen. Früher war das mal Entspannung für mich. So wie sich das Kollegium durch schrittweise Pensionierung der alten Garde entwickelt hat, ist das vorbei.

Wir waren mal eine coole Truppe, mit der man feiern konnte, sein Herz ausschütten, sich schlapplachen oder einfach abhängen. In meiner ersten Ehe haben mich die damaligen Kollegen durch die harte Zeit gecoacht. Jetzt würde ich am liebsten das Lehrerzimmer mit Cannabisäther fluten und rufen: Chillt mal euer Life!

Schlafstörungen – voilà, da sind sie wieder 🐺🌙

… und diesmal ist die Hitze keine Ausrede. Es hat abgekühlt. Schlafe völlig fertig früh ein und wache in der Mitte der Nacht auf und denke hellwach nach.

Darüber, wie sich unsere Schule verändert hat, dass ich mehr Abstand brauche zum Job als früher …

wie ich diese Woche meine 10 (!) Ausmistungsmüllsäcke zu einem Recyclinghof bringen kann, dass ich ab Donnerstag eine Putzhilfe habe, wie ich meine Finanzen in den Griff bekomme …

dass meine Tochter furchtbar stur ist, ob ich vielleicht einfach die Hälfte der Schuljahresabschlussfeste schwänze, dass ich 10 Kilo mehr wiege als letztes Jahr um die Zeit, dass die Halbwertszeit meiner Erholungsphasen immer geringer wird.

Der Lackmustest 🔎📝

Ich habe leider nur eine begrenzte Menschenkenntnis. Bin vielleicht ein wenig naiv. So habe ich immer wieder mal Vertretung in meiner alten Klasse, in der ich bis zum Halbjahr Deutsch- und Klassenlehrerin war, weil ständig eines der vier kleinen Kinder der neuen Lehrerin krank ist.

Da zeigt sich nun folgendes Bild, drei der vier Sonnyboys, die mich immer mit ihrem Charme eingewickelt und durch gute Mitarbeit geglänzt haben, verhalten sich unter aller Kanone.

Ein eher spröder Schüler kam dagegen heute treuherzig zu mir ans Pult, um mir stolz von seinen Leistungssteigerungen zu berichten. Und einige Mädels schütten mir immer ihr Herz aus.

Insgesamt merkt man jetzt sehr genau, wer nur aus taktischen Gründen nett und engagiert war …