Respekt

Ich musste erst 46 werden, bis ich mich getraut habe, Menschen, die älter sind als ich, zu sagen, wenn sie zu weit gehen.

Übungsfelder sind meine Mutter, Kolleginnen und meine Vermieterin. Nur Frauen, fällt mir da auf. Bei Männern habe ich mich schon früher getraut. Bei älteren Frauen hatte ich zu viel Respekt. Inzwischen denke ich, ich kann auch ein Mindestmaß an Respekt erwarten.

Unter dem Dach mit einer alten Hexe

(Zum Abreagieren, war Tipp meiner Ärztin)

Meine Vermieterin ist eine alte Hexe gekreuzt mit einem missmutigen Feldwebel. Gerade hat sie wieder Sturm bei mir geklingelt, weil ein Schauer kam und meine Markise noch draußen war. „Das machen wir nicht. Was glaubst, du, wie viel die gekostet hat. Dann wird der Motor abgestellt.“ Mecker. Mecker.

Darauf ich: „Ist jetzt gut.“

Dann machte ich mich dran, das Treppenhaus zu putzen. Bin diese Woche dran. Da geht die Tür auf und das Geschenne geht weiter.

Leider ist mir dann der Kragen geplatzt: „Immer schreist du mich nur an, nie hast du ein nettes Wort für mich.“ – „Du schreist mich doch jetzt an.“ – „Es tut mir leid mit der Markise, ich habe gerade andere Sorgen, meine Mutter ist krank. Lass mich doch jetzt einfach die Treppe putzen. “ Sie meckert weiter. Darauf gehe ich raus vor die Tür. Einatmen. Ausatmen.

Sie glaubt einfach, sie ist der Chef. Erbärmlich. Ihr Mann hat dann ihre Wohnungstür zugemacht.

Habe das Treppenhaus noch weiter geputzt. Und mich darauf eingestellt, dass sie ihre andauernde Kündigungsandrohung jetzt wahrmachen wird. Soll sie. Habe ich inzwischen keine Angst mehr vor.

Meine kleinen Weisheiten (25)

„Schütze, was dir wertvoll ist: deine Lieben, deine Werte, deine Seele. Zeige sie nicht jedem und sei wachsam. Heile sie, wenn sie verletzt wurden, und lerne, wem du vertrauen kannst und wem nicht. Denke daran: Wenn deine inneren und äußeren Kraftquellen gestört sind, bist du nicht mehr du.“

(Wechselweib, 19. Mai 2019)

Ich hatte ja keine Ahnung – Über die Liebe

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Ehrlich, ich hatte keine Ahnung, ich habe das einfach nicht geglaubt, dass Liebe wirklich so sein kann. So erfüllend, so atemberaubend, so glückseligmachend. Ein Verbindung von Seele, Geist und Körper. Eine magische, eine spirituelle Erfahrung. Das Gefühl, sich gegenseitig Heimat zu sein.

Im Nachhinein weiß ich, dass ich meinen ersten Mann in diesem allumfassenden Sinne nicht wirklich geliebt habe. Aber ich wusste einfach nicht, dass das Realität sein kann. Dieser Satz aus dem Buche Salomon: „Sie erkannten sich.“

Manchmal bist du zu langsam für dein Leben 🐌

dav

Die letzten drei Wochen war in meinem Leben die Hölle los: Schuss vor den Bug von meinem Körper, Magenschleimhautentzündung meiner Tochter. Daraufhin ihre Entscheidung zum Schulwechsel. Schriftliches Abitur. Erkenntnisse über mich und andere.

Bisschen viel alles. Ich denke, ihr kennt das: manchmal passiert monatelang gefühlt nichts und dann bewegt sich das Leben plötzlich in Riesenschritten und man muss gucken, dass man mitkommt…