Timing ist alles ⏰⏱⌚⏳

Dachte ich gestern wieder mal. Da ging es um die Pausen in unserem Chorstück. Aber das gilt auch für das zur Geltungkommen von Pointen, konstruktiven Vorschlägen und in vielen, wenn nicht allen, Bereichen des Lebens.

Die Entscheidung für diesen und keinen anderen Partner, für einen bestimmten Job, für Kinder usw. – alles eine Frage des Timings.

Der Zeitpunkt muss sich stimmig anfühlen. Oft muss eine Entscheidung lange reifen, bis sie gepflückt werden kann. Manchmal fallen einem Dinge aber auch in den Schoß, weil die Situation es hergibt und/oder man innerlich bereit dazu ist.

Buchtipp – Matt Haig: „Ich und die Menschen“

Dieses Buch ist atemberaubend komisch, weise und anrührend.

Der Plot klingt zunächst total abgedreht: Ein Außerirdischer hat von seiner Spezies den Aufrag, zu verhindern dass die Menschen, die auf ihrem Planeten als nur mittelmäßig intelligent, aber aggressiv und kriegerisch eingestellt gelten, eine durchbrechende mathematische Entdeckung machen.

Dafür wurde der Mathematikprofessor Andrew Martin ausgeschaltet und von dem außerirdischen Ich-Erzähler ersetzt.

Wie dieser aus seiner Perspektive das Aussehen der Menschen, ihre Welt und ihre Sorgen beschreibt, ist brüllend komisch und dabei sehr hellsichtig.

Letztendlich verliebt er sich aber nicht nur in Isobel, Andrews Frau, sondern lernt auch die Menschen und die Erde zu lieben.

Das alles ist zutiefst berührend: ein Loblied auf das menschliche Leben.

Wie so oft bei meinen Lieblingsbüchern, lese ich daher auch dieses Buch bereits zum zweiten Mal und genieße jede Seite.

Manchmal braucht man einfach nur ein wenig Hilfe von außen 👨🏻‍🔧

In meinem Fall von meinem Umzugsengel und Lieblingsmonteur, der hängt mir gerade Lampen, Kunstkalender und Spiegel auf und macht letzte Anpassungsarbeiten in der Küche. Das Bad ist jetzt auch fertig.

Der Mann sollte auf Rezept verschrieben werden: ist superpragmatisch, kreativ und optimistisch. Kriege ich sofort gute Laune, wenn der da ist.

Man muss auch Dinge betrauern dürfen

In meinem Fall, dass die Zeiten in der alten Wohnung mit den lauen Sommernächten auf dem Balkon und den vielen Parties in dem riesigen Wohnzimmer vorbei sind.

War schon eine schöne Zeit …

Vielleicht liegt meine momentane Melancholie nicht nur am Herbst und der Erschöpfung, sondern zwei Wochen vor meinem Geburtstag auch an dem Bewusstsein, dass diese Zeiten unwiederbringlich vorbei sind, genau wie drei Minuten Fahrtnähe zu meinem Sohn und zwei gute Freundinnen in Laufnähe.

Ich muss vielleicht einfach ein wenig trauern gerade.

Die Kraft der Paradoxie

Habe mir gerade die Erlaubnis gegeben, schlecht gelaunt zu sein. Weil Telefon, TV und Wlan immer noch nicht gehen in der neuen Wohnung, noch Kartons ausgepackt werden müssen und ich in den Sommerferien nicht in Urlaub war aus Geldmangel und stattdessen ausgemistet habe für den unfreiwilligen Umzug.

Geht mir schon viel besser.