Die Kunst des Ausruhens ☁️

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„Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens.“

(Heinz Bude, Soziologe)

Das habe ich schon früh gelernt, haben mir meine Eltern so beigebracht.

Ich konnte schon als Kind wunderbar abhängen, abschalten, tagträumen und kann es auch heute. Und dann wieder frohgemut was schaffen.

Leider habe ich das Gefühl, das vielen meiner Schüler diese Balance fehlt: Entweder hängen sie nur ab oder sie stressen sich nur.

Süßes Nichtstun 🌞

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… heißt es für uns die nächsten zwei Wochen. Ich muss zwar ein bisschen korrigieren und meine Tochter ein Referat vorbereiten. Aber trotzdem: ausschlafen, rumgammeln, Freunde treffen und chillaxen. Herrlich. Und Kraft sammeln für die harte Phase, die nach den Ferien kommt.

Wer sich nicht regeneriert, macht irgendwann schlapp. Und kann dann nicht nur nicht mehr arbeiten, sondern hat auch keine Energie mehr für die schönen Dinge. Und das wäre ja nun wirklich schade…

Drei Leuchttürme🗼🗼🗼

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Heute kam ich fix und fertig von der Arbeit nach Hause und hätte grad losheulen können, so am Ende war ich. Blöde unbedachte Bemerkungen von meinem Abi-Kurs, quälender Nachmittagsunterricht und danach noch ein Gespräch als Mentorin. Dazu noch die Erkältung und Kollegen, die teilweise aus 1000 m Entfernung Stress ausstrahlen.

Meine drei Leuchttürme retteten mich.

Mein Schatz, der auf What’s App meinte, es gäbe „so Tage“ und er hätte sie zur Zeit leider oft, weshalb er mich versteht. (Dabei ist er immer so süß und nie launisch oder so.) Man denkt ja immer, man sei ein Waschlappen, wenn man so durchhängt, dabei ist man halt einfach ein Mensch. Ab Freitag sehen wir uns ein paar Tage und bauen uns gegenseitig auf.

Mein Sohn, der meinte, dass er froh ist, dass er mich als Mutter hat, weil ich so offen sei und man mit mir über alles reden könne.

Meine Tochter, mit der ich in ihrem Bett eine Stunde lang quatschte und rumalberte.

Was haben diese Leuchttürme heute meinen Tag erhellt! Ein Glück, dass ich sie habe.

Schönheit und Alter

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Von diesen Rosen erwarte ich jeden Tag, dass sie verblüht sind. Und freue mich jeden Tag, dass sie es noch nicht sind. Sie sind schon zwei Wochen alt, eigentlich müssten sie längst verwelkt sein. Aber sie sind immer noch schön – man sieht, dass sie nicht mehr frisch sind, aber sie sind schön und erfüllen den Raum mit einer positiven Atmosphäre.

An guten Tagen denke ich, dass man das auch über mich sagen kann…

Jetzt mal im Ernst, irgendwie rührt es mich an, diese Rosen aufblühen und altern zu sehen. Ich spüre, das hat was mit mir zu tun.

Warum ich so gerne Biografien lese

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„Wir werden immer nasser. /Jetzt singen wir unter Wasser.“

(Udo Lindenberg)

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Ich lese unheimlich gerne Biografien und Autobiografien. Ich finde, man kann daraus sehr viel lernen. Über die Zeit, in der diejenigen aufgewachsen und berühmt geworden sind, aber vor allem auch darüber, wie man sich in den Widrigkeiten des Lebens behaupten und seine Ziele erreichen kann.

Ob Coco Chanel, Katharine Hepburn, Winston Churchill, Gerard Depardieu und unzählige andere: Immer wieder tauche ich gerne in fremde Leben ein und schaue mir an, wie die so ihre Schwierigkeiten gemeistert, ihre Träume verfolgt haben.

Jetzt also (immer noch) Panikrocker Udo Lindenberg, dem in seinem Leben das Wasser mehr als einmal bis zum Hals stand. (siehe obiger Songtext)

Wahnsinn, wie langsam ich zur Zeit lese. Aber es passiert gerade einfach zu viel in meinem Leben… Ich nehme das mal als gutes Zeichen.

Gggggr, manchmal ist Patchwork Scheiße!

(Mein Knuddelkissen)

Liege wach und rege mich auf. Über meinen bei der Feriengestaltung unflexiblen Exmann, meine pubertierende Tochter, die Drama macht, weil sie meinen neuen Partner angeblich „hasst“. (Worauf ich sage, ich liebe ihn nunmal und immerhin wohnt er nicht bei uns.) Über mich selbst, weil ich wieder mal der Depp bin, weil aus ein paar romantischen Tagen zu Zweit nix wird. (Meine Tochter würde freilich sagen, sie ist auch der Depp…)

Andererseits ist es in „normalen“ Familien auch oft Scheiße.

Und ich habe wenigstens noch romantische Stunden mit meinem Schatz. Das kann auch nicht jeder von sich sagen. Und bisher war auch immer meine Tochter da. Zieht sich halt mehr oder weniger genervt zurück. Und verweigert „Familienausflüge“ meist standhaft. Ist ja auch ne Große.

Wieder mal verstehe ich alle und mich versteht keiner. (Heul, jammer, schnaub, fauch. Entschuldigt, es gibt so Momente…) Aber so fühlen sich Mütter in Standardfamilien auch oft. Das weiß ich nur zu gut…

Und meine Tochter hatte sich vorm Schlafengehen längst wieder beruhigt und Witze über ihren Stiefvater gerissen. Nur ich liege hier wach… Knurr.