Meine Vision von mir im Alter

Man hat ja so ein bestimmtes Bild von sich, wie man im Alter sein wird.

Ich sehe mich vor mir mit Naturfalten und naturgrauem Wuscheldutt, leichtem Übergewicht, aber aufrechter Haltung und auf keinen Fall in Altersbeige mit farbig abgestimmten Schnürschuhen. Eher wie jetzt mit Freude an Farbe und Mustern und Faible für Halstücher mit Print. Diese Vorliebe habe ich, seit ich Fünfzehn bin, und wird sich nicht mehr ändern.

Ansonsten hoffe ich, dass ich noch spazieren gehe (joggen eher nicht), immer noch einmal die Woche im Fitnessstudio trainiere und mit meinem neuen Mann (mit dem ich hoffentlich noch lange zusammen sein kann) nach wie vor gerne nach Straßburg oder Paris fahre. Mit anderen Worten: ich hoffe, dass ich noch möglichst lange fit bleibe.

Vom Charakter kann ich im Großen und Ganzen bleiben, wie ich bin. (Sag ich jetzt mal großspurig.) Vielleicht ein bisschen gelassener noch, aber nicht scheintot. Als denkender politischer Mensch will ich mich über manche Dinge immer aufregen können. Das ist Zeichen eines wachen Geistes. Auch Neues werde ich hoffentlich noch lange gerne ausprobieren, kann mir aber vorstellen, dass damit auch irgendwann mal gut ist.

Von meinen Interessen her gehe ich davon aus, dass ich immer noch lese und schreibe, mich gerne mit Leuten treffe und natürlich hoffentlich engen Kontakt zu meinen Kindern habe. Das alles geht hoffentlich auch noch, wenn ich körperlich vielleicht nicht mehr so fit bin irgendwann.

Mal sehen, was wird. Ich bin gespannt. Und ein wenig demütig, niemand weiß schließlich, was ihn erwartet…