Ein Tag voller Glück🐞

Gestern war ein wundervoller Tag, obwohl ich bei der Autofahrt erst befürchtete, ich müsse mich übergeben (Kreislauf, Wetter). Nach einer Cola und einer Schmerztablette ging es mir jedoch besser und wir fuhren nach einem Abstecher in einen türkischen Supermarkt, wo wir Köfte (Hackfleisch), Putenspieße und Fladenbrot kauften, weiter zu meinem Papa. Er feierte gestern mit uns seinen 79. Geburtstag, den man ihm wirklich nicht anmerkt, so gut, wie er aussieht, und so fit, wie er ist. Er schmeißt praktisch den ganzen Haushalt, weil meine Mutter in den letzten Jahren körperlich und psychisch so abgebaut hat.

Neben einer Brecht-Biografie schenkten wir ihm das Geburtstagsessen: Mein Mann, der gebürtig aus Marrakesch stammt, kochte marrokanisch für uns: Hackfleischbällchen in Tomatensoße, Putenspieße und einen bunten Salat. Meine Eltern lieben das Essen von ihrem neuen Schwiegersohn und mein Sohn hilft ihm immer beim Schnippeln.

Nach anfänglich etwas gespannter Atmosphäre, weil meine Mutter, obgleich eigentlich nicht die Hauptperson bei der Feier, gewohnt divenhaft mal wieder das Gespräch an sich riss, wurde die Stimmung nach dem guten Essen bald entspannter. Wir rissen Witze darüber, dass meine Mama der Chef im Haus ist, und meine Mutter, die durchaus über sich selbst lachen kann (eine sehr löbliche Eigenschaft), lachte herzlich darüber. Mein Vater sowieso. Mein Mann, der meine Eltern reizend findet, sprang meiner Mutter charmant zur Seite und freute sich, in so eine nette, wenn auch leicht verrückte Familie eingeheiratet zu haben. Meine Tochter zog es vor, mit Migräne und Menses zu Hause zu bleiben und mein Sohn gab sein anfängliches Genervtsein bald auf und musste bei unseren Anekdoten und Neckereien mitlachen.

Diesen Tag rahme ich mir in meinen Erinnerungen ein und denke daran, wenn meine Mutter mal wieder eine schlimme Phase hat oder mein Vater mal wieder sagt, manchmal glaube er, er schaffe es nicht mehr mit ihr…

Ein paar Gedanken über Wege zur Regeneration

Jeder regeneriert sich anders, bei mir kommt es auch sehr darauf an, von was ich mich erholen muss.

Wenn ich mich von viel beruflichem und privatem Stress erholen will, mache ich das gerne bei einem guten und üppigen Essen und ein, zwei Gläsern Chardonnay und sehr gerne mit Freunden.

Ich bin jetzt aber in einem Stadium, wo ich mich sozusagen von eben dieser Art der Belohnungsstrategie wieder erholen muss.

Dafür ist weniger mehr. Weniger Leute, weniger Essen, weniger Alkohol, weniger Kaffee. Mehr Ruhe, frische Luft, Bewegung, mehr Musik, Lesen, Tagebuch schreiben, mehr bewusste Ernãherung.

Außerdem im Programm: Aromamassageöle benutzen, Raum für Licht und Luft in der Wohnung schaffen, zum Beispiel Flur entleeren, dass wieder Energie fließen kann, aufgeräumter Wohnzimmer-Tisch mit Kerzen, frische Blumensträuße in der Wohnung verteilen. Im Stress stopfe ich sowohl mich als auch die Wohnung zu…

Was ist eigentlich normales Essverhalten? Und wie komme ich dahin? Eine sehr subjektive Annäherung

(Das hat ein Kollege gerade auf den Tisch im Kaffeezimmer gestellt.)

Ich habe gerade ein für meine Begriffe sehr üppiges Frühstück gegessen: Laugenstange mit Butter und Gouda und dazu eine ACE-Trank. Hatte einfach das Gefühl, mein Körper braucht das jetzt. Spaßeshalber habe ich mal die Kalorien dafür eingegeben. Und voilà: Es waren 450 kcal. Also völlig okay.

Das hat mich ins Grübeln gebracht: Wann hat es eigentlich begonnen, dass ich gedacht habe, ein Frühstück dürfe nicht mehr als 200 bis 300 kcal umfassen? In meinen Zwanzigern glaube ich. Mein Problem war allerdings schon immer, dass ich lieber fünf kleine Mahlzeiten am Tag esse als drei ordentliche. Und dann nimmt man halt schnell mal zu viele Kalorien zu sich. Um mich herum frühstücken die meisten Kolleginnen Rohkost mit Magerquark. Finde ich als Zwischensnack okay, aber nicht als Hauptmahlzeit, und morgens brauche ich eh Kohlehydrate, um in Gang zu kommen.

Inzwischen habe ich festgestellt, dass es befriedigender ist für mich, mich dreimal richtig satt zu essen. Und zwischendrin echt nur einen Kaffee mit ein bisschen Obst oder so zu mir zu nehmen.

Ein weiteres Problem von mir ist, dass ich sehr schnell verführbar bin: Bei uns im Kaffeezimmer steht zum Beispiel ständig Kuchen rum und oft schaffe ich es da nicht, nein zu sagen. obwohl ich privat eigentlich nie Kuchen esse, ich bin mehr der herzhafte Typ. Heute (siehe Foto) kann ich der Verführung gut widerstehen, weil ich ja gerade gut gefrühstückt habe.

Ein weiterer Fallstrick von mir ist, dass ich gerne Essen gehe, das hat für mich was von Verwöhnenlassen, sich etwas gönnen. Leider weiß man nur nie so genau, was die da dran machen, so dass auch gesunde Essen häufig mehr Kalorien haben, als zu Hause. Aufgrund der Ebbe auf dem Konto ist Essengehen für nächsten Monate aber eh gestrichen.

Wenn ich unbeschränkt ohne „Regeln“ esse, nehme ich meistens zu, das ist natürlich für die Gesundheit nicht so gut. Da ich trotzdem gesund esse, waren und sind meine Blutwerte auch mit verschieden hohem Übergewicht immer okay, mein Blutdruck war allerdings bis vor Kurzem zu hoch. Daher bin ich sehr stolz und froh, dass ich seit letztem Jahr keine Blutdrucksenker und seit diesem Jahr auch keine Betablocker mehr brauche.

Trotzdem habe ich für meine Begriffe noch nicht zu einem gesunden normalen Essverhalten gefunden. Das würde für mich bedeuten: Ich ernähre mich gesund und indem ich auf meinen Körper höre und nehme dabei nicht zu, ohne ständig Kalorien zu zählen oder einem Abnehmprogramm zu folgen. Mir ist natürlich klar, dass das jetzt in den Wechseljahren immer schwieriger wird.

Für mich die größte Herausforderung ist, mich bei Stress oder Kummer nicht durch Essen und/oder Alkohol zu belohnen oder zu trösten. Das hat sich auch am Ende des letzten Schuljahres gezeigt, als ich durch akuten Stress Gürtelrose bekommen habe und danach einfach keine Lust mehr auf Weight Watchers hatte. Damit hatte ich letztes Jahr toll abgenommen, was auch nötig war, hatte am Ende aber eine Aversion gegen Null-Punkte-Lebensmittel wie Skyr, Lachs, Thunfisch und Ei. Und dann hatte ich wie gesagt total Stress und bin wieder in ein ungesundes Essverhalten verfallen.

Was also tun? Weiter montags ins Fitnessstudio gehen, zur Entspannung zu Hause Qi Gong machen und einmal die Woche joggen, jetzt wo es wieder wärmer wird. Bin ja Schön-Wetter-Jogger.

Und sonst? Ich suche noch meinen Weg: wenn ich einfach nicht drüber nachdenke, nehme ich immer noch zu. Davon will ich weg, aber ohne das Gefühl zu haben, ich bin ständig auf Diät. Ich will eine entspannte, aber bewusste Haltung zum Essen. Ich will es schaffen, auf meinen Körper zu hören. Und ich will auf keinen Fall in eine Körperablehnung geraten wie viele meiner Mitmenschen. Ich will mich weiterhin in meinen Körper wohlfühlen und diesen als meinen Freund sehen. Das ist mein Ansatz habe ich beschlossen: Mein Körper ist mein Freund, ich mag ihn, behandele ihn daher gut und arbeite mit ihm zusammen.