Update – Wie will ich aussehen?

Der Panther, mein Krafttier

Für mich ist das Äußere ja immer Ausdruck des Inneren. Ich habe in letzter Zeit bemerkt, dass ein paar Dinge, die lange Zeit für mich stimmig waren, mir an mir nicht mehr gefallen. Vermutlich hat sich in meiner Lebensmitte mein Teint, ganz sicher aber meine Haltung geändert.

Ich finde, manches, was jahrelang funktioniert hat, steht mir einfach nicht mehr so gut. So trage ich jetzt mehr Farbe und mehr Muster und auch Silberschmuck erscheint mir plötzlich zu hart und ich bevorzuge Gold oder Silber mit Gold gemischt („Bicolor“, wie der Fachmann sagt).

Das ist für mich einigermaßen verwirrend, weil ich ja der „Wintertyp“ bin, der Schneewittchen-Typ, dem eigentlich kalte Farben und Silber stehen. Ich hatte für mich vor Jahren beschlossen, dass mein Lieblingsoutit zum Ausgehen forever schwarzes Oberteil (schließlich ist der Panther mein Krafttier) und Silberschmuck ist, gerne noch mit Silberfeenstaub auf den Lidern. Ich war damit auch jahrelang sehr glücklich.

Andererseits habe ich vor Jahren auch ein Haus gekauft, einen Mann geheiratet und eine Familie gegründet – und bis auf die Kinder ist nix davon geblieben, weil es für mich einfach nicht mehr gepasst hat.

Menschen ändern sich. Manche ignorieren das und leben trotzdem weiter wie bisher. Aber ich bin ein Mensch, der das nicht kann. Ich frühstücke ja nicht mal immer das gleiche, was meinen Exmann zur Verzweiflung gebracht hat (wie du magst jetzt plötzlich keinen Frischkäse mehr?). Vielleicht hat sich für ihn da schon angedeutet, dass diese Frau auch ihn irgendwann verlassen könnte…

Auch in meinem Äußerem gab es regelmäßig Anpassungen: Den Hippie-Style aus Oberstufe und Studium habe ich ja irgendwann auch hinter mir gelassen und bin ein schlichter Schwarz-, Blau-, Grautyp geworden. Meiner Schwäche für bedruckte Tücher bin ich aber immer treu geblieben. Irgendwann kamen Ringelshirts dazu (so ein schönes fröhliches Urlaubsfeeling) und dann auch andere Muster: Kleine geometrische Muster, aber auch Zebra, Leopard und Schlange. (Groahr! Ich bin eine Raubtier!) Und dann richtig Farbe: Rot, Curry – bum, bang. Macht voll Spaß. Und eben Gold. Ich habe mal zu einer Freundin mit einem Augenzwinkern gesagt, mein Style ist „Diva privat“. Dazu passend trage ich jetzt für meine Verhältnisse roten Lippenstift. (Meine Tochter behauptet, man sieht nix, aber ich fühle mich mega geschminkt.) – Da braucht man natürlich eine bestimmte Haltung, um das tragen zu können. Bei mir ist es einfach der Ausdruck von Lebensfreude.

Nun also seit neuestem die Entscheidung, keine schwarze Brille mehr zu tragen, sondern Zartrosé. Und jetzt mein Entschluss, meine vereinzelten Silberfäden nicht mehr zu färben. Panther goes silver. Jedes Mal, wenn ich in letzter Zeit vom Friseur kam, dachte ich: sah vorher eigentlich besser aus. Und die Schüler fragten: Haben Sie sich die Haare gefärbt? Also ehrlich, eigentlich färbe ich ja, um nicht aufzufallen. War auch schon sehr natürlich, dunkelbraun halt, fiel nur auf, wenn frisch vom Friseur. Trotzdem: passt für mich nicht mehr, finde mich attraktiver ohne. Klingt komisch, aber ist so. Strahlt für mich irgendwie Erfahrung und Coolness aus.

Ich probiere das jetzt mal. Noch geht das ohne scharfe Kante, weil das Silber so dezent verteilt ist. Glitzert nur ein bisschen. Weiß nicht, ob ich das wirklich durchziehe. Alle anderen attraktiven Frauen in meinem Umfeld sind gefärbt, aber ich war eh nie wie alle, da muss ich mir nix vormachen…

[Nachtrag, 9. Februar:

Habe mich in Schaufenster im Tageslicht gesehen. Sah unmöglich aus mit den Haaren so. Färbe jetzt wieder. Meine Tochter macht das zwischen den Friseurbesuchen auch immer so nett, hat da mal ein YouTube-Tutorial drüber gesehen und macht das so richtig professionell Scheitel für Scheitel.💃]

 

 

Diese grauen Wintertage…

… an denen das Morgengrauen fließend in die Abenddämmerung übergeht, tragen die Gefahr in sich, dass ich gar nicht richtig wach werde.

Ich bekämpfe das Grau mit farbenfroher Kleidung, Schnittblumen, Kerzen und auch Lampenlicht. Ich praktiziere meine persönliche Wellnessernährung (High Carb, Low Fat, viel Gemüse und wenig Fleisch). Außerdem war ich gestern wieder im Fitnessstudio und hatte sofort einen Gute-Laune-Schub. Zum Joggen kann ich mich bei dem Wetter einfach nicht aufraffen, zu Spaziergängen, sobald die Sonne mal rausguckt, schon.

dav

Ich freue mich jetzt schon auf den Frühling! 🌷

Her mit der Farbe! – Übers Farbe bekennen

Bis vor wenigen Jahren war es für mich noch ganz klar: Schwarz ist meine Lieblingsfarbe. Elegant, cool, intellektuell, schlicht, passt immer.

Abends ging ich immer in Schwarz weg, tagsüber kombinierte ich Schwarz mit anderen Farben. Schuhe, Handtaschen usw. kaufte ich am liebsten in Schwarz. 

Jetzt habe ich seit ein paar Wochen eine neue Brille in angesagtem Pastellrosa, für die ich viele Komplimente bekommen habe, und werde langsam, aber sicher, farblich völlig enthemmt für meine Verhältnisse. Hatte gestern curryfarbenen Pulli und buntes Halstuch (siehe Foto) an und habe förmlich gespürt, wie mich die Energie durchströmt hat.

dav

Im Rückblick hat sich dieser Wechsel zu mehr Farbe in den letzten Jahren langsam vollzogen und hat sicherlich auch mit einem Farbebekennen in anderer Hinsicht zu tun. Seit ich mich von meinem damaligen Mann getrennt habe, tastete ich mich langsam heran, innerlich wie äußerlich farbiger zu werden: Erst über Nagellack, dann kamen Animalprint und andere Muster (gerne Ringel) hinzu. Insgesamt zeigte ich mit meiner Kleidung und meinem Auftreten zunehmend: Schaut her, ich bin attraktiv und selbstbewusst, mit mir muss man rechnen! Klar gehört Schwarz noch zu meinem Repertoire, aber inzwischen zeige ich gerne mehr. Das gilt auch für die charakterlichen Facetten. 

Im Beruf traute ich mich plötzlich unter dem schockstarren Blick der Kollegen ehrwürdige Kolleginnen Einhalt zu gebieten und es passierte – nichts. Außer, dass ich Respekt erhielt.

Andererseits kann ich jetzt auch problemloser zu meinen Schwächen stehen als früher und damit leben, dass ich nicht jedem gefalle. 

Vielleicht ist das dieses Erwachsenwerden, von dem alle immer reden. Etwas spät vielleicht, aber fühlt sich gut an.