Das lohnt sich nicht

Ausschnitt aus dem Garten meiner Eltern, wo wir am Wochenende zu Besuch waren und uns mein Schatz lecker bekocht hat

Hallo Leute, ich wollte heute eigentlich über eine Situation mit einer Kollegin schreiben, über die ich mich vorhin ein bisschen aufgeregt habe.

Doch ich muss feststellen, das lohnt sich gar nicht: weder das Aufregen noch das Schreiben darüber.

So will ich in Zukunft viel öfter denken.

Ich focussiere mich lieber auf das Positive (siehe Foto) bzw. spare mir meine Wut für Dinge, über die es sich wirklich aufzuregen lohnt.

Zunehmende Stressresistenz – etwas, was besser wird mit dem Alter

Wenn ich meine Kinder oder jüngere Kollegen sehe, wegen was die so gestresst sind, bin ich echt dankbar, dass eine positive Begleiterscheinung meines Älterwerdens meine zunehmende Souveränität und Stressresistenz ist.

Ich weiß noch, dass ich in meinem ersten Jahr als Lehrerin oft mit Aufregungs-Bauchweh morgens zur Schule gefahren bin und dann meinen Verstand eingeschaltet und mir gut zugeredet habe, dass ja nüchtern betrachtet, an einem stinknormalen Arbeitstag gar kein Grund zu diesem Lampenfieber besteht.

Auch hat mich früher alles, was außerhalb der Routine anstand, schnell gestresst: Ausflüge, Abitur vorbereiten, korrigieren und mündliche Prüfungen abnehmen, Scheine für Referate ausstellen, verlorenen Stoff wegen Krankheit aufholen, Projekttage vorbereiten und abhalten usw.

Ganz zu schweigen von den Korrekturen, die mir wie ein nie enden wollendes Jammertal, eine Sisyphos-Arbeit erschienen, die mir drohte, den gesamten Beruf zu verleiden.

Heute mache ich das einfach alles. Ich gräme mich nicht mehr darüber, es geht mir locker von der Hand und als Problem bezeichne ich nur noch menschliche Probleme, wenn zum Beispiel ein Schüler psychische Probleme hat oder gemobbt wird. Um solche Dinge kann ich mich jetzt viel mehr kümmern.

Erfahrung ist ein unbestreitbarer Vorteil des Älterwerdens, deshalb gab es in der Antike die Gerusia, den Ältestenrat, der um Rat gefragt werden konnte. Ich schätze meine älteren Kollegen auch sehr und tausche mich oft mit ihnen aus. Wenn die weg sind, gehöre ich zu den alten Hasen.