Wieder am Start 🎽

… sind wir seid gestern. Läuft gut bisher, bis auf dass meine Tochter sich einen dubiosen Infekt eingefangen hat und aussieht wie ein Zombie aus Michael Jacksons Video zu Thriller. Morgen gehen wir mal zum Arzt.

Ich habe heute und gestern wieder festgestellt, dass ich sehr nette Klassen habe und mir mein Job wirklich viel Freude macht.

Ansonsten muss ich die nächsten vier Wochen eigentlich jede freie Minute an den Schreibtisch und korrigieren, da die Zeugnisse vor der Tür stehen. Ich lasse noch drei Klassenarbeiten schreiben und eine Klausur habe ich in den Ferien nicht geschafft zu korrigieren, weil ich erst ab dem neuen Jahr wieder am Schreibtisch saß und mir eine Woche Auszeit gegönnt habe.

Aber das war es wert: Es war herrlich, mal ein paar Tage den Kopf frei zu kriegen, zu lesen, sich der Familie zu widmen, Leute zu treffen und die Wohnung weiter heimelig zu machen.

In meiner beruflichen Anfangszeit habe ich die Ferien oft durchkorrigiert, weil ich im regulären Betrieb gar nicht dazu kam, weil ich noch so viel Zeit in die Unterrichtsvorbereitung investieren musste. Da kam ich dann am ersten Schultag nach den Ferien oft mit Ringen unter den Augen an und die Schüler wunderten sich, wie man nach den Ferien so fertig sein konnte. Einmal bin ich auch in dieser Zeit abends am Schreibtisch über einer Klausur eingeschlafen und mitten in der Nacht hochgeschreckt.

Inzwischen geht mir die Arbeit nach 20 Jahren Erfahrung zum Glück leichter von der Hand und achte ich auch mehr auf meine Gesundheit. Ich will den Beruf schließlich noch 20 Jahre machen.

Eine Verortung zum Jahreswechsel 🧭

Ich habe die letzten Tage oft gedacht, dass ich noch nie an Weihnachten so viel geweint habe wie dieses Jahr. Da sind irgendwelche Verhärtungen gelöst worden und werden jetzt ausgeschwemmt.

Ich weiß nicht so genau, ob es an der hormonellen Umstellung der Wechseljahre liegt und/oder einfach daran, dass es dieses Jahr einfach ziemlich viel war:

Die unschönen Erfahrungen meiner Tochter an unserer Schule, ihr Entschluss, auf die Realschule zu wechseln. Eine für mich sehr schockierende Demaskierung der Kollegen in diesem Zusammenhang. Des Weiteren die Einsicht, dass man in unsrer Schule nichts sagen kann, ohne dass es (von Leuten in meinem näheren Umfeld?) der Schuleitung zugetragen wird.

Die Schuss vor den Bug von meiner Hausärztin, ich müsse mein Gewicht aus gesundheitlichen Gründen reduzieren. Was langsam, aber stetig passiert.

Das Eingreifen meiner Tochter in meine Beziehung und ihre Offenbarung, sie könne meinen neuen Partner nicht leiden. (Was sie leider vor der Hochzeit nicht gesagt hat.) Darauffolgend eine Beziehungserschütterung, die heute noch nachwirkt.

Etliche Erdbeben in meiner Beziehung. Es geht jetzt ans Eingemachte. Die unbeschwerte Verliebtheit ist vorbei, jetzt wird sich zeigen, ob das Ganze auf Dauer trägt. Ich schwanke oft zwischen Liebe und Verzweiflung, weil wir beide so emotional und leicht verletzbar sind. Auch behagt mir die Fernbeziehung nicht, aber mein Mann will momentan nicht einziehen, weil er glaubt, mit meiner Tochter funktioniert das nicht. Der Ausbruch meiner Tochter hat ihn bestärkt. Am Anfang habe ich die Vorteile einer Fernbeziehung gesehen, jetzt bin ich mir nicht mehr so sicher. Zumal meine Tochter sich inzwischen beruhigt hat und es wie ich sinnvoll fände, wenn er einzieht.

Dafür ist mein Sohn gerade todunglücklich in seiner Klasse, wie er mir am Anfang des Schuljahres gebeichtet hat. Sind halt, nachdem inzwischen über die Jahre acht Jungs wegen schwacher Leistungen die Schule verlassen haben, einfach zu wenige Jungs in der Klasse. Und wenn es mit denen nicht läuft, ist es blöd.

Ach ja, und dann wurde ich noch von meiner Vermieterin in den großen Ferien rausgeschmissen und bin am Anfang des Schuljahres Ende September umgezogen und sitze jetzt in meiner renovierten Altbauwohnung unterm Tannenbaum. Inzwischen gehen sogar Telefon, Internet und Fernseher. Aber die Leitungen sind immer noch falsch geschaltet, was aber – die Hoffnung stirbt zuletzt – nach zwei Absagen wegen Notfällen vor Weihnachten im neuen Jahr behoben werden soll. Einen Termin habe ich schon, aber das heißt ja nichts.

Im Job läuft es wenigstens rund. Das volle Deputat ist machbar und ich habe nette Klassen. Mit der Schulleitung funktioniert es nach einer Aussprache sehr gut und im Kollegium konzentriere ich mich auf eine Handvoll Leute und halte mit dem Rest freundliche Distanz.

Meine Tochter fühlt sich wohl an der neuen Schule und mein Sohn kommt nächstes Schuljahr in die Kurstufe, da werden die Karten neu gemischt.

Alles in allem ein Jahr mit vielen Herausforderungen. Seit August habe ich ständig Heulanfälle, aber ich hoffe, das hört wieder auf, wenn mein Leben in ruhigeres Fahrwasser kommt.

2020 – ich bin bereit.

Gesundheitscheck und Gesundheitsrezept – der momentane Stand🤸‍♀️🏃‍♀️🧘‍♀️

Wie ihr wisst, hat mich meine Ärztin vor ein paar Wochen ermahnt, dass ich so nicht weitermachen könne, und die theatralische Äußerung meines Mannes, er wolle nicht als „Witwer“ dastehen, als durchaus berechtigte Furcht eingestuft, was mich ziemlich geschockt hat.

Was ist seither passiert? Nun ja, wie immer, wenn mir jemand sagt, ich soll abnehmen, war ich gestresst und habe, auch wegen Megastress im Beruf vor den Ferien, erstmal drei Kilo zugenommen. Lach!

Die sind inzwischen wieder runter und sogar ein bisschen mehr, nicht zuletzt, weil ich Ferien habe. Stress birgt bei mir nunmal die Gefahr, mich mit energiehaltigem Essen zu versorgen und Weinchen zur Entspannung zu trinken.

Wie ich berichtet habe, hatte diese Stressernährung und wahrscheinlich auch der Stress selbst zu einer Übersäuerung des Körpers geführt, was sich bei mir in starken Gelenk- und Muskelschmerzen äußerte. Vier Tage basische Diät (Pflanzenkost und Tee) brachten zum Glück rasche Linderung.

Glücklich über meine Schmerzfreiheit ernähre ich mich immer noch überwiegend von Gemüse, Obst, Kartoffeln, Reis und Vollkorn. Das tut mir einfach gut.

Ansonsten mache ich Gymnastik und gehe viel Spazieren und achte auf Entspannungsinseln in meinem Tag. Die Zeit nach den Pfingstferien bis zu den großen Sommerferien wird zeigen, ob das ein belastbares Konzept ist…

Warum ich keine „Karriere“ machen will – ein nüchternes Fazit nach 2 Jahrzehnten im Job

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Nach 19 Jahren im Lehrerjob kann ich voller Überzeugung sagen: Ich will und werde in diesem Job keine „Karriere“ machen.

Das liegt vor allem an meinen Beobachtungen, WER in diesem Job Karriere gemacht hat und WELCHE FOLGEN das für das Verhalten und das Leben dieser Leute hatte.

Meine, ganz persönlichen, nicht unbedingt repräsentativen, Beobachtungen sind:

  1. Karriere machen oft nicht die Leute, die am kompetentesten sind, sondern die Menschen, die a) die beste Show machen und sich b) mit den richtigen Stellen und Personen gut stellen.
  2. Als Frau dem klassischen Frauchenschema zu entsprechen, hilft durchaus.
  3. Laute, ehrliche Charaktere und Menschen mit großer Klappe machen keine Karriere, als Frau kenne ich keinen einzigen Fall. Bei den Männern werden es auch immer weniger.
  4. In den letzten Jahren sind Visionen, große Ideen, wie Schule eigentlich sein soll, nicht mehr gefragt. Vielmehr geht es um Datenverwaltung, Vorschriften, Bürokratisierung.
  5. Wenn man einen guten Draht zu den Schülern hat und einen Topunterricht macht, bei dem die Schüler was lernen und motiviert werden, wird man von Schülern und Eltern geliebt und geschätzt. Von Schulleitung und Kollegen nicht unbedingt. Vor allem aber: Für eine Beförderung gibt es praktisch nichts, was weniger relevant wäre.
  6. Alle Kollegen, die in meiner Zeit an der Schule in höhere Positionen aufgestiegen sind, haben sich verändert. Nur eine einzige Person zu ihrem Vorteil.
  7. Wer eine Führungsposition hat, kriegt nicht nur mehr Geld aufs Konto, sondern leitet daraus anscheinend auch häufig ab, mehr wert zu sein als die Kollegen. Manche zeigen das deutlich, andere freuen sich still daran.
  8. Die gesundheitlichen Folgen einer Beförderung sind nicht zu unterschätzen. Hörsturz, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Burnout, Darmprobleme kommen bei Personen mit mehr Verantwortung häufiger vor.(Depressionen eher in den unteren Positionen.)
  9. Die Luft da oben ist einsam, man hat jetzt automatisch mehr Kollegen gegen sich.
  10. Man gewinnt Geld und Ansehen, aber oft verliert man auch einen großen Teil seiner persönlichen Freiheit.

Belege dafür, dass die Richtung stimmt

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Es gibt ja sowas wie ein Lebensgefühl und sowas wie harte Fakten. Und im Körper spiegelt sich nunmal sehr deutlich wider, wie es der Seele geht.

Dass es mir besser geht als vor ein paar Jahren, spüre und genieße ich jeden Tag – aber dass es wirklich nachweisbar so ist, lässt sich tatsächlich auch mit ein paar hard facts untermauern: Ich konnte sowohl Blutdrucksenker als auch Betablocker absetzen, ich kann kilometerlang wandern, ohne aus der Puste zu kommen, ich konnte mein Deputat nach und nach aufstocken, ohne dass es mich unter Stress setzt, und meine Haare sind wieder voller, wie gestern meine Friseurin erfreut bemerkte.

Es ist wirklich erstaunlich, welch verheerende Auswirkungen jahrelanger Dauerstress auf meine Gesundheit hatte, und es ist sehr erfreulich, dass eine Veränderung der Lebenssituation zum Guten sich so deutlich positiv auch gesundheitlich niederschlägt.

Das Altern – auch hier auf der Suche nach Vorbildern

Quelle: inciados com

Ich bin relativ früh mit den negativen Auswirkungen des Alterns konfrontiert worden. Meine Mutter ist die jüngste von drei Schwestern und die Abstände sind sehr groß. Deshalb war ich als Kind mit vielen alten Verwandten (alt heißt hier um die 80) konfrontiert und leider muss ich sagen, die meisten in meiner Verwandtschaft alterten nicht gut, was leider immer noch gilt. Deswegen verbinde ich mit dem Alter in meiner Familie körperliche Gebrechen, Depression, Rumjammern (was von Depression zu unterscheiden ist), Nörgelei und Sturheit.

Keine schönen Aussichten. So will ich nicht alt werden. Was also tun?

Sich positive Vorbilder anschauen: zum Beispiel die schicke, lebensfrohe und agile Schwester meines Vaters, meine Lieblings-Schauspielerin Katharine Hepburn und auch einige Kolleginnen.

Mir scheint, gut Altern geht so:

Körperlich agil bleiben (mit Sport und viel Bewegung im Alltag).

Weiterhin Lust daran haben, sich schick zu machen.

Mit Menschen aus allen Altersklassen befreundet sein.

Den Geist offen halten (mit Büchern, neuen Hobbies, neuen Kontakten).

Sich vernünftig ernähren.

Gut für sich sorgen (mental, seelisch, spirituell und körperlich).

Ein heiteres Gemüt haben.

Und Glück – Glück braucht man halt auch.