Liebe ist… Gedanken zum Valentinstag

Es gibt viele verschiedene Formen von Liebe. Die moderne Psychologie unterscheidet zwischen Amor, Eros und Agape.

Amor ist die romantische Liebe.

Eros die sexuelle Liebe.

Agape die mitmenschliche Liebe.

Selbst wenn man in der romantischen Liebe kein Glück hat, kann man somit noch viel Liebe in sein Leben bringen. Gerade die mitmenschliche Liebe wird dabei häufig unterschätzt. Die Liebe, die man gegenüber seinen Kindern oder Freunden empfindet, ist eine wundervolle Erfahrung und oft stabiler als die romantische Liebe und als der Eros sowieso. Deshalb sollte man es sich zum Beispiel gut überlegen, ob man mit einem Freund eine Affäre anfängt.

Der Valentinstag ist natürlich der Tag der romantischen Liebe, Thema in unzähligen Gedichten, Bildern und philosophischen Abhandlungen. Sie wird häufig als Quell höchsten Glücks angesehen. Das kann sie sicher sein, aber leider auch der Ursprung größten Unglücks. Wem das Herz gebrochen wird, der ist am Boden und verliert jede Lebenslust. Umgekehrt ist ein frisch Verliebter wie auf Droge und im Gehirnscan kann man sehen, dass die Regionen für das logische Denken schachmatt gesetzt sind. Verrückt, was die Liebe mit uns macht! Auf die Liebe!

Ich bin okay (Teil 2) – warum es wichtig ist, in einer Partnerschaft souverän zu sein

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„Jemand, der sein Lebensglück weitgehend abhängig von Partnerschaft macht, wird selbst nie ein guter Partner sein.“

(Elena-Katharina Sohn, Psychologin, „Brigitte“ 9/2016, zitiert in: „50 kluge Gedanken die Kopf & Seele öffnen“, Beiheft zu „Brigitte“ 3/2019)

 

Das sind sehr weise Worte. Viele Menschen glauben ja, dass sie erst durch einen Partner glücklich werden. Hoffen auf einen Retter, einen Prinzen, einen Ritter.

Ein manchmal erschreckend kluger Mann, mit dem ich mal kurz zusammen war nach meiner ersten Ehe, sagte mal zu mir, dass der andere erstickt, überfordert ist, wenn man ihn mit zu viel Liebe, zu viel Projektionen, zu viel Erwartungen überhäuft. Beide waren wir ausgehungert nach Liebe nach einer langen Ehe, in der es am Ende wenig Leidenschaft und Zärtlichkeit gegeben hatte. Im Nachhinein scheiterte unsere kurze Beziehung daran, an den übersteigerten Erwartungen von beiden Seiten. Wir wollten, dass der andere uns heilt, wieder ganz macht. Wir haben uns gar nicht richtig gesehen. Und als er mich sah, gefiel ich ihm nicht. (Was auch okay ist, sogar sein gutes Recht, auch wenn ich damals glaubte, es sei der Weltuntergang.) 

Um einen anderen richtig zu sehen, muss man ein Stück weit in sich selbst ruhen, sich selbst okay finden, mit sich selbst im Reinen sein. Das ist nun etwas, was ich an meinem neuen Mann total entspannend finde, er ist souverän. Findet sich gut. Und dadurch kann er mich auch so sein lassen, wie ich bin. Sich frei dafür entscheiden, mich zu lieben.

Ich bin immer wieder beeindruckt, wenn meine Tochter ihn ziemlich frech neckt oder einen ihrer pubertären Anfälle hat. Er kommt nie auf die Idee, dass er nicht okay ist, mein Exfreund hat dann immer sofort die Krise bekommen. Dieser Mann dagegen bleibt cool und nimmt es nicht persönlich. 

Das entlastet die Beziehung ungemein, nie muss ich Angst haben, dass er wegen meiner Tochter geht, und sie weiß das auch.

Ich wiederum habe manchmal Zweifel an mir, ob ich toll genug bin, und dann sagt er immer, er will nicht ausbaden, was andere vor ihm verbockt haben. Da hat er Recht. (Und er badet es natürlich trotzdem aus und baut mich liebevoll auf.) Ich merke auch, dass ich immer souveräner werde, aber es wird halt seine Zeit brauchen.

Meine eigenen Hobbies und meinen eigenen Freundeskreis habe ich schon immer, auch in meiner ersten Ehe, liebevoll gepflegt. Da hatte ich eh oft das Gefühl, dass ich eigentlich allein bin. Da war die Ehe eher ein Störfaktor eines ansonsten ausgefüllten Lebens, so bitter das klingt.

Ich sage es mal so: Ich brauche keinen Partner, um glücklich zu sein, und habe auch gar nicht mehr damit gerechnet. Aber es ist ein ganz wunderbares Glück, einen Partner zu haben, der einen wahrhaft sieht und liebt.

 

 

Das Altern – auch hier auf der Suche nach Vorbildern

Quelle: inciados com

Ich bin relativ früh mit den negativen Auswirkungen des Alterns konfrontiert worden. Meine Mutter ist die jüngste von drei Schwestern und die Abstände sind sehr groß. Deshalb war ich als Kind mit vielen alten Verwandten (alt heißt hier um die 80) konfrontiert und leider muss ich sagen, die meisten in meiner Verwandtschaft alterten nicht gut, was leider immer noch gilt. Deswegen verbinde ich mit dem Alter in meiner Familie körperliche Gebrechen, Depression, Rumjammern (was von Depression zu unterscheiden ist), Nörgelei und Sturheit.

Keine schönen Aussichten. So will ich nicht alt werden. Was also tun?

Sich positive Vorbilder anschauen: zum Beispiel die schicke, lebensfrohe und agile Schwester meines Vaters, meine Lieblings-Schauspielerin Katharine Hepburn und auch einige Kolleginnen.

Mir scheint, gut Altern geht so:

Körperlich agil bleiben (mit Sport und viel Bewegung im Alltag).

Weiterhin Lust daran haben, sich schick zu machen.

Mit Menschen aus allen Altersklassen befreundet sein.

Den Geist offen halten (mit Büchern, neuen Hobbies, neuen Kontakten).

Sich vernünftig ernähren.

Gut für sich sorgen (mental, seelisch, spirituell und körperlich).

Ein heiteres Gemüt haben.

Und Glück – Glück braucht man halt auch.

Nur ein schmaler Spalt – über die Zerbrechlichkeit des Seins

Manchmal denke ich, es trennt mich nur ein schmaler Spalt von einer viel schlimmeren Variante meines Lebens.

Ich hätte in meiner alten Ehe chronisch depressiv werden können oder aus dem Fenster springen oder meinen Mann mit der Axt erschlagen.

Mein Exmann hätte nach der Scheidung durchdrehen können und das Haus abfackeln.

Meine Tochter hätte im Heim landen können wegen ihrer zeitweisen Schulverweigerung aufgrund von Schulangst.

Mein Sohn könnte Heroin spritzen statt zu rauchen.

Ich könnte 200 kg wiegen statt nur zehn zu viel.

Ich hätte in meinem Job von einer mehr gestrengen, humorfreien Schulleitung schon Dutzende Abmahnungen bekommen können.

Mein Exfreund hätte mich nicht verlassen können und ich müsste jetzt die ganze Zeit mein Aussehen und meinen Charakter von ihm sezieren lassen.

Da ich in diesem Bewusstsein lebe, bin ich meistens gut gelaunt. Einiges habe ich selbst verhindert, in anderen Dingen habe ich einfach Glück gehabt. 🐷🐞🍀

Meine Weihnachten im Wandel der letzten Jahre – ein Rückblick

dav

Weihnachten 1999

Mein damaliger Mann und ich feiern zu sechst mit unseren Eltern. (Wir sind beide leider Einzelkinder). Es ist ein lustiger Abend und alle, denen ich das hinterher erzähle, beneiden mich, dass meine Eltern uns so gut verstehen.

Weihnachten 2004

Unser Sohn ist geboren und wir feiern zu dritt in unserem eigenen Haus. Ich bin überglücklich.

Weihnachten 2005

Dank einer totalen Überforderung nach vorheriger Selbstüberschätzung meinerseits habe ich gleich wieder angefangen zu arbeiten, da es kein noch kein Elterngeld gibt, und darauf folgt die Überforderung meines Mannes und seiner und meiner Eltern (eigentlich war nur das Baby gut drauf, zum Glück bei alledem). Nun ist die Familie zerstritten und meine Eltern haben Hausverbot. Und wir feiern einmal zu Haus, einmal bei den Eltern meines Mannes und einmal bei meinen ohne ihn.

Weihnachten 2009

Dank der Geburt unserer Tochter hat sich die Familie wieder berappelt und wir feiern Heiligabend bei uns mit allen Großeltern.

2011

Wieder Lebenskrise meinerseits (von der sich langsam herauskristallisiert, dass es wohl eher eine Ehekrise ist). Wieder getrenntes Feiern und Heiligabend wird zunehmend der Tag, an dem ich an Scheidung denke.

Weihnachten 2015

Ich habe mich getraut und bin in den Sommerferien ausgezogen. Ich feiere angeschlagen, aber glücklich allein mit meiner Tochter und zwei Tage später mit meinem Sohn bei meinen Eltern.

Weihnachten 2018 (heute)

Ich feiere Heiligabend mit meinem neuen Mann und meiner Tochter. Am 1. Weihnachtstag kommt mein Sohn und am 2. meine Eltern, die sich super mit meinem Schatz verstehen und ihn bei dieser Gelegenheit erstmals treffen. Es ist ein sehr lustiger Abend.

Ich bin überglücklich und muss feststellen, es waren bewegte Jahre und ich bin sehr stolz, dass ich sie einigermaßen heil (wer ist schon vollkommen heil in meinem Alter?!) überstanden habe und dass meine Kinder trotz alledem glückliche und wohlgeratene Menschen geworden sind.