Manchmal muss man sich zu seinem Glück zwingen

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Bin heute praktisch den ganzen Tag mit der Erkältung im Bett rumgedümpelt, bis ich um drei beschlossen habe, dass es so nicht weitergeht. Schließlich will ich morgen wieder arbeiten und wenigstens ein bisschen das Gefühl von Wochenende gehabt haben.

Also habe ich mich, wie übrigens auch gestern, aufgerafft und auf den Balkon gesetzt. Mit Kaffee und Buch. Nebenbei habe ich mit meinem Sohn noch gequatscht und den Wochenmüll entsorgt.

Ich muss mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass es mir gut tut, mich aufzuraffen. Und wenn es wegen der Tagesform nur zu was Kleinem ist…

Was wirklich zählt – Reflexion nach einem Gespräch

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Ich hatte gestern ein Gespräch mit einer älteren Frau (ich kann nicht Dame schreiben, weil das null passt) aus meinem Dorf. Sie ist ein abschreckender Typ Mensch und meckert viel rum und ist nicht besonders beliebt.

Sie hat mir ihr Leid geklagt, dass sie immer gespart habe, um ihr Haus zu renovieren und sich Wohnungen kaufen zu können, die sie dann vermietet. Sie habe ihr Leben lang gearbeitet und sei seit 30 Jahren nicht in Urlaub gefahren. Und ihre Gesundheit sei nun im Alter auch nicht mehr die beste.

Sie habe Sehnsucht danach, öfter ein Schwätzchen mit mir zu halten. Ich sagte offen, dass mich das überrasche, weil ich bisher nicht den Eindruck hatte. (Sie ist eher der Typ, der einem eine Standpauke hält, wenn man ihr mal begegnet. Ehrlich gesagt, habe ich ein bisschen Angst vor ihr und versuche, ihr aus dem Weg zu gehen.) Wieder mal ein typisches Beispiel, dass jemand unglücklich ist, und dann nur rummeckert und so erst recht keinen Anschluss findet.

Tja, was soll ich sagen: Da hat wohl jemand aufs falsche Pferd gesetzt. Wenn sie regelmäßig in Urlaub gefahren wäre und Freundschaften gepflegt hätte, statt Geld und Immobilien anzuhäufen, hätte sie vermutlich klüger für ihr Alter vorgesorgt.

Aber letztlich ist alles eine Frage des Naturells – wenn ihr Mann Geburtstag hat, ist Bombenstimmung und das halbe Dorf da. Er schafft es, das Leben zu genießen, obwohl er auch bei schwacher Gesundheit ist und 30 Jahre nicht in Urlaub war und reißt auch mal einen Scherz mit den Leuten.

Aber wie sie mal so schön zu mir gesagt hat: ihm gehört nichts, ihr alles. Wenn sie sich da mal nicht täuscht…

Mein momentanes Lebensgefühl

dav

Ich bin erfüllt von einem tiefen Glücksgefühl im Moment: Mein Schatz war sechs Tage da, der Frühling bricht an, meine Kinder sind voll goldig drauf und wir haben ab morgen Nachmittag eine Woche Faschingsferien – in denen ich zwar korrigieren muss und meine Tochter eine Buchbesprechung vorbereiten, aber trotzdem viel freie Zeit, hurra!

Ich tanke jetzt ganz viel Kraft für Zeiten, in denen es mal wieder harkt…

Liebe ist… Gedanken zum Valentinstag

Es gibt viele verschiedene Formen von Liebe. Die moderne Psychologie unterscheidet zwischen Amor, Eros und Agape.

Amor ist die romantische Liebe.

Eros die sexuelle Liebe.

Agape die mitmenschliche Liebe.

Selbst wenn man in der romantischen Liebe kein Glück hat, kann man somit noch viel Liebe in sein Leben bringen. Gerade die mitmenschliche Liebe wird dabei häufig unterschätzt. Die Liebe, die man gegenüber seinen Kindern oder Freunden empfindet, ist eine wundervolle Erfahrung und oft stabiler als die romantische Liebe und als der Eros sowieso. Deshalb sollte man es sich zum Beispiel gut überlegen, ob man mit einem Freund eine Affäre anfängt.

Der Valentinstag ist natürlich der Tag der romantischen Liebe, Thema in unzähligen Gedichten, Bildern und philosophischen Abhandlungen. Sie wird häufig als Quell höchsten Glücks angesehen. Das kann sie sicher sein, aber leider auch der Ursprung größten Unglücks. Wem das Herz gebrochen wird, der ist am Boden und verliert jede Lebenslust. Umgekehrt ist ein frisch Verliebter wie auf Droge und im Gehirnscan kann man sehen, dass die Regionen für das logische Denken schachmatt gesetzt sind. Verrückt, was die Liebe mit uns macht! Auf die Liebe!

Ich bin okay (Teil 2) – warum es wichtig ist, in einer Partnerschaft souverän zu sein

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„Jemand, der sein Lebensglück weitgehend abhängig von Partnerschaft macht, wird selbst nie ein guter Partner sein.“

(Elena-Katharina Sohn, Psychologin, „Brigitte“ 9/2016, zitiert in: „50 kluge Gedanken die Kopf & Seele öffnen“, Beiheft zu „Brigitte“ 3/2019)

 

Das sind sehr weise Worte. Viele Menschen glauben ja, dass sie erst durch einen Partner glücklich werden. Hoffen auf einen Retter, einen Prinzen, einen Ritter.

Ein manchmal erschreckend kluger Mann, mit dem ich mal kurz zusammen war nach meiner ersten Ehe, sagte mal zu mir, dass der andere erstickt, überfordert ist, wenn man ihn mit zu viel Liebe, zu viel Projektionen, zu viel Erwartungen überhäuft. Beide waren wir ausgehungert nach Liebe nach einer langen Ehe, in der es am Ende wenig Leidenschaft und Zärtlichkeit gegeben hatte. Im Nachhinein scheiterte unsere kurze Beziehung daran, an den übersteigerten Erwartungen von beiden Seiten. Wir wollten, dass der andere uns heilt, wieder ganz macht. Wir haben uns gar nicht richtig gesehen. Und als er mich sah, gefiel ich ihm nicht. (Was auch okay ist, sogar sein gutes Recht, auch wenn ich damals glaubte, es sei der Weltuntergang.) 

Um einen anderen richtig zu sehen, muss man ein Stück weit in sich selbst ruhen, sich selbst okay finden, mit sich selbst im Reinen sein. Das ist nun etwas, was ich an meinem neuen Mann total entspannend finde, er ist souverän. Findet sich gut. Und dadurch kann er mich auch so sein lassen, wie ich bin. Sich frei dafür entscheiden, mich zu lieben.

Ich bin immer wieder beeindruckt, wenn meine Tochter ihn ziemlich frech neckt oder einen ihrer pubertären Anfälle hat. Er kommt nie auf die Idee, dass er nicht okay ist, mein Exfreund hat dann immer sofort die Krise bekommen. Dieser Mann dagegen bleibt cool und nimmt es nicht persönlich. 

Das entlastet die Beziehung ungemein, nie muss ich Angst haben, dass er wegen meiner Tochter geht, und sie weiß das auch.

Ich wiederum habe manchmal Zweifel an mir, ob ich toll genug bin, und dann sagt er immer, er will nicht ausbaden, was andere vor ihm verbockt haben. Da hat er Recht. (Und er badet es natürlich trotzdem aus und baut mich liebevoll auf.) Ich merke auch, dass ich immer souveräner werde, aber es wird halt seine Zeit brauchen.

Meine eigenen Hobbies und meinen eigenen Freundeskreis habe ich schon immer, auch in meiner ersten Ehe, liebevoll gepflegt. Da hatte ich eh oft das Gefühl, dass ich eigentlich allein bin. Da war die Ehe eher ein Störfaktor eines ansonsten ausgefüllten Lebens, so bitter das klingt.

Ich sage es mal so: Ich brauche keinen Partner, um glücklich zu sein, und habe auch gar nicht mehr damit gerechnet. Aber es ist ein ganz wunderbares Glück, einen Partner zu haben, der einen wahrhaft sieht und liebt.

 

 

Das Altern – auch hier auf der Suche nach Vorbildern

Quelle: inciados com

Ich bin relativ früh mit den negativen Auswirkungen des Alterns konfrontiert worden. Meine Mutter ist die jüngste von drei Schwestern und die Abstände sind sehr groß. Deshalb war ich als Kind mit vielen alten Verwandten (alt heißt hier um die 80) konfrontiert und leider muss ich sagen, die meisten in meiner Verwandtschaft alterten nicht gut, was leider immer noch gilt. Deswegen verbinde ich mit dem Alter in meiner Familie körperliche Gebrechen, Depression, Rumjammern (was von Depression zu unterscheiden ist), Nörgelei und Sturheit.

Keine schönen Aussichten. So will ich nicht alt werden. Was also tun?

Sich positive Vorbilder anschauen: zum Beispiel die schicke, lebensfrohe und agile Schwester meines Vaters, meine Lieblings-Schauspielerin Katharine Hepburn und auch einige Kolleginnen.

Mir scheint, gut Altern geht so:

Körperlich agil bleiben (mit Sport und viel Bewegung im Alltag).

Weiterhin Lust daran haben, sich schick zu machen.

Mit Menschen aus allen Altersklassen befreundet sein.

Den Geist offen halten (mit Büchern, neuen Hobbies, neuen Kontakten).

Sich vernünftig ernähren.

Gut für sich sorgen (mental, seelisch, spirituell und körperlich).

Ein heiteres Gemüt haben.

Und Glück – Glück braucht man halt auch.