„Folge dem Rat deines Herzens…“

„… und du wirst bei dir selbst ankommen.“

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Dieses kleine, aber feine Büchlein von John Strelecky habe ich gerade angefangen zu lesen und weiß schon jetzt, dass es eine Seite in mir zum Klingen bringt.

Denn genau das habe ich in den letzten Jahren erfahren: Man muss seiner inneren Stimme folgen und dann kann man auch wieder glücklich werden und bei sich sein. Aus angeblichen Vernunftgründen, die teils von außen an mich herangetragen wurden („die Kinder kriegen bei jeder Scheidung einen Schaden“, „es kommt nix Besseres nach“), und meinen eigenen Ängsten (Werde ich es allein überhaupt schaffen? Werden meine Depressionen schlimmer werden? Werde ich am Ende beide Kinder verlieren?) blieb ich in einer Ehe, von der ich wusste, dass da keine Liebe mehr ist und dass wir eigentlich nicht zusammenpassen. Aufrecht hielt mich nur der Gedanke, zu gehen, wenn beide Kinder ihr Abitur haben.

Das flaue Gefühl im Magen, das sich manchmal als regelrechter Würgereiz äußerte, und die Panikattacken kämpfte ich tapfer nieder. Schob sie auf meine Depression, durch die ich allerdings zunehmend in die schwächere Position in der Beziehung geriet, wodurch die Situation schließlich eskalierte.

Was soll ich sagen? Heute, 3 1/2 Jahre später geht es mir gut und den Kindern auch. (Und sie haben auch keinen größeren Knall als andere.) Mein Exmann und ich haben inzwischen neue Partner und wir können noch (oder wieder) miteinander reden. Und ich – ich habe gelernt, auf mein Gefühl zu hören.

Das habe ich auch praktiziert, als ich meinen jetzigen Mann kennengelernt habe, der für mich das ganz große Glück ist. Viele Menschen in meiner Umgebung, hatten Zweifel, ob das gutgehen wird, und ich habe immer gesagt: Ich folge meinem Gefühl. Und es hat mich nicht getrogen. (Und wenn die Beziehung irgendwann, warum auch immer, doch scheitern sollte, egal, diese wundervolle Zeit kann mir keiner mehr nehmen.)

Nicht nur in der Liebe, sondern auch sonst, kann ich inzwischen von mir sagen, dass ich angekommen bin. Dazu hat es zugebenermaßen ein Trauer- und Selbstfindungsjahr gebraucht, aber seit August 2016 kann ich sagen, ich bin mit mir selbst im Reinen und würde es auch schaffen, alleine durchs Leben zu gehen. Damit will ich nicht sagen, dass ich mich nicht mehr weiterentwickeln will. Leben heißt für mich immer Wandel. Aber ich weiß jetzt, wer ich bin und was ich will. Und was nicht. Und ich bin bereit, danach zu leben.

Liebe ist… Gedanken zum Valentinstag

Es gibt viele verschiedene Formen von Liebe. Die moderne Psychologie unterscheidet zwischen Amor, Eros und Agape.

Amor ist die romantische Liebe.

Eros die sexuelle Liebe.

Agape die mitmenschliche Liebe.

Selbst wenn man in der romantischen Liebe kein Glück hat, kann man somit noch viel Liebe in sein Leben bringen. Gerade die mitmenschliche Liebe wird dabei häufig unterschätzt. Die Liebe, die man gegenüber seinen Kindern oder Freunden empfindet, ist eine wundervolle Erfahrung und oft stabiler als die romantische Liebe und als der Eros sowieso. Deshalb sollte man es sich zum Beispiel gut überlegen, ob man mit einem Freund eine Affäre anfängt.

Der Valentinstag ist natürlich der Tag der romantischen Liebe, Thema in unzähligen Gedichten, Bildern und philosophischen Abhandlungen. Sie wird häufig als Quell höchsten Glücks angesehen. Das kann sie sicher sein, aber leider auch der Ursprung größten Unglücks. Wem das Herz gebrochen wird, der ist am Boden und verliert jede Lebenslust. Umgekehrt ist ein frisch Verliebter wie auf Droge und im Gehirnscan kann man sehen, dass die Regionen für das logische Denken schachmatt gesetzt sind. Verrückt, was die Liebe mit uns macht! Auf die Liebe!

Bleib berührbar🌱🌹🍃

 

Quelle: 🌍 babinja
Quelle: 50 kluge Gedanken, die Kopf & Seele öffnen, Beiheft zu „Brigitte“ 3/19

Ich finde diesen Gedanken sehr wahr und tröstlich, denn ich erlebe mich oft als sehr verwundbar und hadere manchmal damit. Würde mir gerne eine schützende Rüstung anziehen, was meinem Charakter aber widerspricht.

Die Erkenntnis, dass, nur wer verwundbar ist, berührbar ist, birgt die tiefe Wahrheit, dass Liebe und Freundschaft und echte Nähe nur erfahren kann, wer einen anderen an sich wahrhaft heranlässt. Und dann kann man furchtbar enttäuscht werden. Aber eben auch echte Freundschaft und tiefe Liebe erfahren.

Die erfüllte Liebe, die ich momentan erleben darf, entspricht dem tiefen Schmerz, den ich auch schon erfahren musste. Beide Male war das Gefühl einfach überwältigend, dachte ich, mein Herz springt gleich aus der Brust.

 

Schon wieder Migräne

… oder Spannungskopfschmerzen oder aufziehende Erkältung, was weiß ich. Ist so zermürbend. Hatte eigentlich den Eindruck, es wird besser, seufz.

Also gut, Vitamin B nehmen, gehe trotzdem arbeiten, ist nicht lang heute (und Schmerzen noch aushaltbar) und dann Nickerchen, Qi Gong, Entspannungsmusik.

Die Menschen, die praktisch nie Kopfschmerzen haben, wissen echt gar nicht, wie das ist. Naja, vermutlich haben sie dafür eine andere Baustelle. Hatte früher auch Gastritis. Aber die Beschwerden haben sich vom Magen in den Kopf verlagert, seit ich Zwanzig bin. Im Magen ist ja das Urzeithirn. Vielleicht habe ich mich ja weiterentwickelt, wenn ich jetzt mit dem Kopf reagiere. Bin tatsächlich weniger emotional als früher und durchdenke die Dinge mehr.

Ach ja, und bei existenzbedrohlichem Stress kriege ich natürlich Herzbeklemmungen, so einen Stress hatte ich in meiner Kindheit und Jugend gar nicht. Das nennt man dann wohl eine schöne Kindheit.

Das Herz wird eng

Alles zu viel 

Es schnürt mir die Luft ab

Zu viel Arbeit 

Zu viel Sorgen

Mit Kindern 

Mit Partner 

Mit Geld 

Ich werde gegen die Wand gedrückt 

Mein Brustkorb zusammengepresst

Ich weiß ich schaffe es 

Ich muss 

Ich bin müde