Manchmal bist du zu langsam für dein Leben 🐌

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Die letzten drei Wochen war in meinem Leben die Hölle los: Schuss vor den Bug von meinem Körper, Magenschleimhautentzündung meiner Tochter. Daraufhin ihre Entscheidung zum Schulwechsel. Schriftliches Abitur. Erkenntnisse über mich und andere.

Bisschen viel alles. Ich denke, ihr kennt das: manchmal passiert monatelang gefühlt nichts und dann bewegt sich das Leben plötzlich in Riesenschritten und man muss gucken, dass man mitkommt…

Lobpreisung des Frühlings: Ein Fest der Sinne

Diese grünen Bäume, diese Blumen (manche wie der bezaubernde Löwenzahn, der so fröhlich gelb aus den Wiesen und Pflastersteinen ploppt, angeblich „Unkraut“), diese nach Blüten und Nektar duftende Luft, dieses bezaubernde Vogelgezwitscher, das Gras unter meinen Füßen, die Natur in Kommunikation mit mir.

Der Frühling weckt all meine Sinne. Er ist ein guter Liebhaber, ich bin ganz betört von ihm. Verliebt in den Frühling. Das Leben.

Hier ein paar Eindrücke von meinem gestrigen Spaziergang…

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PS: Habe die erste Pusteblume gepustet dieses Jahr.

Das gehört wohl dazu – die Lebensmitte als zweite Pubertät

(Quelle: pixabay)

Was soll ich sagen: Manchmal fühle ich mich jetzt wie in der zweiten Pubertät. Zum Glück sind meine Kinder gerade in der ersten und verstehen mich deshalb gut.

Zwischen Höhenflug und Tal der Verzweiflung, Lachkrampf und Heulanfall liegen oft nur wenige Momente. Man/frau ist eben einfach dünnhäutiger.

Gleichzeitig erlebt man alles viel intensiver, wodurch das Leben nicht mehr so an einem vorbeirauscht, sondern man plötzlich den Eindruck hat: Hey, da passiert ja richtig was! Da geht’s ja voll ab! Und genau so ist es auch.

Eine anstrengende, aber auch wundervolle Zeit.

Denke anders, lebe anders

Auf mich trifft das 100 Prozent zu. Ich dachte, ich hätte alle Entscheidungen für immer getroffen, Haus, Ehe, Kinder – Leben geplant bis zur Pension. War ja so eine Sicherheitsfanatikerin.

Seit dem 4. September 2015 ist mein Leben ein völlig anderes.

Ich habe mich nämlich gefragt:

Was will ICH?

WAS will ich?

Was WILL ich?

Die Weisheiten von den Fotos sind aus dem Buch von Streleck, das damals noch nicht geschrieben war.

Mich hat damals der Roman „Zwei an einem Tag“ sehr beeindruckt, in dem klar wurde, wie sehr sich das Leben aufgrund von Entscheidungen wandeln kann.

Auch das Marc-Aurel-Zitat „Im Laufe der Zeit nimmt die Seele die Farben der Gedanken an“ hatte schon Jahre zuvor bei mir was ausgelöst.

Ab und an im Leben muss man einfach innehalten und sich fragen, ob man noch auf einem Weg ist, der zu einem passt.

Das bedeutet nicht, dass man versagt oder falsche Entscheidungen in der Vergangenheit getroffen hat, sondern dass man sich wandelt und die Menschen um einen herum und andere äußerliche Gegebenheiten eben auch…

Warum ich zur Zeit nicht in fremde Bücherwelten abtauchen will

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Ich hätte nie gedacht, dass ich das jemals schreibe, bin ich doch traditionell eine Leseratte par excellence. Aber momentan will ich mich ausdrücken, kommunizieren, ins Außen gehen. Ich will leben und nicht über das Leben von anderen lesen, zumindest nicht, wenn sie fiktive Figuren oder schon tote Prominente oder kulturelle oder geschichtliche Persönlichkeiten sind (dabei liebe ich sonst Biografien und Autobiografien!) – andere Blogs lese ich zum Beispiel sehr gerne.

Daher wird das auch nichts mit der Hesse-Biografie. Hesse interessiert mich gerade nicht. Ich bin zu beschäftigt mit dem Leben. Mein Lesewahn hatte ja auch immer etwas sehr Weltabgewandtes, zur Zeit finde ich den Austausch mit anderen, ob real oder über Blog oder Chat einfach wichtiger. Ich habe das Gefühl, es passiert so viel und andere (lebende Menschen des Hier und Jetzt) haben so viel zu sagen und ich auch – da erscheint es mir gerade fast als Zeitverschwendung dicke Bücher zu lesen.

Dabei habe ich natürlich immer auch Erkenntnisse und Impulse von Büchern bekommen, das wird auch sicher so bleiben. Mein innerer Wandel die letzten Jahre wurde maßgeblich von Büchern und der Reflexion über diese und mich selbst begleitet.

Auch jetzt bin ich nicht völlig leseabstinent. Ich habe zum Beispiel in den letzten Monaten ein Buch von Christiane Northrup über die Wechseljahre, die Autobiografie von Otto Waalkes und ein sehr interessantes Buch über Ernährung („Der Ernährungskompass“) mit Gewinn gelesen und den „Spiegel“ lese ich auch wöchentlich. Aber ich habe einfach im Moment mehr das Bedürfnis nach Austausch als nach innerer Einkehr. Früher habe ich mehrere Bücher pro Woche gelesen, das will ich gerade nicht. Stattdessen ist mein Blick mehr nach außen gerichtet zur Zeit…

That’s the spirit!

Quelle: pinterest. co.uk

Egal, was ist, am Ende wartet eh der Tod. So gesehen gibt es kein echtes Happy End im Leben. Dessen muss man sich ab und an bewusst werden. Allerdings liegt es größtenteils an uns, was wir bis dahin aus unserem Leben machen.

Ich bin froh, dass ich den Absprung ins Leben noch gekriegt habe. Meine Mutter verpasst ihn gerade und mein Papa muss aufpassen, dass er nicht mit runtergezogen wird.