Mach dich locker, Baby!

„Perfektion ist auch keine Lösung.“

(Natalie Knapp, Philosophin, in: „50 kluge Gedanken, die Kopf und Herz öffnen, Beiheft zu “ Brigitte“ 3/2019)

Natürlich sollte man seine Aufgaben gewissenhaft erledigen. Aber man sollte es eben nicht übertreiben, man muss nicht 120 Prozent geben, nicht mal 100 – 80 Prozent reichen in der Regel.

Wenn man alles mit dem Anspruch macht, perfekt zu sein, setzt man sich nicht nur selbst unter Druck, sondern geht auch seinen Mitmenschen oft mächtig auf die Nerven.

Eine gewisse Lockerheit entspannt das Klima enorm, beruflich und privat.

Oder wie der Enkel in dem genialen Film „Willkommen bei den Hartmanns“ mit seiner Band rappt: „Chill mal dein Gesicht, Mann, komm mal runter!“

PS: „Philosophin“, was für eine coole Berufsbezeichnung, verdient die damit wirklich Geld? Neid!

 

Houston, wir haben ein Problem – Wie ich regelmäßig an den „kleinen Dingen“ scheitere

(Dies ist ein nicht ganz ernstgemeinter Artikel, der aber leider trotzdem einen sehr wahren Kern hat. Seufz.)

Ich bin jemand für die großen Dinge: Liebeskummer heilen, den Nahostkonflikt lösen, die Welttevolution planen. Dafür bin ich genau die richtige.

An den kleinen Dingen scheitere ich jedoch regelmäßig. Heute Morgen zum Beispiel daran, dass wieder dieses blöde Mittelteil in der Besteckschublade der Geschirrspülmaschine runtergekracht ist.

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Auch bei der Arbeit treiben mich die angeblich kleinen Dinge regelmäßig in den Wahnsinn: die Multimediaeinheit, die beim Schülerreferat rumzickt oder auch, obwohl reserviert, nicht im vorgesehenen Raum ist. Die Doppelbelegung von Zimmern, dass ich Vertretung gleichzeitig in zwei Klassen habe. Solche Dinge nerven mich total, weil sie so unnötig sind. Und teilweise auch an Egoismus und Schlamperei oder was auch immer liegen oder eben an den Tücken der Technik.

Wenn dagegen ein Schüler ein ernstzunehmendes Problem hat, das höre ich mir gerne an und habe vielleicht sogar ganz gute Tipps. Aber dieser Kleinkram, der zu so viel Reibungs- und Energieverlusten führt, der nervt mich gewaltig, je nach akutem Stresslevel mal mehr, mal weniger.

Wenn zum Beispiel die Geschirrspülmaschine oder Waschmaschine zickt, werde ich schnell ungeduldig. Diese Geräte sollen einfach gehen und gut. Wenn ich dann genervt irgendwas mache, führt das oft zu nichts Gutem. Die empfindliche Elektronik der sauteuren Waschmaschine reagiert jedenfalls schon leicht verstört auf mich. 

Früher hat mein Exmann all diesen Kram repariert und  dann gerne auch mal kommentiert, dass ich „dumm wie Scheisse“ (Originalzitat) sei. Kann ich auch darauf verzichten auf so eine Hilfe. Jetzt löse ich technische Probleme halt auf meine Art oder mit Hilfe des Klempners.

Was soll ich sagen, ich bin halt mehr Psychologin und Philosophin als Handwerkerin. Was  mich eigentlich nervt, ist glaube ich das Ausgeliefertsein in so Situationen bei gleichzeitiger Lächerlichkeit des Ganzen. Wenn ich schon ausgeliefert bin, soll es wenigstens ein echtes Problem sein, Liebeskummer, Streit mit einer Freundin, Sorgen der Kinder usw. Wie gesagt, da bin ich qualifiziert, da helfe ich gern.

Unter dem Wahren, Schönen und Guten mache ich es nicht. Aber leider funktioniert das Leben nicht so und der Philosoph muss auch mal Wäsche waschen. 

Und ich mich jetzt um das blöde Teil der Geschirrspülmaschine kümmern.