Take you time – kleine Pausen

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Kleine Pausen am Tag bringen ja laut Forschungsergebnissen mehr als unter der Woche durchzupowern und dann am Wochenende völlig platt abzuhängen.

Je gestresster oder erschöpfter ich bin, umso lieber verbringe ich diese Pausen allein…

Wie wichtig für mich solche Pausen sind, habe ich in meinem Job schnell gelernt und als Mutter dann auch nochmal auf andere Weise. Inzwischen verteidige ich diese Pausen auch sehr bestimmt.

Warum sage ich manchmal nicht einfach Stopp?

Das habe ich mich gestern Abend am Ende des Tages gefragt. Der Tag war mega anstrengend, ich hatte von 7 bis 14 Uhr keine Sekunde Pause und lauter Herausforderungen. Morgens kranke Tochter zu Hause versorgt, dann Unterricht mit Tablet in der siebten Klasse, was ich gestern zum ersten Mal praktiziert habe (ist ein Schulversuch). Unvorhergesehenes Problemgespräch mit zwei Kolleginnen über Schüler, den ich als Mentorin betreue, in der Großen Pause. (Wo sich herausgestellt hat, dass sich die Mutter über mich etwas aufregt hat, obwohl sie zu mir am Telefon reizend war.) Neuer Kurs in den letzten beiden Stunden. Danach noch Betreuungsgepräch mit meiner Referendarin.

Danach war ich fix und fertig und war der Überzeugung, ich hätte mein Handy irgendwo verlegt. Alles Suchen und Mich-Anrufen-Lassen von netten Schülern und Kollegen brachte nichts. (Sind sogar mit anrufendem Telefon der Referendarin ins Klo gegangen, in der Hoffnung, dass es mir da irgendwo rausgefallen ist und wir es durch das Klingeln finden.)

Das Handy hatte ich in der Hektik zu Hause vergessen, wie sich dann herausstellte. Überglücklich bin ich daraufhin mit meiner Tochter Essen gegangen und dann haben wir Schuhe für uns beide für die neue Saison gekauft.

So weit so gut. Leider habe ich dann noch eine Mail an eine Kollegin aus dem Problemgespräch gesendet, weil mir das keine Ruhe gelassen hat. Das darauf folgende Hin und Her hat mich dann wieder mächtig aufgeregt.

Danach habe ich mich hingesetzt und gefragt, wie ich das in Zukunft besser machen kann.

Erstens: Wenn ich mit der Müslischüssel in der Hand dastehe und Kopfweh habe, werde ich meine einzige Pause verteidigen und ein Problemgespräch ablehnen und einen Alternativtermin anbieten. Ich habe ein Recht auf meine Pause!

Zweitens: Wenn ich mich dann abends wieder beruhigt habe, werde ich nicht mehr berufliche Mails schreiben, sondern das am nächsten Tag regeln.

Fazit: Ich werde versuchen, mehr auf mich zu achten. Besser für mich zu sorgen. Sonst werde ich es kaum schaffen, nächstes Jahr volles Deputat zu arbeiten. Also: Stopp sagen zu anderen und zu mir selbst.