Ich kann inzwischen gut verstehen, … 🐛🐌

… was die Vorteile von Introvertiertheit sind. Allerdings gehört das Merkmal Introvertiertheit/Extravertiertheit zu den „Big Five“ der Persönlichkeitseckpfeiler, die einen Charakter ausmachen und laut Forschung praktisch unveränderbar sind.

Schade eigentlich. Ich wäre manchmal wirklich gerne introvertiert. Man ist weniger exponiert, hat seine Ruhe, ist wenig durchschaubar und damit in der Regel aus der Schusslinie bei Konflikten und man ist für viele sogar eine interessante, weil rätselhafte Persönlichkeit.

Ich dagegen bin oft mitten innerhalb der Konflikte oder sonstwie auf der Bühne des Geschehens, sage häufig offen, was ich denke, oder man merkt mir es an.

Aber manchmal wäre ich gerne einfach jemand, der ein ruhigeres Leben hat. Es gibt eben Phasen im Leben, da ist man mit dem Innen so beschäftigt, dass man sich aus dem Außen etwas zurückziehen muss … Wenn das Innere schon so bewegt ist, braucht man an der Außenfront Ruhe. Muss man sich ein wenig verpuppen, wie die Raupe, bevor sie den nächsten Entwicklungsschritt macht. Und genau das mache ich zur Zeit …

I love my job! 😊🙃

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Diesen wunderschönen Blumenstrauß habe ich von meiner Klasse zum Abschied bekommen, weil ich sie zum Halbjahr an eine Kollegin abgebe, die aus dem Babyjahr zurückkommt.

Ich liebe meinen Job! Nicht, weil ich da wundervolle Blumensträuße bekomme, sondern weil die Schüler wie ich ihr Herz auf der Zunge tragen. Sie sagen, was sie denken, Schiller, Goethe und ich kriegen schonungslos gesagt, was Sache ist. Das ist toll, genau so, wie ich es mag. Kein höfliches Rumgeeiere, sondern Tacheles.

Wenn es immer heißt, die Lehrer kriegen so wenig Anerkennung, denke ich immer immer, wovon reden die überhaupt? Ich kriege ganz viel positives Feedback, von Schülern, Eltern, Kollegen und auch der Schulleitung.

Klar in der Gesellschaft gibt es mitunter vielleicht Vorurteile gegen Lehrer, but so what? – die Gesellschaft kennt mich ja nicht persönlich. Auf Parties oder so fragen Menschen, die mich nicht kennen, immer interessiert nach, wie das so ist als Lehrer.

Ja also, ich finde es prima: Man bringt jungen Menschen etwas bei, was man wichtig findet, in meinem Fall sprachlichen Ausdruck, überzeugendes Argumentieren, das Auseinandersetzen mit Literatur, Politik und Geschichte. Und es vergeht nicht ein Tag, wo man nicht selbst neue Erkenntnisse erhält, über Themen des Unterrichts, der Gesellschaft oder auch die Psychologie des Einzelnen, der Gruppe – und letztlich auch sich selbst.

Außerdem kann ich auch meine kreative Ader voll ausleben in dem Job und meinem Hang zum Quatschkopfsein, wofür ich sehr dankbar bin. Und letztendlich ist man immer am Puls der Zeit.

Ich rate meinem Schülern immer, dass sie auch anstreben sollen, einen Beruf zu finden, in dem sie möglichst viel von ihrer Persönlichkeit einbringen können. Dann ist die Arbeit kein Krafträuber, sondern ein Kraftspender.