Wer bin ich? Wer war ich? Wer will ich werden? 🐛

Mit diesen grundlegenden Fragen werde ich gerade konfrontiert, wo ich dabei bin, die letzten Kartons im Schlafzimmer einzuräumen.

Besonders meinen wechselnden Schmuckgeschmack finde ich da interessant, aber ich werde mich hüten, etwas wegzuschmeißen: Meine Hippieholzkette, die ich von 15 (in einem kleinen alternativen Eckladen erstanden) bis Mitte 20 getragen habe, lag schließlich auch jahrelang dekorativ im Schmuckkorb, bis ich sie letztes Jahr entstaubt habe und wieder ausgesprochen gern trage. Schmuck wegzuwerfen finde ich eh schwierig …

Meine Hochzeitsschuhe bin ich dagegen geneigt wegzuschmeißen … Andererseits: es war eine wundervolle Nacht 2002 im August, eine rauschende Party, die ich sehr genossen habe. Egal, wie wechselhaft die Ehe war, die danach kam, sind sie für mich positiv behaftet.

Die Tagebücher aus meiner harten Zeit habe ich dagegen, ohne mit der Wimper zu zucken, beim Ausmisten vor dem Umzug entsorgt. Ein Meter geballtes Leid in Din A 4 Spiralblöcken.

Ich finde es gilt immer noch: Was positive Energie ausstrahlt, darf bleiben – der Rest kann weg.

„Mama, warum bleibst du so entspannt?“ – Versuch einer Erklärung🌻

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Ich hatte heute Nacht einen Alptraum, ich hetzte wie eine Bekloppte durch den Tag, getrieben von Terminen und anderen Dingen, die gemacht werden „mussten“ . Ich weiß noch, wie ich im Traum dachte: Was ist denn los, die Zeiten sind doch vorbei?!

Ich vermute, dass dieser Traum entstanden ist, weil ich durch einige Blogbeiträge zum Thema Hektik getriggert wurde und auch das Buch von Strelecky, das ich gerade fertig gelesen habe, sich mit der Problematik des Getriebenseins beschäftigt.

Warum aber fühle ich mich nicht mehr getrieben, bleibe oft entspannt zur Verwunderung meiner Tochter und anderen?

Ich glaube, dafür gibt es mehrere Gründe:

Ich habe in meinem Job und als Mutter einfach mehr Routine als früher.

Fehler zu machen, macht mir nicht mehr solche Angst.

Es gibt keine „Alltagskämpfe“ mehr über Haushalt, Finanzen und Kindererziehung, weil ich alleinerziehend bin und mich finanziell selbst versorge.

In meinem Haushalt dürfen sich nur noch Personen mit positiver Energie aufhalten.

Ich versuche nicht mehr, irgendwelche Vorgaben von anderen zu erfüllen, um eine gute Mutter, Hausfrau, Ehefrau oder Lehrerin zu sein.

Dadurch habe ich plötzlich wahnsinnig viel Zeit und Energie übrig, weil die ganzen Reibungsverluste wegfallen.

Mit anderen Worten: ich werde nicht mehr von außen gesteuert, sondern von innen.