Schlafstörungen – voilà, da sind sie wieder 🐺🌙

… und diesmal ist die Hitze keine Ausrede. Es hat abgekühlt. Schlafe völlig fertig früh ein und wache in der Mitte der Nacht auf und denke hellwach nach.

Darüber, wie sich unsere Schule verändert hat, dass ich mehr Abstand brauche zum Job als früher …

wie ich diese Woche meine 10 (!) Ausmistungsmüllsäcke zu einem Recyclinghof bringen kann, dass ich ab Donnerstag eine Putzhilfe habe, wie ich meine Finanzen in den Griff bekomme …

dass meine Tochter furchtbar stur ist, ob ich vielleicht einfach die Hälfte der Schuljahresabschlussfeste schwänze, dass ich 10 Kilo mehr wiege als letztes Jahr um die Zeit, dass die Halbwertszeit meiner Erholungsphasen immer geringer wird.

Good Morning, people!

nor

Was soll ich sagen, ich bin schon seit Vier auf den Beinen. Habe ja seit gut zwei Wochen gestörten Schlaf. Weiß jetzt aber, woran es liegt: Der Blutdruck ist DOCH zu hoch ohne Medikamente. Und das leider auch nachts, war früher auch schon mein Problem…

Meine Ärztin hatte in den Osterferien leider ihre Praxis zu, so dass ich meine Betablocker in Absprache mit einer Freundin, die Ärztin ist, begonnen habe selbstständig wieder einzunehmen. Allerdings aufgeteilt in zwei Rationen, um den Schwindel zu umgehen, der mir am Anfang des Jahres so zu schaffen gemacht hat und der der Grund für das Absetzen der Tabletten war…

Im Moment fährt mein Kreislauf gerade Achterbahn… Sehr anstrengend, aber wird sich wieder einpendeln. Da Joggen und Qi Gong anscheinend nicht reichen, werde ich auch wieder Yoga praktizieren.

I can not sleep 🌕🐺

(Quelle: abenteuerastronomie)

Was soll ich sagen, seit Nächten wache ich wieder mal immer so um Drei oder Vier auf und bin dann hellwach, wirklich hellwach. Keine Grübelspirale oder so, sondern ready to rock my day. Und das mache ich dann meistens auch: Ich beginne einfach meinen Tag, frühstücke, mache Qi Gong und/oder ein bisschen Haushalt, blogge, schreibe Tagebuch oder lese. Das habe ich von meiner Mutter gelernt, die grämt sich nicht, wenn sie nicht mehr einschlafen kann, sondern schreibt Gedichte oder Erzählungen.

Oft bin ich dann nach zwei, drei Stunden wieder rechtschaffen müde und in den Ferien oder am Wochenende lege ich mich dann einfach nochmal hin. In der Schulzeit trinke ich noch einen Kaffee und gehe los. Meist mache ich dann nach der Arbeit, selbst wenn die mal bis Fünf geht, ein Nickerchen.

Ich bin froh, dass ich mit diesen vermutlich wechseljahresbedingten Schlafstörungen so locker umgehen kann. Aber ich sage mir immer, ich schlafe ja! Als ich depressiv war, lag ich oft nächtelang von 22 Uhr bis zum Weckerklingeln wach, grübelte und konnte nicht schlafen. Gar nicht. Zero. Niente. Nada. Da ist das jetzt zum Glück ne ganz andere Nummer. Auch wenn ich mir bei Vollmond manchmal wie ein Werwolf vorkomme… Auch in anderen – vollmondfreien – Phasen habe ich diese vollkommene Wachheit am sehr frühen Morgen. In anderen Nächten wiederum wache ich oft nur kurz auf, trinke einen Tee und schlafe wieder ein. Selbst ich heule nicht immer den Mond an…

Eintauchen in eine Fantasiewelt

nor

Ich tauche dieses Wochenende in die poetisch-melancholisch-witzige Fantasiewelt von Walter Moers‘ Prinzessin Insomnia ein.

Ich brauche ein wenig Abstand von meinem Alltag und mag niemand treffen, weil alle um mich herum gerade befremdlich gestresst sind. Außerdem ist dank Dauerregen ideales Lesewetter und Prinzessin Insomnia ist mir schon wegen ihrer Schlaflosigkeit und ihrer überbordenden Fantasie sehr nahe.

Habe erst wenige Kapitel gelesen und bin jetzt schon gefesselt…

Mondsüchtig

… hieß ein Film mit Nicolas Cage und einer grandiosen Cher, in dem man unter anderem sehen konnte, wie der Vollmond die Menschen verwandelt, indem er Sehnsüchte und Emotionen nach oben kommen lässt. 

dav

Auch ich bin mondsüchtig und fühle mich manchmal wie ein Werwolf, der den Mond anheulen muss. Bei mir passiert das meist in der Form von Lesen oder Schreiben oder auch exzessivem Nachdenken. 

Selbst in Zeiten, in denen ich im Normalfall problemlos schlafen konnte, war ich bei Vollmond stets hellwach und zwar auch, wenn ich gar nicht wusste, dass Vollmond ist. Es ist eine Wachheit, die nichts mit schlafsuchendem Herumgewälze oder dem berühmten Gedankenkreisen zu tun hat. Vielmehr ist es ein Wachsein im Sinne von erhöhter Aufmerksamkeit, in der man fähig ist, Gedichte zu schreiben, politische und philosophische Probleme zu durchdenken oder Entschlüsse für das eigene Leben zu fassen. Man sieht die Dinge plötzlich klarer, ist im Denken wacher, als würden unter dem Einfluss des Mondlichts Sachen erhellt, die sonst im Dunklen liegen.

Ich fand es übrigens immer bemerkenswert, dass alle anderen mir bekannten Sprachen einen weiblichen Mond haben, der das Geheimnisvolle, Magische und Emotionale der Frau betont, während bei uns Deutschen der Mond der gemütliche pfeifenrauchende Alte ist, der seine Schäfchen hütet. Dabei scheint ja schon der Monatszyklus nahezulegen, dass das Weibliche und der Mond zusammengehören.

Auf jeden Fall sind Mond und Sonne wohl immer als Paar gedacht, als Mann und Frau oder in der Mythologie und Psychologie als zwei komplementäre Prinzipien, für mich immer noch am schönsten im Symbol des Yin und Yang dargestellt. In der chinesischen Philosophie der Lebensführung wird besonders deutlich, dass der Mensch beiden Anteilen in sich ausreichend Berücksichtigung schenken muss: der Kraft und Leidenschaft des männlichen Yang, dem die Sonne zugeordnet werden kann, und der Entspannung und Achtsamkeit  des weiblichen Yin, das durch den weiblichen Mond symbolisiert wird.

Gerade in unserer dauergestressten Beschleunigungsgesellschaft, gibt es eine tiefe Sehnsucht nach den Werten des Yin: nach Ruhe, Kraftschöpfen und einem Sichfallenlassen. Der Begriff der Hingabe umfasst für mich dabei das Zusammentreffen von Yin und Yang: hier verbinden sich Leidenschaft und Empfängnisbereitschaft. Dies zeigt sich aufs Schönste im kreativen Flow, aber auch in der Liebe, der Urkraft allen Seins.

Jetzt hat mich der Mond mal wieder philosophisch gemacht.

Schlaflos im Odenwald

Es gab ja mal diesen Film „Schlaflos in Seattle“ mit Tom Hanks und der noch ungebotoxten Meg Ryan. Eine klassische romantische Komödie. In Wirklichkeit ist Schlaflosigkeit wenig romantisch  Sie zerrt an den Nerven, führt zu Fehlern am nächsten Tag und macht je nach Temperament oder Situation aggressiv oder depressiv.

dav

Heute Nacht habe ich wieder mal miserabel geschlafen, so dass ich im Unterricht vor lauter Müdigkeit echte Wortfindungsstörungen hatte. Ich meinte, vielleicht kündige sich so ein Migräneschub an, worauf ein Schüler trocken sagte: „Vielleicht haben Sie auch einen Gehirntumor.“

Seufz. Ich glaube eher nicht. Aber ich bin nicht allein: Durch Zufall entdeckte ich, dass eine Freundin auch wach war und wir chatteten kurz, ein Freund schickte mir wenig später einen Link, war also auch wach.

Es ist zwar tröstlich, festzustellen, dass andere auch wach sind, aber zu surfen oder zu chatten macht eher noch wacher und man kann erst recht nicht einschlafen. Genausowenig war es clever von mir, die Zeit zu nutzen und um Zwei noch einen Blog zu schreiben, wobei meine Mutter früher immer nachts geschrieben hat, weil sie da angeblich am kreativsten war. Als Kind dachte ich immer, die spinnt, tja. 

Leider neige ich auch dazu, wenn ich schonmal aufgestanden bin, weil ich aufs Klo musste, gleich noch die Abzweigung in die Küche zu nehmen. Es heißt ja immer, zu wenig Schlaf mache dick, weil man dann vermehrt Cortisol ausschütte – vielleicht liegt es aber auch an den nächtlichen Kühlschrankgängen…

Gut dagegen sind: Tee trinken, Massageöl auftragen oder im „Spiegel“ lesen. Wenn es schon Fünf war, habe ich manchmal auch einfach den Tag begonnen, bin aufgestanden und habe mich mit Kaffee in den Sessel gesetzt und ein Buch gelesen oder sogar am Schreibtisch die aktuelle Klassenarbeit oder Klausur weiter korrigiert. An solchen Tagen ist man dann allerdings spätestens um Eins stehend k. o.  und sollte auf keinen Fall längere Pausen im Arbeitsvormittag haben, weil einen sonst sofort eine Lawine von bleierner Müdigkeit überrollt. Ungünstig sind auch quicklebendige Unterstufenschüler oder verquatschte und giggelnde Pubertierende. Ideal dagegen ist die Kursstufe, weil man hier auf jeden Fall stets der Fitteste sein wird. Und falls nicht, wird man oft  verständnisvoll aufgemuntert. Als die Kinder klein waren und die Nächte anstrengend, fragten mich die Abis oft: „Na, auch zu lange weg gewesen?“ Dass man aus anderen Gründen nicht schlafen kann, hat man in dem Alter eher nicht auf dem Schirm. Manchmal befürchtete ich, durch mein abschreckendes Beispiel mit an der Geburtenarmut in Deutschland schuld zu sein. 

Jedenfalls habe ich mir heute einen Wecker gekauft und werde das Handy im Flugmodus in meine Nachttischschublade tun, in einen  anderen Raum schaffe ich noch nicht. (Handysucht, wie mein Tochter nüchtern konstatiert.) Ziel ist es, nachts nicht das Smartphone in die Hand zu nehmen, sondern nur aufs Klo zu gehen und dann einfach weiterzuschlafen. Ohne Umwege. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.