Schönheit und Alter

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Von diesen Rosen erwarte ich jeden Tag, dass sie verblüht sind. Und freue mich jeden Tag, dass sie es noch nicht sind. Sie sind schon zwei Wochen alt, eigentlich müssten sie längst verwelkt sein. Aber sie sind immer noch schön – man sieht, dass sie nicht mehr frisch sind, aber sie sind schön und erfüllen den Raum mit einer positiven Atmosphäre.

An guten Tagen denke ich, dass man das auch über mich sagen kann…

Jetzt mal im Ernst, irgendwie rührt es mich an, diese Rosen aufblühen und altern zu sehen. Ich spüre, das hat was mit mir zu tun.

Sich selbst liebevoll betrachten

„Sich wertend anzuschauen, ist für jede Frau der Kern von Unglück. Ich bin auch nicht frei davon.“

(Isabella Rosselini)

Dass selbst eine Beauty und ein Weltstar wie Isabella Rosselini „wertend“ automatisch mit abwertend gleichsetzt, macht mich fertig. Was ist nur los mit uns Frauen?! Ehrlich, die ganzen emanzipatorischen Errungenschaften nutzen nichts, wenn wir uns selbst so geringschätzig betrachten, weil uns dann bei aller Kompetenz immer eine Bemerkung über unser Äußeres aus der Bahn werfen kann.

Ich habe gelernt durch Spiegelmeditation, bei der mich ein sehr lieber Mensch begleitet hat, mich selbst liebevoll zu betrachten. Insgesamt würde ich auch sagen, dass ich mich heute in meiner Haut viel wohler fühle als vor ein paar Jahren. Und das höre ich von vielen Frauen in meinem Alter oder auch älter. Vielleicht, weil man sich besser kennt.

Und sicher ist es ein Vorteil, wenn man sich zwar attraktiv findet, sich aber über mehr als eine äußere Hülle definiert und auch den eigenen Charakter zunehmend gnädig betrachtet.