Unterschiedliche Selbstwahrnehmung

Vermutlich kennt ihr das: An manchen Tagen findet man sich attraktiv, gutaussehend und fühlt sich pudelwohl in seiner Haut. An anderen unscheinbar, abgewrackt und um Jahre gealtert.

Teilweise liegen nur wenige Tage, im Extremfall sogar nur ein paar Stunden, zwischen dieser unterschiedlichen Selbstwahrnehmung. Und für einen Außenstehenden mag, außer am Gesichtsaussdruck, gar kein Unterschied feststellbar sein.

Obwohl ich weiß, dass es gute Erklärungen für dieses Phänomen gibt (zum Beispiel Hormonschwankungen oder schöne Momente und Erfolgserlebnisse auf der einen oder körperlicher und seelischer Stress auf der anderen Seite), überraschen mich diese Unterschiede in ihrer Krassheit immer wieder.

Wenn ich mich gerade mal wieder grau und fertig fühle, versuche ich mir zu sagen, dass das in ein paar Tagen schon vorbei sein kann. (Oder ich tue mir was Gutes, zum Beispiel ein schönes Bad, um das zu beschleunigen.)

Gerade fühle ich mich aber sehr wohl in meiner Haut …

Ohne Filter!💃

Habe gerade festgestellt, dass ich mir ohne Filter auf Fotos besser gefalle als mit. Sieht lebendiger aus.

Die Spuren, die das Leben in meinem Gesicht hinterlassen hat, gehören zu mir und stehen mir ganz gut. Sehe erfahren aus, interessant, als wüsste ich, wo’s langgeht.

Früher habe ich mich oft erschrocken, wenn ich mich zufällig im Schaufenster oder im Spiegel an der Restaurantwand sah. Oder in der Zeitung wegen einem Artikel über eine Schulversammlung oder beim Interview im Abschlussfilmchen der Abis.

Inzwischen denke ich: Ach, die sieht doch ganz symphatisch aus.