Alle wollen immer „cool“ sein … ❄

Also, um es einmal offen auszusprechen: Ich heule viel. Vor Freude, vor Rührung, vor Wut, vom Lachen, vor Mitleid, aus Verzweiflung und aus Kummer.

Immer, wenn ich ein großes Gefühl habe, läuft der Tränenkanal über. Das ist mit den Jahren immer schlimmer geworden. Aber so ist es jetzt halt.

Ich bin eben ein sehr emotionaler Mensch. Cool, im Sinne von, man merkt mir nicht an, was in mir vorgeht, bin ich absolut nicht.

Dafür bin ich in anderen Dingen, wo andere ausrasten würden, laut meiner Tochter ziemlich cool, „gechillt“. Wenn sie früher von Kopf bis Fuß nass nach Hause kam, weil sie mit ihrer Freundin im Bach war, der wohlgemerkt nur bis zum Knie geht, habe ich immer nur gesagt, leg die Sachen in die Badewanne. Warum bleibst du so ruhig, Mama? Wollte sie dann wissen. Naja, wegen sowas rege ich mich halt nicht auf. Genauso wenig wie über eine schlechte Klassenarbeit oder so …

Und wenn es cool ist, sich vor anderen was zu trauen: zu singen oder zu tanzen zum Beispiel – kein Problem, das mache ich gerne.

Cool sein kann eben verschieden aussehen … Bei Jugendlichen heißt es „cool“ oder „gechillt“, bei Erwachsenen ist es die ersehnte Gelassenheit.

Aber gelassen heißt für mich nicht, man merkt mir meine Gefühle nicht an oder ich bin immer ruhig, sondern mehr so: Ich bin ich und das ist auch gut so und die anderen sind halt die anderen und auch okay.

Ich finde ja generell andere Eigenschaften eh viel wichtiger: Humor, Herz und Klugheit zum Beispiel.