Die alten Hollywoodfilme

… gucke ich gerade. Zum Beispiel Hitchcocks „Das Fenster zum Hof“ mit James Stewart und Grace Kelly oder „Haben und Nichthaben“, bei dessen Dreharbeiten Humphrey Bogart und Lauren Bacall ein Liebespaar wurden.

Ich liebe diese Filme: die Eleganz und die Wortgewandtheit der Figuren, den Humor und die Spannung. Whisky, Cognac und Zigaretten spielen auch eine wichtige Rolle und werden als Stilmittel eingesetzt. Sexszenen kommen dagegen nicht vor. Trotzdem oder gerade deshalb prickelt es gewaltig zwischen den Hauptfiguren.

Meine Mutter als Vorbild 💃🏻🧤👜📿

Früher war ich immer empört, wenn mir jemand sagte, ich sähe aus wie meine Mutter. Seit meinem dreißigsten Geburtstag stehe ich dazu: Ja es stimmt: Gesicht, Figur, Stimme – kommt hin.

Heute soll es aber darum gehen, was ich mir von meiner Mutter abgucken kann.

Also da wäre natürlich ihr Stil. Meine Mutter war und ist immer gut gestylt. Mit guten Farbkombis und Tüchern und Schmuck als Accessoires. Das habe ich mir schon als Kind bei ihr abgeguckt, wenn ich in ihren Kommoden kramen durfte, um mich zu verkleiden.

Was ich aber viel interessanter finde, ist, dass es meine Mutter immer schafft, auch schon als sie in ihren Dreißigern und Vierzigern war, von allen Menschen respektvoll behandelt zu werden. Nie habe ich es erlebt, dass sie von älteren Frauen oder sonstwem so zurecht gewiesen wurde, wie es mir oft passiert.

Sie hat so ein Auftreten, resolut und damenmäßig, freundlich, aber bestimmt, bei Bedarf empört die Stimme anhebend, so ein bisschen Diva – da wird sie immer respektvoll und zuvorkommend behandelt. Ich hatte eine ältere Kollegen, die war auch so.

Von dieser Art würde ich mir gerne eine Scheibe abschneiden. Ich arbeite dran.

Update – Wie will ich aussehen?

Der Panther, mein Krafttier

Für mich ist das Äußere ja immer Ausdruck des Inneren. Ich habe in letzter Zeit bemerkt, dass ein paar Dinge, die lange Zeit für mich stimmig waren, mir an mir nicht mehr gefallen. Vermutlich hat sich in meiner Lebensmitte mein Teint, ganz sicher aber meine Haltung geändert.

Ich finde, manches, was jahrelang funktioniert hat, steht mir einfach nicht mehr so gut. So trage ich jetzt mehr Farbe und mehr Muster und auch Silberschmuck erscheint mir plötzlich zu hart und ich bevorzuge Gold oder Silber mit Gold gemischt („Bicolor“, wie der Fachmann sagt).

Das ist für mich einigermaßen verwirrend, weil ich ja der „Wintertyp“ bin, der Schneewittchen-Typ, dem eigentlich kalte Farben und Silber stehen. Ich hatte für mich vor Jahren beschlossen, dass mein Lieblingsoutit zum Ausgehen forever schwarzes Oberteil (schließlich ist der Panther mein Krafttier) und Silberschmuck ist, gerne noch mit Silberfeenstaub auf den Lidern. Ich war damit auch jahrelang sehr glücklich.

Andererseits habe ich vor Jahren auch ein Haus gekauft, einen Mann geheiratet und eine Familie gegründet – und bis auf die Kinder ist nix davon geblieben, weil es für mich einfach nicht mehr gepasst hat.

Menschen ändern sich. Manche ignorieren das und leben trotzdem weiter wie bisher. Aber ich bin ein Mensch, der das nicht kann. Ich frühstücke ja nicht mal immer das gleiche, was meinen Exmann zur Verzweiflung gebracht hat (wie du magst jetzt plötzlich keinen Frischkäse mehr?). Vielleicht hat sich für ihn da schon angedeutet, dass diese Frau auch ihn irgendwann verlassen könnte…

Auch in meinem Äußerem gab es regelmäßig Anpassungen: Den Hippie-Style aus Oberstufe und Studium habe ich ja irgendwann auch hinter mir gelassen und bin ein schlichter Schwarz-, Blau-, Grautyp geworden. Meiner Schwäche für bedruckte Tücher bin ich aber immer treu geblieben. Irgendwann kamen Ringelshirts dazu (so ein schönes fröhliches Urlaubsfeeling) und dann auch andere Muster: Kleine geometrische Muster, aber auch Zebra, Leopard und Schlange. (Groahr! Ich bin eine Raubtier!) Und dann richtig Farbe: Rot, Curry – bum, bang. Macht voll Spaß. Und eben Gold. Ich habe mal zu einer Freundin mit einem Augenzwinkern gesagt, mein Style ist „Diva privat“. Dazu passend trage ich jetzt für meine Verhältnisse roten Lippenstift. (Meine Tochter behauptet, man sieht nix, aber ich fühle mich mega geschminkt.) – Da braucht man natürlich eine bestimmte Haltung, um das tragen zu können. Bei mir ist es einfach der Ausdruck von Lebensfreude.

Nun also seit neuestem die Entscheidung, keine schwarze Brille mehr zu tragen, sondern Zartrosé. Und jetzt mein Entschluss, meine vereinzelten Silberfäden nicht mehr zu färben. Panther goes silver. Jedes Mal, wenn ich in letzter Zeit vom Friseur kam, dachte ich: sah vorher eigentlich besser aus. Und die Schüler fragten: Haben Sie sich die Haare gefärbt? Also ehrlich, eigentlich färbe ich ja, um nicht aufzufallen. War auch schon sehr natürlich, dunkelbraun halt, fiel nur auf, wenn frisch vom Friseur. Trotzdem: passt für mich nicht mehr, finde mich attraktiver ohne. Klingt komisch, aber ist so. Strahlt für mich irgendwie Erfahrung und Coolness aus.

Ich probiere das jetzt mal. Noch geht das ohne scharfe Kante, weil das Silber so dezent verteilt ist. Glitzert nur ein bisschen. Weiß nicht, ob ich das wirklich durchziehe. Alle anderen attraktiven Frauen in meinem Umfeld sind gefärbt, aber ich war eh nie wie alle, da muss ich mir nix vormachen…

[Nachtrag, 9. Februar:

Habe mich in Schaufenster im Tageslicht gesehen. Sah unmöglich aus mit den Haaren so. Färbe jetzt wieder. Meine Tochter macht das zwischen den Friseurbesuchen auch immer so nett, hat da mal ein YouTube-Tutorial drüber gesehen und macht das so richtig professionell Scheitel für Scheitel.💃]