Ich und die Farben – Ausdruck einer Reise zu einem neuen Selbst 🛶

In den letzten Jahren verändere ich mich langsam, aber doch merklich, innerlich und äußerlich.

Ich habe ja vor längerer Zeit hier schon mal geschrieben, dass ich Schwarz in unmittelbarer Gesichtsnähe nicht mehr so gut tragen kann. Daher war meine Lösung, zu mehr Farbe zu greifen.

Nach einer Zeit des Rumexperimentierens muss ich aber feststellen, dass auch Knallrot oder Knallpink nicht mehr so gut aussehen wie früher, sondern dass es besser ist, das Ganze mit einem gemusterten Schal oder Tuch in soften Farben zum Beispiel mit Rosé-, Off-White- oder Grauanteil abzumildern „abzusoften“, wie ich immer sage.

Auch steht mir zarter Goldschmuck inzwischen besser als Silber. Obwohl bei mir Silbergrau in der Kleidung so gut geht. Aber das wiederum muss durch ein warmes Gegenstück in Rosé oder filigranes Gold ausgeglichen werden.

Insgesamt will ich in meiner Kleidung mehr ausgleichen, Gegensätze harmonisch vereinen, ganzheitlich vorgehen sozusagen.

Entsprechend versuche ich auch in meinem Alltag immer mehr vermittelnd zu wirken, die Dinge differenziert zu sehen oder auch meine eigenen charakterlichen Widersprüche zu integrieren.

Ihr seht, dieses an sich sehr oberflächlich klingende Thema hat für mich eine tiefere Dimension: Ich empfinde das als spannende Reise zu einem neuen Selbst, die parallel zu meinen inneren Veränderungen verläuft …

Belege dafür, dass die Richtung stimmt

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Es gibt ja sowas wie ein Lebensgefühl und sowas wie harte Fakten. Und im Körper spiegelt sich nunmal sehr deutlich wider, wie es der Seele geht.

Dass es mir besser geht als vor ein paar Jahren, spüre und genieße ich jeden Tag – aber dass es wirklich nachweisbar so ist, lässt sich tatsächlich auch mit ein paar hard facts untermauern: Ich konnte sowohl Blutdrucksenker als auch Betablocker absetzen, ich kann kilometerlang wandern, ohne aus der Puste zu kommen, ich konnte mein Deputat nach und nach aufstocken, ohne dass es mich unter Stress setzt, und meine Haare sind wieder voller, wie gestern meine Friseurin erfreut bemerkte.

Es ist wirklich erstaunlich, welch verheerende Auswirkungen jahrelanger Dauerstress auf meine Gesundheit hatte, und es ist sehr erfreulich, dass eine Veränderung der Lebenssituation zum Guten sich so deutlich positiv auch gesundheitlich niederschlägt.

Update – Wie will ich aussehen?

Der Panther, mein Krafttier

Für mich ist das Äußere ja immer Ausdruck des Inneren. Ich habe in letzter Zeit bemerkt, dass ein paar Dinge, die lange Zeit für mich stimmig waren, mir an mir nicht mehr gefallen. Vermutlich hat sich in meiner Lebensmitte mein Teint, ganz sicher aber meine Haltung geändert.

Ich finde, manches, was jahrelang funktioniert hat, steht mir einfach nicht mehr so gut. So trage ich jetzt mehr Farbe und mehr Muster und auch Silberschmuck erscheint mir plötzlich zu hart und ich bevorzuge Gold oder Silber mit Gold gemischt („Bicolor“, wie der Fachmann sagt).

Das ist für mich einigermaßen verwirrend, weil ich ja der „Wintertyp“ bin, der Schneewittchen-Typ, dem eigentlich kalte Farben und Silber stehen. Ich hatte für mich vor Jahren beschlossen, dass mein Lieblingsoutit zum Ausgehen forever schwarzes Oberteil (schließlich ist der Panther mein Krafttier) und Silberschmuck ist, gerne noch mit Silberfeenstaub auf den Lidern. Ich war damit auch jahrelang sehr glücklich.

Andererseits habe ich vor Jahren auch ein Haus gekauft, einen Mann geheiratet und eine Familie gegründet – und bis auf die Kinder ist nix davon geblieben, weil es für mich einfach nicht mehr gepasst hat.

Menschen ändern sich. Manche ignorieren das und leben trotzdem weiter wie bisher. Aber ich bin ein Mensch, der das nicht kann. Ich frühstücke ja nicht mal immer das gleiche, was meinen Exmann zur Verzweiflung gebracht hat (wie du magst jetzt plötzlich keinen Frischkäse mehr?). Vielleicht hat sich für ihn da schon angedeutet, dass diese Frau auch ihn irgendwann verlassen könnte…

Auch in meinem Äußerem gab es regelmäßig Anpassungen: Den Hippie-Style aus Oberstufe und Studium habe ich ja irgendwann auch hinter mir gelassen und bin ein schlichter Schwarz-, Blau-, Grautyp geworden. Meiner Schwäche für bedruckte Tücher bin ich aber immer treu geblieben. Irgendwann kamen Ringelshirts dazu (so ein schönes fröhliches Urlaubsfeeling) und dann auch andere Muster: Kleine geometrische Muster, aber auch Zebra, Leopard und Schlange. (Groahr! Ich bin eine Raubtier!) Und dann richtig Farbe: Rot, Curry – bum, bang. Macht voll Spaß. Und eben Gold. Ich habe mal zu einer Freundin mit einem Augenzwinkern gesagt, mein Style ist „Diva privat“. Dazu passend trage ich jetzt für meine Verhältnisse roten Lippenstift. (Meine Tochter behauptet, man sieht nix, aber ich fühle mich mega geschminkt.) – Da braucht man natürlich eine bestimmte Haltung, um das tragen zu können. Bei mir ist es einfach der Ausdruck von Lebensfreude.

Nun also seit neuestem die Entscheidung, keine schwarze Brille mehr zu tragen, sondern Zartrosé. Und jetzt mein Entschluss, meine vereinzelten Silberfäden nicht mehr zu färben. Panther goes silver. Jedes Mal, wenn ich in letzter Zeit vom Friseur kam, dachte ich: sah vorher eigentlich besser aus. Und die Schüler fragten: Haben Sie sich die Haare gefärbt? Also ehrlich, eigentlich färbe ich ja, um nicht aufzufallen. War auch schon sehr natürlich, dunkelbraun halt, fiel nur auf, wenn frisch vom Friseur. Trotzdem: passt für mich nicht mehr, finde mich attraktiver ohne. Klingt komisch, aber ist so. Strahlt für mich irgendwie Erfahrung und Coolness aus.

Ich probiere das jetzt mal. Noch geht das ohne scharfe Kante, weil das Silber so dezent verteilt ist. Glitzert nur ein bisschen. Weiß nicht, ob ich das wirklich durchziehe. Alle anderen attraktiven Frauen in meinem Umfeld sind gefärbt, aber ich war eh nie wie alle, da muss ich mir nix vormachen…

[Nachtrag, 9. Februar:

Habe mich in Schaufenster im Tageslicht gesehen. Sah unmöglich aus mit den Haaren so. Färbe jetzt wieder. Meine Tochter macht das zwischen den Friseurbesuchen auch immer so nett, hat da mal ein YouTube-Tutorial drüber gesehen und macht das so richtig professionell Scheitel für Scheitel.💃]