Drei Leuchttürme🗼🗼🗼

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Heute kam ich fix und fertig von der Arbeit nach Hause und hätte grad losheulen können, so am Ende war ich. Blöde unbedachte Bemerkungen von meinem Abi-Kurs, quälender Nachmittagsunterricht und danach noch ein Gespräch als Mentorin. Dazu noch die Erkältung und Kollegen, die teilweise aus 1000 m Entfernung Stress ausstrahlen.

Meine drei Leuchttürme retteten mich.

Mein Schatz, der auf What’s App meinte, es gäbe „so Tage“ und er hätte sie zur Zeit leider oft, weshalb er mich versteht. (Dabei ist er immer so süß und nie launisch oder so.) Man denkt ja immer, man sei ein Waschlappen, wenn man so durchhängt, dabei ist man halt einfach ein Mensch. Ab Freitag sehen wir uns ein paar Tage und bauen uns gegenseitig auf.

Mein Sohn, der meinte, dass er froh ist, dass er mich als Mutter hat, weil ich so offen sei und man mit mir über alles reden könne.

Meine Tochter, mit der ich in ihrem Bett eine Stunde lang quatschte und rumalberte.

Was haben diese Leuchttürme heute meinen Tag erhellt! Ein Glück, dass ich sie habe.

Kleine Weisheiten (12)

„Bei manchen Menschen verursacht Angst Wut, wodurch sie selbst wieder Angst und Wut verursachen. Diesen Teufelskreis kann man von außen nur mit Liebe und Verständnis durchbrechen. Und von innen mit Reflexion.“

(Wechselweib, 11. März 2019)

PS: Ich schreibe hier als Lehrerin über angry young men, also vor allem über männliche Jugendliche. Ich rede nicht über Verbrecher, wobei das nach meiner Beobachtung bei Gerichtsprozessen auch auf diese zutreffen mag, zumindest bis zu einem gewissen Punkt im Leben. Trotzdem möchte ich klarstellen, dass ich nicht meine, dass man sich selbst in eine gefährliche Situation bringen sollte.

Achtung, Pubertät – keep cool, Parents

Ich habe zwei Kinder in der Pubertät. Einen Jungen, 14, mitten drin, und ein Mädchen, 10, früh dran, aber schon deutlich vernehmbare Anfänge, wie ich auch damals.

Also erstmal zwei Dinge vorneweg:

Erstens, so schlimm finde ich diese Zeit gar nicht, das nächtliche Wecken die ersten drei Lebensjahre meiner Tochter plus tagsüber Junge in der Trotzphase fand ich viel schlimmer.

Zweitens, was man vor der Pubertät an Erziehung verpasst hat, zum Beispiel, weil man zu fertig war oder sich als Eltern uneinig war, kann man jetzt nicht mehr aufholen. (Was in meinem Fall teilweise spürbar ist, aber nicht mehr zu ändern. Sich grämen bringt da nix, habe ich beschlossen.)

Also gut, jedes Kind und jede Mutter, jede Familie ist anders, daher hier ein paar sehr subjektive Einsichten, die ich bisher glaube, gewonnen zu haben:

Egal, was das Kind auch tut und wie sauer man deshalb auch ist, man muss immer klarmachen, dass man nur über das momentane Verhalten des Kindes erbost ist und es als Person grundsätzlich lieb hat und unterstützt.

Auch wenn die Kinder oft ihre Ruhe haben wollen, brauchen sie oft doch in manchen Momenten ganz viel Zuneigung, ob dies nun ein offenes Ohr oder ausgiebiges Knuddeln, ein langes Gespräch oder ein kurzes Drücken ist.

Den Kindern sollte nichts zu peinlich sein, um es anzusprechen. Dabei hilft es, wenn einem selbst nichts peinlich ist.

Das Kind wird jetzt vielleicht Erfahrungen machen, die vielleicht nicht optimal sind, aber dazugehören: die erste Zigarette, der erste Rausch, die erste Beziehung und Trennung. Freuen Sie sich, wenn ihr Kind das mit Ihnen teilt, sprechen Sie Gefahren aber offen an. Gesundheitliche Risiken, Verhütung, aber auch, wie man mit jemanden human Schluss macht, gehören für mich zu den Themen, über die man offen reden sollte.

Wenn das Kind verzweifelt ist, auch, wenn es für einem selbst gerade nicht nachvollziehbar ist, sollte man versuchen, es zu verstehen oder zumindest signalisieren, dass man da ist.

Wenn das Kind streng riecht oder fettige Haare hat, klären Sie es über die neuen Notwendigkeiten der Körperhygiene auf.

Wenn Sie mal ganz unpädagogisch ausrasten, weil Ihre Nerven blank liegen, sind Sie nicht zu streng mit sich. Das Kind soll ruhig lernen, dass Sie auch Gefühle haben. Es soll ja ein emphatischer Mensch werden.

Ihr Kind reift jetzt zu einer Persönlichkeit mit Ecken und Kanten und eigenen Interessen heran, nutzen Sie die Chance für Gespräche über Politik, Liebe oder was auch immer.

Denken Sie daran, wie aufregend und anstrengend Ihre eigene Pubertät war.

Versuchen Sie Ihren Humor zu behalten. Er entkrampft vieles. Und das Kind lernt dabei, wie wertvoll das ist.

Und vor allem: Machen Sie sich bewusst. Es geht vorbei. Als Lehrerin sehe ich das Jahr für Jahr.