Wo bleiben die guten Geister, wenn man sie braucht?! 👻

Quelle: Online Forum Die Siedler

Es fing alles mit dem Englisch-Vokabelheft meiner Tochter, so ein kleines Heft, ordentlich in hellgrünem Umschlag. Es war eines Tages im Oktober verschwunden. Unauffindbar. Nicht in der Wohnung, nicht im Ranzen, nicht in der Schule, nicht von einem Klassenkameraden mitgenommen. Unauffindbar eben. Nichts macht mich da so aggressiv wie der abgeklärte Spruch von Kolleginnen: „Das Haus verliert nichts.“ So ein Schwachsinn, weder haben wir ein Haus, noch wird bei uns nichts verloren. Wir haben schon einiges verloren.

Folgen wir dem Grundsatz von Sherlock Holmes, dem Meisterdedektiv, dass, wenn nach sorgsamer Abwägung aller logischen Alternativen, das Unlogische übrig bleibt, auch wenn es noch so unwahrscheinlich ist (oder so ähnlich), lässt der Sachverhalt nur einen Schluss zu: Wir haben Hauswichtel, die unsere Sachen verstecken.

Damit tröstete ich auch meine Tochter (es gibt Noten aufs Vokabelheft und nun musste sie ein neues Heft kaufen und die Vokabeln nachtragen). Ich sagte ihr, dass die Hauswichtel das Heft vermutlich an sich genommen hätten, um zu Weihnachten ein lustiges Theaterstück einzustudieren „Wichtel in Plymouth“ („Dwarfs in Plymouth“ oder so ähnlich). Die Vorstellung versöhnte uns vollkommen mit dem Verlust und wir sprachen noch oft darüber.

Leider fand an Weihnachten keine Vorstellung statt, aber vielleicht an Ostern, wer weiß? 👻

Die Dezember meiner Kindheit – wie ich die Adventszeit und Weihnachten erlebte 🌟

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Heute Nacht hat es geschneit und sofort ist mir weihnachtlich zumute. Ich fühle mich zurückversetzt in die Dezember meiner Kindheit. Was habe ich die Adventszeit und Weihnachten damals geliebt!

Butterplätzchen backen und aufwendig mit Zuckerstreußeln, Schokoguss und geschälten Mandeln verzieren. 

Weihnachtsterne aus Glanzpapier basteln und an die Fenster hängen. 

Als ich richtig klein war, hat mein Vater mir noch jeden Abend eine Adventskalendergeschichte aus „Schnüpperle“ vorgelesen.

Schlittenfahren bei meiner Freundin am Buckel und danach Kastanien in den Ofen. 

An Weihnachten in die Kirche laufen mit Glück durch weihnachtlich verschneite Gassen und mein Vater rezitiert Eichendorff.

In der rappelvollen Kirche sangen dann nur meine Mutter und ich mit, meine Mutter teilweise mit vor Rührung erstickter Stimme. 

Später erst Musizieren und Singen, dann Bescherung mit dem Christkind, an das ich sehr lange glaubte. (Meine Mutter inszenierte sogar mal einen Anruf damals noch von grauem Telefon mit Wählscheibe.)

Am ersten Weihnachtsfeiertag die Geschenke genießen und dieses unbeschreiblich friedliche und erfüllte Gefühl, dass Weihnachten ist.