Alle wollen immer „cool“ sein … ❄

Also, um es einmal offen auszusprechen: Ich heule viel. Vor Freude, vor Rührung, vor Wut, vom Lachen, vor Mitleid, aus Verzweiflung und aus Kummer.

Immer, wenn ich ein großes Gefühl habe, läuft der Tränenkanal über. Das ist mit den Jahren immer schlimmer geworden. Aber so ist es jetzt halt.

Ich bin eben ein sehr emotionaler Mensch. Cool, im Sinne von, man merkt mir nicht an, was in mir vorgeht, bin ich absolut nicht.

Dafür bin ich in anderen Dingen, wo andere ausrasten würden, laut meiner Tochter ziemlich cool, „gechillt“. Wenn sie früher von Kopf bis Fuß nass nach Hause kam, weil sie mit ihrer Freundin im Bach war, der wohlgemerkt nur bis zum Knie geht, habe ich immer nur gesagt, leg die Sachen in die Badewanne. Warum bleibst du so ruhig, Mama? Wollte sie dann wissen. Naja, wegen sowas rege ich mich halt nicht auf. Genauso wenig wie über eine schlechte Klassenarbeit oder so …

Und wenn es cool ist, sich vor anderen was zu trauen: zu singen oder zu tanzen zum Beispiel – kein Problem, das mache ich gerne.

Cool sein kann eben verschieden aussehen … Bei Jugendlichen heißt es „cool“ oder „gechillt“, bei Erwachsenen ist es die ersehnte Gelassenheit.

Aber gelassen heißt für mich nicht, man merkt mir meine Gefühle nicht an oder ich bin immer ruhig, sondern mehr so: Ich bin ich und das ist auch gut so und die anderen sind halt die anderen und auch okay.

Ich finde ja generell andere Eigenschaften eh viel wichtiger: Humor, Herz und Klugheit zum Beispiel.

Das gehört wohl dazu – die Lebensmitte als zweite Pubertät

(Quelle: pixabay)

Was soll ich sagen: Manchmal fühle ich mich jetzt wie in der zweiten Pubertät. Zum Glück sind meine Kinder gerade in der ersten und verstehen mich deshalb gut.

Zwischen Höhenflug und Tal der Verzweiflung, Lachkrampf und Heulanfall liegen oft nur wenige Momente. Man/frau ist eben einfach dünnhäutiger.

Gleichzeitig erlebt man alles viel intensiver, wodurch das Leben nicht mehr so an einem vorbeirauscht, sondern man plötzlich den Eindruck hat: Hey, da passiert ja richtig was! Da geht’s ja voll ab! Und genau so ist es auch.

Eine anstrengende, aber auch wundervolle Zeit.

Familie…

(Quelle: 🌍 welt)

Habe mit meinen Kindern gestern geweint und gelacht. Je älter sie werden, umso inniger wird das Verhältnis. Pubertät hin oder her. Inzwischen schätze ich sie auch als Ratgeber. Und sie mich immer noch. Trotzdem ist es manchmal natürlich anstrengend. Aber die Basis stimmt. Und wir stützen uns gegenseitig, das ist mir gestern noch mal sehr bewusst geworden.